Dax-Ausblick Euro-Krise bleibt ein Schreckgespenst

Die gescheiterte Regierungsbildung in Athen lässt die Anleger zittern. Eine Pleite Griechenlands wird immer wahrscheinlicher und in Spanien sieht es kaum besser aus. Dem Dax droht eine weitere schwache Handelswoche.
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Die Euro-Krise entfacht wieder ihre destruktiven Kräfte und die Händler können nur hilflos mitzusehen. Quelle: dpa

Die Euro-Krise entfacht wieder ihre destruktiven Kräfte und die Händler können nur hilflos mitzusehen.

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FrankfurtWer in der kommenden Woche auf Aktien setzt, muss starke Nerven haben. Denn die Lage in Europa spitzt sich immer weiter zu und eine Lösung ist nicht in Sicht. In der vergangenen Handelswoche verhielten sich die Anleger entsprechend vorsichtig. Sie griffen überwiegend zu den als sicher geltenden Bundesanleihen. Die Rendite auf zehnjährige deutsche Staatspapiere fiel auf ein Rekordtief von 1,396 Prozent. Das zeigt, dass die Stimmung der Anleger derzeit auf dem Tiefpunkt ist. Ihr Hauptziel ist es, nichts zu verlieren - auch wenn das zur Folge hat, dass sie nichts dazu gewinnen.

Für Kopfschmerzen an den europäischen Finanzmärkten sorgen vor allem Spanien und Griechenland. "Die Krise scheint sich zuzuspitzen. Das übergeordnete Bild an den Märkten wird in den kommenden Wochen sehr, sehr negativ sein", prognostiziert Christian Jasperneite, Volkswirt bei MM Warburg. Sollte es zwischendurch an den Börsen etwas nach oben gehen, sei dies nur eine technische Reaktion auf die vorherigen Verluste. Auch die Analysten der Landesbank Berlin glauben nicht an eine Erholung. "Kurzfristig ist die Chance auf eine nachhaltige Entspannung recht gering", urteilen sie. "Die Volatilität wird aufgrund der immensen Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Schuldenkrise hoch bleiben." In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax mehr als vier Prozent eingebüßt.

An den Märkten kursieren nach wie vor Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nach den Neuwahlen im Juni. Denn sollte bei den Neuwahlen das radikale Linksbündnis Syriza gewinnen, würden die geltenden Verträge zwischen Griechenland, EU und IWF aufgekündigt. Die unmittelbare Folge wäre die Zahlungsunfähigkeit Athens und konsequenterweise der Austritt aus der Euro-Zone. In Handelskreisen wird dieses Szenario mit dem wenig schönen Begriff "Grexit" bezeichnet. Die damit verbundenen Ansteckungsängste werden in der kommenden Woche die Börsen weiterhin volatil halten.

Außerdem geht das Schreckgespenst eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone um. "Wenn Griechenland austreten würde, warum sollte das auch nicht mit Spanien oder Portugal passieren können?", gibt Volkswirt Jasperneite zu Bedenken. Auch bestünde die Gefahr einer Kapitalflucht aus den anderen angeschlagenen Ländern der Euro-Zone. Christoph Weil, Volkswirt bei der Commerzbank, rechnet zwar bei einer Staatspleite Griechenlands und dem Kollaps der dortigen Banken mit heftigen Reaktionen an den Finanzmärkten. Würde aber deutlich, dass Notenbanken, IWF und die Regierungen die Lage in den Griff bekämen, dürfte das Schlimmste schnell überstanden sein. "Möglicherweise würde sich schon bald Erleichterung breitmachen, dass mit Griechenland das größte Sorgenkind die Euro-Zone verlassen hat", schreibt er in einer Studie.

Spanische Banken belasten europäische Finanzwerte
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17 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Euro-Krise bleibt das Schreckgespenst der Finanzmärkte"

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  • Nochmal schnell Brüderchen anrufen, wie man am besten auf fallende Kurse setzt? Wie gesagt - einfach nur lächerlich...

  • Gerade die Versorger werden noch existieren und Dividenden zahlen, wenn der Untote pleite ist / unter der Erde liegt.
    Dax inzwischen prognosegemäß nicht mehr bei 700, sondern bei 500 - lächerlich...

  • Unerträgliches paranoides Geschreibsel. Halte die Wette dagegen: 1 EUR gegen 50 von mir, dass dies nicht eintritt, gerne mit größerem Einsatz.

