Dax-Ausblick
Endet der Sommerblues?

Die einen erwarten einen heißen Herbst an den Märkten, die anderen hoffen auf steigende Kurse. Störfeuer könnte es vonseiten der Politik geben, für gute Stimmung könnten Konjunkturdaten sorgen.
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DüsseldorfDer Dax hat den Sommerblues. Seit Wochen kommt der deutsche Leitindex nicht vom Fleck und pendelt zwischen 12.000 und 12.300 Punkten. Und nun steht auch noch der September an, historisch einer der schwächsten Börsenmonate. Manch einer prognostiziert schon einen heißen Herbst.

Doch Folker Hellmeyer glaubt daran erstmal nicht – im Gegenteil. Der Chef-Analyst der Bremer Landesbank erwartet, dass der Dax die Marke von 12.300 Punkten bald wieder überspringen wird. In der vergangenen Woche haben die deutschen Standardwerte immerhin ein halbes Prozent auf rund 12.200 Punkte zugelegt.

Andere Börsianer blicken ebenfalls optimistisch nach vorn. Angesichts der positiven Gewinnentwicklung der Unternehmen setzten Anleger auf steigende Dividenden. Die Entwicklung des Euro dürfe aber nicht aus dem Auge verloren werden, warnt Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. Die Gemeinschaftswährung hat sich seit Jahresbeginn bereits um etwa zwölf Prozent verteuert. Aktuell kostet der Euro etwa 1,18 Dollar.

Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft kann das auf Dauer zum Problem werden, denn durch den starken Euro werden Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt teurer und sind damit weniger wettbewerbsfähig. Ein Sprung über die psychologisch wichtige 1,20er Marke sei aber nicht zu erwarten, betont Bremer-LB-Volkswirt Hellmeyer: „Das ist politisch nicht gewollt.“

Impulse für den Wechselkurs gaben auch die Reden von Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Commerzbank-Währungsanalyst Lutz Karpowitz hatte bereits vor den Reden vermutet, dass unter dem Strich eher der Euro als der Dollar von den Reden profitieren wird – und behielt recht. Da bis Ende 2018 noch nicht einmal mehr eine Zinserhöhung vollständig eingepreist sei, könne die Federal-Reserve-Chefin zwar kaum auf der taubenhaften Seite überraschen. Allerdings könne der Präsident der Europäischen Zentralbank angesichts der florierenden Wirtschaft in der Euro-Zone auch nicht absichtlich den Pessimisten spielen – immerhin müsse er demnächst ankündigen, dass die Wertpapierkäufe beendet werden. „Für Euro-Dollar sind das insgesamt gegenläufige Effekte“, sagt Karpowitz. „Ich würde aber davon ausgehen, dass die Euro-positiven Effekte aus der Draghi-Rede die Dollar-positiven Effekte aus der Yellen-Rede übertreffen.“

Wer auf ein Signal für ein baldiges Auslaufen der billionenschweren Anleihekäufe der Notenbank gehofft hatte, wurde enttäuscht. Draghi ging weder auf die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ein – noch äußerte er sich zum zuletzt deutlich gestiegenen Wechselkurs des Euro. Stattdessen setzte er in der Kleinstadt in den Rockey Mountains einen ganz anderen Schwerpunkt: Eindringlich warnte der EZB-Chef vor den Gefahren des Protektionismus und nationalen Alleingängen. Der Euro legte trotzdem zu.

Das hat auch Folgen für die europäischen Aktienmärkte. Neben dem Nordkorea-Konflikt und geldpolitischen Befürchtungen war es vor allem die Euro-Stärke, die belastete. Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, spricht von einem reinigenden Gewitter für die Börse. „Mittlerweile ist so etwas wie eine stabile Seitenlage zu beobachten“, sagt er. Im vierten Quartal seien die Aussichten für die Aktienmärkte freundlicher. „Dafür spricht, dass die große geldpolitische Trendwende ausbleibt, der Euro sich mittelfristig wieder abschwächt und das Thema ‚Dieselgate‘ nach einer vermutlich unaufgeregten Bundestagswahl mit Hilfe von Umwelt- beziehungsweise eher Kaufprämien zu einem Segen für die deutsche Autoindustrie wird.“ Auch würden die Sentiment-Indikatoren nicht auf Unheil für die Aktienmärkte hindeuten.

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Politisches Störfeuer aus Washington

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