Dax-Ausblick

Im Bann der Notenbanken

Brexit? War da was? Die Märkte zumindest haben das EU-Referendum der Briten so gut wie abgehakt. In der neuen Börsenwoche rückt die Geldpolitik der EZB in den Fokus. Anleger können auf Fortsetzung der Aktienrally hoffen.
In der neuen Börsenwoche sind alle Augen auf die Notenbank gerichtet. Quelle: dpa
EZB-Zentrale

In der neuen Börsenwoche sind alle Augen auf die Notenbank gerichtet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGerade einmal drei Wochen ist es her, dass die Briten sich für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden haben und die Märkte in heftige Turbulenzen gestürzt haben. Groß war wie Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexits. Doch diese Sorgen scheinen verflogen, zumindest spielen sie eine immer geringere Rolle an den Finanzmärkten.

Von ihren teils zweistelligen Kursverlusten haben sich die europäischen Aktienindizes längst erholt. Der Dax gewann allein in den vergangenen fünf Handelstagen mehr als vier Prozent. Das ist zwar der größte Wochengewinn seit einem Vierteljahr. Vor dem Wochenende ging dem Dax allerdings ein wenig die Puste aus. Nach dem starken Anstieg über die Marke von 10.000 Punkte seien gerade vor dem Wochenende Gewinnmitnahmen verlockend, erklärte Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.

Und von seiner Bestmarke von 12.390 Punkten ist der Dax auch nach dem jüngsten Kursanstieg noch rund 20 Prozent entfernt. Die amerikanischen Aktienmärkte hingegen stürmten in der abgelaufenen Börsenwoche gar von Rekordhoch zu Rekordhoch. „Die Grundstimmung ist positiv“, betont Aktienmarkt-Experte Markus Huber vom Brokerhaus City of London. „Viele Händler sind der Ansicht, dass vor allem die europäischen Aktien noch einiges Aufwärtspotenzial haben.“

Doch noch immer gibt es einige Unsicherheitsfaktoren. „Sicherlich werden die politischen und (finanz-)wirtschaftlichen Börsen ihren Einfluss auf die Aktienmärkte behalten“, ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, überzeugt. „Auch die italienische Bankenkrise birgt latentes Verunsicherungspotenzial.“ Die Argumente Zeitgewinn und uneingeschränkte geldpolitische Rettung, die auch vor Beugung von Stabilitätsregeln nicht Halt macht, würden jedoch von den Finanzmärkten ebenso hoch gewichtet. „Vor diesem Hintergrund zeigt sich der VDax Volatilitätsindex, der die mögliche Dax-Schwankungsbreite für die nächsten 30 Handelstage misst, bereits deutlich risikoentspannter und liegt ohnehin auf vergleichsweise sehr schwachem Niveau“, so Halver.

Hier liegt Apple auf dem letzten Platz

DJ Industrial Average

WKN
ISIN
Börse
IDJ

+53,91 +0,21%
+25.984,90
Chart von DJ Industrial Average
Dow Jones Index
1 von 13

Der deutliche Aufwärtstrend seit 2009 hat sich im wichtigen Dow-Jones-Index zwar verlangsamt, dennoch knackte der Index am 12. Juli den bisherigen Rekordstand vom 19. Mai 2015. Zuletzt konnten amerikanische Aktien davon profitieren, dass die Leitzinsen niedrig sind und der Arbeitsmarkt sich positiv entwickelt.

Im folgenden zeigen wir die sechs besten und sechs schlechtesten Dow-Jones-Werte seit dem 19. Mai 2015, dem vorherigen Rekordstand des Index.

TRAVELERS COMPANIES INC.,THE REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US89417E1091
Börse
L&S

-0,07 -0,06%
+112,67€
Chart von TRAVELERS COMPANIES INC.,THE REGISTERED SHARES O.N.
Travelers Companies
2 von 13

Der Versicherungsanbieter Travelers liegt derzeit in der Gunst von Investoren vorne, seit 2009 zeigt die Aktie eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung mit nur kurzen Unterbrechungen. Im ersten Halbjahr hatten zwar Naturkatastrophen weltweit große Schäden verursacht, die Lust auf das Travelers-Papier verging den Anlegern aber nicht. Die Aktie ist die sechststärkste seit dem Dow-Jones-Hoch 2015. Seine Zahlen für das zweite Quartal präsentiert der Konzern am 21. Juli.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 13,92 Prozent

UNITEDHEALTH GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US91324P1021
Börse
L&S

-0,62 -0,31%
+197,92€
Chart von UNITEDHEALTH GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01
United Health Group
3 von 13

