Dax-Ausblick
„Etwas zu viel des Schlechten“

Zwei Riesenprobleme beherrschen die Börsen: Griechenland und die USA. Der Dax hat in den vergangenen Tagen deutlich verloren. Trotzdem - oder gerade deshalb - sehen manche Experten eine Gelegenheit, um Aktien zu kaufen.
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Der deutsche Leitindex hat keine gute Woche hinter sich. Auf Wochensicht hat der Dax rund zwei Prozent verloren. Am Freitag fiel er zweitweise unter die Marke von 7.000 Punkten. Seit Anfang November steht damit ein Minus von gut 400 Punkten zu Buche. Einer kleiner Crash, oder doch nur eine Korrektur?

Diese Entwicklung sehen einige Analysten jedenfalls optimistisch: „Die Kursverluste der vergangenen Wochen waren etwas zu viel des Schlechten“, sagt NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp hält den Pessimismus der Anleger für überzogen. „Wir empfehlen daher, die aktuelle Kursschwäche zum Aufstocken von Aktienpositionen zu nutzen.“

Eine Kursrally sei vorerst aber nicht zu erwarten, betont NordLB-Experte Basse. Schließlich sorgten die ungelösten Schuldenkrisen in den USA und Europa weiterhin für Verunsicherung. „Da werden viele abwarten, bis sich der Nebel lichtet“, fügt er hinzu. Auch die bevorstehenden Feiertage würden Investoren sicher dazu veranlassen, nur mit angezogener Handbremse zu agieren. Die Wall Street bleibt am Donnerstag wegen des US-Erntedankfestes (Thanksgiving) geschlossen und macht am Freitag vorzeitig zu. Am Freitag gibt es in Japan wegen eines Feiertages keinerlei Aktienhandel.

Die Analysten der DZ Bank zeigen sich in ihrem Wochenausblick eher pessimistisch: „Angesichts der Ausgangslage, nach der die Kurse in diesem Jahr in der Spitze um über 25 Prozent angestiegen waren, die bewertungsrelevanten Gewinnschätzungen jedoch stagnierten, dürfte die aktuelle Kursentwicklung kaum überraschen.“ Sie rechnen deshalb kurzfristig mit einer Fortsetzung der Konsolidierung an den europäischen Aktienmärkten. Grundsätzlich sei der Dax im historischen Vergleich nun fair bewertet.

In den USA laufen zum Jahresende Steuererleichterungen aus, gleichzeitig drohen automatische Ausgabenkürzungen, wenn sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Ohne eine Beilegung des Haushaltsstreits könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese sogenannte „Fiskalklippe“ in die Rezession stürzen. „Eine schnelle Aussicht auf Einigung würde einen positiven Impuls aussenden, was jedoch eher unwahrscheinlich ist“, resümieren die Analysten der Landesbank Berlin in ihrem Marktkommentar.

Mit dem Auslaufen der Berichtssaison werden in der neuen Woche wieder Konjunkturdaten die Richtung des deutschen Aktienmarktes beeinflussen.

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Bekommt Griechenland mehr Geld? Wenn ja, wie?

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  • http://thehill.com/homenews/administration/268461-congressional-leaders-deem-cliff-meeting-constructive-say-revenues-on-the-table

    lippenbekenntnisse...

    @bestcase
    die wären am freitag am liebsten ganz ausgeflippt.
    die globale nachrichtenlage war der bremsschuh

  • wieso weichen sie meiner frage aus, indem sie auf eine ominöse seite verweisen die offenbar den stand der schuldenuhr anzeigt?
    p.s. man muss nicht jedem link folgen

  • PS: Eigentlich logisch, aber nur zum besseren Verständnis. Der Long Put ist a-t-m, und der Short Call o-t-m.

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