  • Dass Bundesanleihen negative Nominalrenditen bieten, finde ich eigentlich nicht logisch, da am Ende Deutschland die Schulden aller Europleitekandidaten ganz alleine tragen werden muss. Daher dürfte auch diese Anlageklasse bald crashen und Versicherer und viele liquide Unternehmen, die ihr Geld in Bundesanleihen parken, dürften damit besonders unter den Abschreibungen leiden und es dürfte damit auch eine enorme Pleitewelle über die DAX-Familie hinwegschwappen....
    Aber erstmal zum Anfang. Griechenland dürfte kollabieren, dann dürften die Zinsen von Italien und Spanien auf 50 % hinaufschnellen und diese Staaten würden dann versuchen unter den rettungschrim zu schlüpfen, was aber nicht funktioniert. Frankreich dürfte dann auch in Frage gestellt werden und es dürfte unmöglich werden für Frankreich sich zu refinanzieren, also wird Deutschland ganz alleine für den Euro haften, was natürlich nicht tragbar ist und auch Deutschland wird zusammenbrechen.
    Der DAX wird auf 500 Punkte fallen innerhalb der nächsten 12-18 Monate und viele jahrhunderte alte Traditionsunternehmen in Deutschland dürften damit vom Kurszettel verschwinden.
    Die Eurozone wird die komplette Weltwirtschaft in eine Rezession reißen mit zweistelligen Schrumpfraten und Deflation über jahrzehnte hinweg und unser komplettes Sozialsystem dürfte zusammenbrechen.
    Ja, wir werden keinen Strom mehr bekommen, da die Energieversorger auf Grund der enormen und unverantwortzlichen Verschuldung als eine der ersten Konzerne von der Pleitewelle erfasst werden.
    Ja, der Euro wird untergehen, es ist nur eine Frage der Zeit und dass wir uns auf einem sinkenden Schiff befinden und nicht wahrhaben wollen, dass uns das wasser schon bis zum Halse steht und wir uns in der Schräge kaum mehr aus eigener kraft kaum mehr halten können, ist die andere sache.

  • DM_Stabilitat_Freiheit_Wohlstand

    Könntest du blöder Bot mal aufhören, deinen Müll überall reinzukopieren?

  • Viele Politiker haben es immer noch nicht begriffen: der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

    Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

    1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

    2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

    3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

    4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

    5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

    6. Die Abwertungen, zB der griechischen Drachme und der italienischen Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

    7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

    Deswegen brauchen wir in Deutschland und in Europa unsere eigenen Länderwährungen, um dadurch wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen und unsere politische Freiheit zu retten.

  • Als Aktienbesitzer hab ich aber zumindest die Möglichkeit meine Position "30 Jahre" zu halten. Wie lange kann ein Leerverkäufer seine Position offen lassen? Genau, nur 1 Börsentag lang, oder aber man muss sich die Aktien über eine Wertpapierleihe besorgen.[...].
    Im Übrigen, wer im Herbst letzten Jahres gekauft hat, liegt noch immer zwischen 20-30% im Plus je nach Aktie. Also mal schön locker bleiben.

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • ach übrigens, das Geniale momentan ist: Jeder Aktienbesitzer hatte Dollarzeichen in den Augen, als die Kurse nur so hoch gerannt sind.

    Nun sagen die meisten: ist doch egal, ich habe doch Aktien nicht wegen der Kursgewinne, sonder wegen der Dividende, oder was juckt mich das, ich habe doch 30 Jahre Zeit...und und und.

    Ist natürlich ausgemachter Schwachsinn, da sie den Ausstieg bei 7000 nicht getraut haben. Wie auch, damit waren ja noch nicht einmal die Verluste aus dem Vorjahr ausgeglichen. Ich weiß, ich treffe euch ins Mark...aber die Zeit der Kursgewinne ist für die nächsten Monate vorbei. Also zwei Jahre in Folge ohne Gewinne. Na, habt ihr wirklich die Aktien nur wegen der Dividende? Und habt ihr wirklich alle noch 30 Jahre Zeit? ;-)

    Neuestes Schimpwort 2012: Aktienbesitzer ;-))))

  • Dax 6000 ist doch dss, was alle erwarten und auch sehen wollen. Dann ist die Jahresanfangsrally nämlich Geschichte. Und das, innerhalb von 6 Wochen. So schnell habe es selbst ich nicht erwartet. Mir egal, für meine Begriffe gehört der Dax Richtung 5000. Punkt

  • Sorry, in der momentanen politisch unübersichtlichen Situation ist alles möglich. Aktien sind aber sicherlich ein mittelfristig ganz passabler Wertspeicher. Doch wenn weltweit Chaos ausbricht und wir Weimar II feiern (und danach sieht es leider dank der Naivität der Politik ziemlich aus), dann gibt es auch da keine wirkliche Party. Immobilien und Gold find ich persönlich besser... Immobileien, weil man hier massiv auch mit billigem Fremd- also Bankkapital spekuliert, Gold, weil die Fördermengen derzeit runtergehen und der große Run ins Gold trotz anderslautenden Mainstreampresseverlautbarungen wohl noch bevorsteht.

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