Dax-Ausblick
Anleger warten auf Yellens Signale

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Hokuspokus an der Börse

Balsam auf die Seelen der Aktionäre. Denn die Bilanz der vergangenen Wochen war alles andere als rosig. „Der deutsche Sommer war nicht schön, auch nicht in puncto Aktien“, bringt es Halver auf den Punkt. „Die Risiken gewannen die Oberhand.“ Donald Trump hatte zwar – auch an den Märkten – eine Menge Vorschusslorbeeren bekommen, lieferte aber nicht. Der starke Euro belastete die deutschen Exportwerte und auch die geopolitischen Spannungen verdarben Börsianern die Laune. Und: „Vor allem wurden ausgerechnet die geldpolitischen Sondereinsatzkommandos, die bislang jede Krise zum Wohle der Aktienmärkte besänftigten, mit einer ungewohnt falkenhaften Rhetorik zu Spielverderbern“, sagt Halver.

Die Folge: Sommer-Blues auf dem Frankfurter Börsenparkett. Zwischen Juni und Ende August gab das deutsche Aktienbarometer mehr als 900 Punkte ab. „Für viele Crash-Propheten scheint dies aber nur die Ouvertüre zu einem von ihnen fast schon sehnsüchtig erwarteten Aktienzusammenbruch gewesen zu sein“, so Halver. Sie argumentieren nicht zuletzt damit, dass sich die Aktienmärkte finanzhistorisch in einer übertriebenen, ungewöhnlich langen, mittlerweile neunjährigen Happy Hour befinden. „Und auch Hokuspokus kommt nicht zu kurz: 2017 sei ein Siebener-Jahr, das vermeintlich für eine Aktien-Krise steht“, ergänzt der Kapitalmarkt-Experte. „Doch Totgesagte leben offensichtlich länger.“ Seit seinem Tiefpunkt bei unter 12.000 Punkten hat sich der deutsche Leitindex wieder deutlich erholt auf über 12.500 Punkte.

Dass er wieder deutlich einknickt, glaubt Halver nicht. „Konsolidierungen ja, Crash nein“, glaubt er. Auch Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe glaubt eher an steigende Aktienkurse. „Der solide Gewinnzyklus erlaubt höhere Aktienkurse im Euro-Raum“ sagt er. „Unser Dax-Ziel von 12.700 Punkten für Ende 2017 könnte leicht überschritten werden.“

Die Bundestagswahl wirft bereits ihren Schatten voraus – allerdings nur einen kleinen. Denn Börsianer erwarten weder bei der Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch bei einem Sieg der SPD unter ihrem Herausforderer Martin Schulz einen drastischen Kurswechsel in der Politik.

Für Impulse dürfte in der neuen Woche vielmehr eine Welle von Konjunkturdaten sorgen. In Deutschland steht am Dienstag der ZEW-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt. Halver erwartet, dass der Index die vormonatliche Schwäche teilweise wieder ausgleichen wird. Am Freitag werden die Barometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager veröffentlicht und am Donnerstag folgen die europäischen Verbraucherpreise. „Die Einkaufsmanagerindizes sollten insbesondere im Euroland die gute Stimmung der Unternehmen bestätigen“, sagt Merck-Finck-Experte Greil. „Aktien aus dem Euroland und damit auch deutsche Werte bleiben weiter attraktiver als die Wall Street.“

Aus den USA kommen unter anderem die Baubeginne (Dienstag). Hier würden sich die Überschwemmungen durch den Wirbelsturm „Harvey“ negativ bemerkbar machen, prognostizieren Analysten. Wegen des Hurrikans „Irma“ sei vorerst auch keine Besserung in Sicht.

Stühlerücken ist in der kommenden Woche im MDax angesagt. Mit Grand City Properties zieht die sechste Immobilienfirma in den Index für mittelgroße Unternehmen ein. Dazu gesellt sich die „neue“ Metro, in der nach der Ausgliederung der Media-Saturn-Gruppe in die Schwesterfirma Ceconomy der Lebensmittel-Groß- und Einzelhandel gebündelt ist. Im SDax debütieren der Lieferdienst Delivery Hero sowie der „Grand City“-Mehrheitseigner Aroundtown. Die Zusammensetzung von Dax und TecDax bleibt gleich.

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Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

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