Die Aktie des Krankenversicherers United Health bewegt sich nahe ihres Allzeit-Hochs von 142,96 Dollar. Dem Titel werden von Analysten Aufwärtschancen auch dann eingeräumt, sollte der Gesamtmarkt stagnieren. Seine Zahlen für das zweite Quartal präsentiert United Health am 19. Juli.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 16,02 Prozent

GENERAL ELECTRIC CO. REGISTERED SHARES DL -,06

WKN
ISIN
US3696041033
Börse
L&S

+0,05 +0,35%
+13,30€
Chart von GENERAL ELECTRIC CO. REGISTERED SHARES DL -,06
General Electric
4 von 13

Der Industriekonzern General Electric hat sich aus dem Geschäft mit Finanzdienstleistungen in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt zurückgezogen. Der Fokus des Siemens-Konkurrenten liegt jetzt wieder stärker auf Industrieprodukten wie Gasturbinen, Windrädern oder Flugzeugturbinen. Die Aktionäre begrüßen das und haben die Aktie auf einen Rekordstand getrieben. Seine Zahlen für das zweite Quartal präsentiert GE am 22. Juli.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 17,95 Prozent

JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US4781601046
Börse
L&S

0,00 0,00%
+120,58€
Chart von JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1
Johnson & Johnson
5 von 13

Das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson gehört zu den ganz wenigen Konzernen, deren Kreditwürdigkeit mit der Bestnote „AAA“ bewertet wird. Die Aktie notiert auf Rekordniveau und doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren. Die Analysten der Ratingagentur Fitch glauben auch an den langfristigen Geschäftserfolg. Seine Zahlen für das zweite Quartal präsentiert Johnson & Johnson am 19. Juli.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 18,2 Prozent

HOME DEPOT INC., THE REGISTERED SHARES DL -,05

WKN
ISIN
US4370761029
Börse
L&S

+0,46 +0,28%
+164,86€
Chart von HOME DEPOT INC., THE REGISTERED SHARES DL -,05
Home Depot
6 von 13

Die Baumarktkette Home Depot gehört zu den Top-Werten im Dow Jones. Im ersten Quartal (bis Ende April) hatte das Unternehmen einen Umsatz von 22,7 Milliarden Dollar gemeldet, fast neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal legt der Konzern am 16. August vor.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 20,03 Prozent

MCDONALD S CORP. REGISTERED SHARES DL-,01

WKN
ISIN
US5801351017
Börse
L&S

+0,91 +0,64%
+143,92€
Chart von MCDONALD S CORP. REGISTERED SHARES DL-,01
McDonald's
7 von 13

Die Fast-Food-Kette McDonald's ist der beste Wert im Dow Jones seit dem letzten Rekordstand des Index vor mehr als einem Jahr. Das Unternehmen baut derzeit unter anderem sein Konzept und gliedert 4000 selbst betriebene Filialen in Franchise-Unternehmen aus. Seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal legt der Konzern am 26. Juli vor.

Performance seit 19. Mai 2015: plus 21,4 Prozent

Ob die Rally weitergeht, hängt nicht zuletzt von den Notenbanken ab, die die Märkte noch immer mit billigem Geld fluten. Mit Spannung warten Anleger auf die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die unverändert niedrige Inflation und eine mögliche Beeinträchtigung der Wirtschaft durch den Brexit hatten in den vergangenen Wochen Spekulationen auf zusätzliche Geldspritzen geschürt.

Bislang pumpen die Währungshüter monatlich 80 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um die heimische Konjunktur anzukurbeln und die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abzuwenden.

Eine Ausweitung dieses sogenannten „Quantitative Easing“ (QE) sei vorerst nicht zu erwarten, sagt Commerzbank-Analyst Michael Schubert. Er erwartet, dass die EZB stattdessen wohl dazu übergehen werde, künftig auch Staatsanleihen mit einer Rendite unterhalb des Einlagenzinses von minus 0,4 Prozent zukaufen. Derzeit liegen sämtliche Papiere des Bundes mit einer Laufzeit bis einschließlich sieben Jahren unterhalb dieser Schwelle und sind damit für die EZB tabu.

„Die Alternativen wären deutlich problematischer“, so Schubert. Kaufe die EZB mehr Titel einzelner Emissionen, fielen deren Renditen weiter und damit auch diese Titel aus QE heraus. Und eine Abkehr von der aktuellen Verteilung der Gewichtung - die EZB kauft Bonds eines Landes abhängig von der Höhe des Eigenkapitals, welches ein Staat der Notenbank zur Verfügung stellt - sei nicht durchsetzbar.

Bilanzsaison nimmt Fahrt auf
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