Dax-Ausblick
Erst mal Pause

Der deutsche Leitindex hat diese Woche ein neues Rekordhoch erreicht – und dabei dürfte es vorerst bleiben. Den Anlegern fehlt offenbar der Mut zum Risiko. Welche Marken in der nächsten Zeit entscheidend sein werden.
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DüsseldorfFür Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank ist „fundamental das Aktien-Glas halbvoll.“  Bis zur historischen Marke von 10.000 Punkten sei es im Dax  zwar rein rechnerisch nicht mehr weit. Allerdings müsse der Index zunächst einmal sein kürzlich erklommenes Allzeithoch bei 8910 nachhaltig nach oben durchbrechen. „Dazu scheint den Anlegern aktuell noch der Mut zu fehlen. Die geopolitische Lage ist noch zu unübersichtlich“, meint Halver.

Seine Einschätzung teilt auch Jörg Scherer, technischer Analyst der Bank HSBC Trinkaus. Kurzfristig habe der deutsche Leitindex mit dem Erreichen des neuen Rekordhochs und dem Abrutschen danach charttechnisch ein „hässliches Signal“ gesetzt. Damit drohe dem deutschen Börsenbarometer das gleiche Schicksal wie den US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500, die jeweils nach dem Erreichen neuer Rekordstände den Rückzug antreten mussten.

„Um die vielversprechende Ausgangslage kurzfristig nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen, sollte das Aktienbarometer künftig nicht unter 9570 Zähler fallen“, meint Scherer.  Diese Marke war 2014 monatelang ein wichtiger Widerstand, als der Dax in einer Seitwärtszone zwischen 9400 als unterer und rund 9600 Punkte als oberer Begrenzung notierte. Aus charttechnischer Sicht wird nach dem Überwinden eines Widerstandes diese Marke dann als Unterstützung.

Der HSBC-Analyst begründet seinen kurzfristigen Pessimismus vor allem mit der Stimmung der Anleger. Die sind, wie die aktuelle Umfrage in den USA ergibt, derzeit extrem neutral zur weiteren Kursentwicklung eingestellt.  Die Zahl der „neutralen“  US-Anleger liegt bei 44 Prozent, der höchste Stand seit 2003. „In der Vergangenheit war ein solches Phänomen häufig ein idealer Nährboden für sprunghafte Kursbewegungen, im konkreten Fall für kurzfristig schwächere Kurse“, erläutert Scherer.

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