Dax-Ausblick
Fragile Erholung

Der Dax hat in der vergangenen Woche Boden gut gemacht und sogar die 10.000-Punkte-Marke zurück erobert. Doch die Erholung ist fragil. Noch immer sind viele Unsicherheitsfaktoren im Markt. Die neue Woche wird spannend.

DüsseldorfDie Nervosität an den Märkten ist noch immer groß. Die Angst um das Weltwirtschaftswachstum, die Zinswende in den USA, Hiobsbotschaften aus einzelnen Unternehmen, all das lässt Börsianer an der neuerlichen Börsenerholung zweifeln. „Dabei ist die Lage besser als gefühlt“, schreibt Asoka Wöhrmann, Chefanlagestratege der Deutsche Asset & Wealth Management in seinem Ausblick. Das gilt auch für die Weltwirtschaft. „Die Lage mag sich zuletzt eingetrübt haben, doch sie bleibt gut.“ Die Weltkonjunktur bleibe intakt.

In der abgelaufenen Woche hat sich der Dax deutlich von seinem Jahrestief bei 9325 Punkten erholt und sogar die Marke von 10.000 Punkten deutlich überwunden. Am Freitag schloss der Dax zum ersten Mal seit drei Wochen über der Marke mit 10.096 Punkten. Das Plus liegt bei 5,69 Prozent – der größte Wochengewinn seit Dezember 2011. „Die schlechten Konjunkturdaten der vergangenen Wochen haken die Börsen mehr und mehr ab und klammern sich wieder einmal an den Strohhalm Geldpolitik“, erklärte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

Nach zuletzt eher enttäuschenden Daten aus den USA, scheint die Zinserhöhung erst einmal verschoben. Die Politik des billigen Geldes dürfte die Aktienmärkte weiter stützen. „Die geldpolitische Liquiditätshausse beleibt angesichts der Zinsschwäche so etwas wie die Aorta der Aktienmärkte“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Eine Rückkehrt der Geldpolitik zur Normalität ist nicht möglich. Im Gegenteil, eine noch weitere Anomalität ist höchst wahrscheinlich.“

Die Börsenwelt sieht längst nicht mehr so düster aus wie noch in den vergangenen Wochen. Der VW-Skandal, die geplatzt Übernahmen von K+S, die immer neuen Hiobsbotschaften für RWE und Eon – hinter Börsianern liegen turbulente Wochen. Vor allem Dax-Anleger brauchten starke Nerven. Daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern. Die neuerliche Börsenerholung ist fragil.

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