Dax-Ausblick
Eine waschechte Jahresendrally

Der letzte Handelstag des Jahres steht dem Dax bevor. Zufrieden können Börsianer auf ein gutes Jahr zurückblicken, in dem ein Rekord dem nächstem folgte. Ein Ausblick auf den Beginn eines spannenden Börsenjahres 2014.

In der vergangenen Weihnachtswoche setzte sich der Schlussspurt beim Dax fort. Die Anleger durften gleich in Feierstimmung bleiben. Nun steht nur noch ein Handelstag für dieses äußerst erfolgreiche Börsenjahr aus. Kommt es zu einer waschechten Jahresendrally 2013? Und wie lange wird sich diese im neuen Jahr fortsetzen?

Das moderate Zurückfahren der Konjunkturhilfen und die Aussage Ben Bernankes, auch längerfristig eine Nullzinspolitik zu verfolgen, nahmen die Anleger weltweit zwar gerne als frühzeitiges Weihnachtgeschenk an. Die Notenbank legte damit den Grundstein für die wiederbelebte Rally, die sich so zu einer echten Hatz zum Jahresultimo entwickelte.

Die Notenbank, die in der Woche vor Weihnachten verkündet hatte, ihre monatlichen Anleihekäufe ab Januar um 10 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar runterzufahren, war in der abgelaufenen Woche aber nicht mehr zentrales Thema bei den Anlegern.

Treibstoff der Börsenrally bleibt weiterhin die lockere Geldpolitik der globalen Notenbanken. Nachdem die Fed nun die Wende eingeläutet hat, wird sich der Fokus der Anleger im nächsten Jahr aber zunehmend auf die Konjunktur richten. Einen Vorgeschmack bot da schon die letzte Woche, wo an den US-Börsen ein überraschend starker Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für weitere Höchststände sorgte.

„Vor allem durch den sich andeutenden Wirtschaftsaufschwung, der im Laufe des Jahres zu einem der Hauptimpulsgeber für den Aktienmarkt werden sollte, dürften verbesserte Gewinnaussichten für die Unternehmen einen Kursanstieg des Dax fundamental untermauern“, prognostiziert die Landesbank Berlin.

2013 hat es der Leitindex nach mehr als 13 Jahren geschafft, die Marke von 8.000 Punkten nachhaltig zu durchbrechen. Gestern beendete der Dax den letzten vollen Handelstag des Jahres (denn am Montag ist die Frankfurter Börse nur bis 14.00 Uhr geöffnet) bei 9589 Punkten, einem neuen Allzeithöchststand.

Auf Jahressicht gewann der Dax 23 Prozent und seit September 2011 legte der deutsche Leitindex ganze 85 Prozent zu. Die Bilanz seines US-Pendants fällt noch stärker aus: Der Dow-Jones-Index legte in diesem Zeitraum gut 140 Prozent zu. Das am 27. Dezember markierte Rekordhoch liegt bei 16.525 Zählern.

Die Rally am deutschen Aktienmarkt sorgt dafür, dass sich schon überraschend schnell einige Prognosen von Analysten bewahrheiten könnten. So glaubt Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities bei DWS Investments, dass der Dax am Ende des nächsten Jahres bei 10.150 Punkten steht. „Dabei nehmen wir circa elf Prozent Gewinnwachstum und eine attraktive Dividenden-Rendite von 3.3 Prozent an“, erklärte er gegenüber Handelsblatt Online.

Wie bei den anderen Märkten unterstelle die DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, dass sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Dax ausweiten wird. Trotz neuer Rekordstände bei den Indizes seien deutsche und globale Aktien im historischen Vergleich noch nicht teuer. „Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spricht, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots untergewichtet haben“, sagte Gebhardt.

Die Aussichten für eine wirtschaftliche Beschleunigung in Europa und den USA beurteilt der DWS-Stratege gut. Gleichzeitig geht er davon aus, dass China mit ca. 7.5 Prozent wachsen wird. Das alles bilde ein positives Umfeld für die Gewinne der deutschen Blue-Chips. Zusätzlich könnten Real-Lohnsteigerungen in Deutschland die Konsumnachfrage stimulieren.

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