Dax-Ausblick
Für Anleger beginnt die Durststrecke

Wer wegen des geglückten Schuldenschnitts in Griechenland auf Kursgewinne setzt, dürfte in der kommenden Woche enttäuscht werden. Die 7.000-Punkte-Marke könnte sich als hohes Hindernis erweisen.
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Frankfurt, DüsseldorfGut Ding will Weile haben? Der Schuldenschnitt für Griechenland kommt nun tatsächlich. Knapp 86 Prozent der privaten Gläubiger hatten dem Umtauschangebot bis Freitag zugestimmt. Das reicht für das griechische Finanzministerium aus. Investoren, die sich dem Schuldenschnitt bisher verweigert haben, werden nun über die so genannte Umschuldungsklausel CAC zum Mitmachen gezwungen.

Das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket für Griechenland ist bereits auf dem Weg. Am Freitag gaben die Eurostaaten die ersten Milliarden frei. Doch Begeisterung macht sich an den europäischen Börsen nicht gerade breit. Analysten sind sich einig: In Europa gibt es noch genügend Probleme, die noch lange nicht gelöst sind und daher auch die Anleger weiter beschäftigen werden. Erst am späten Freitagnachmittag sprang der Dax über 6.900 Punkte.

„Eine Hürde ist erst einmal genommen. Aber es wäre übertrieben und falsch zu glauben, dass die europäische Schuldenkrise damit beendet ist“, sagt Aktienstratege Carsten Klude.

Euphorie herrsche zwar nicht am Markt, ergänzt Klude, aber: „Die Stimmung an den Märkten ist schon positiv. Nur kann es in dem Tempo, das der Dax zuletzt vorgelegt hat, nicht weiter gehen. Einen großen Rückschlag erwarte ich aber auch nicht.“ Seit Jahresbeginn verbucht der Dax ein sattes Plus von rund 16 Prozent.

Commerzbank-Aktienstratege Markus Wallner rechnet damit, dass sich an den Börsen in der neuen Woche eher wenig tun wird. „Der Aktienmarkt dürfte sich eher seitwärts bewegen, weil nun eine eher nachrichtenarme
Zeit beginnt.“ Gerade nach dem starken Start ins neue Jahr und der Liquiditätsrally sehen auch die Analysten der DZ Bank nicht viel Aufwärtspotenzial für den Dax. Es werde nicht genügend positive Nachrichten geben, um das derzeitie Kursniveau zu halten oder gar zu steigern, schreiben sie in ihrer Wertpapierstrategie.

In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax 0,6 Prozent eingebüßt. Als zur Wochenmitte die Hoffnungen auf eine Umschuldung Griechenlands wuchsen, machte der Leitindex allerdings einen Teil seiner herben Verluste vom Wochenbeginn wieder wett. Bei Handelsschluss am Freitag stand der Dax bei 6.880 Punkten.

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Konjunktur ist in den USA stärker

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  • Eine Durststrecke gäbe es mit Sicherheit dann wenn die Staaten fortan tatsächlich Sparsamkeit walten liessen. Dann würde bei gleichzeitiger Abschwächung der Wirtschaft Geld natürlich "teurer".
    Aber da die Politik alleine eine mögliche Konjunkturdelle mehr fürchtet als der Teufel das Weihwasser... kann man wohl getrost in Sachwerten wie Aktien bleiben so man eine gewisse Volatilität aussitzen kann/ausnutzen will.

    Mittelfristig wird´s also weitergehen wie gehabt: Gewinnmitnahmen sobald das Sentiment "zu gut" ausfällt mit einer kleinen Korrektur als Folge - und wenn das Feeling im Keller ist geht´s wieder schnell nach Oben.
    Freut ja auch den Herrn Finanzminister der sich von den Spekulationsgewinnen eine gehörige Scheibe abschneidet...

  • Was das Handelsblatt schreibt, ist egal. Zwischen DAX-Verlauf und Artikelinhalt besteht keinerlei Korrelation.

  • Ich bin auch der Meinung, daß die 7000 eine große Hürde sind, aber alle Rahmenbedingungen sind positiv um ein überwinden zu ermöglichen. Der Dax hat im Vergleich zum Dow noch einiges nachzuholen und das wird er nun tun. Griechenland spielt dabei keine Rolle mehr. Ist uninteressant für die Weltwirtschaft und wird nun fünf Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Einzig die fälligen Kreditausfallversicherungen können am Anfang der Woche böse zuschlagen, aber vielleicht auch nicht. Insofern ist dies wieder mal ein Artikel aus dem Bärenlager, die den Einstieg verpaßt haben und nun den Markt herunterreden möchten.

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