Dax-Ausblick Ist die Jahresendrally abgesagt?

Mit großen Kurssprüngen rechnen Experten vor Heiligabend nicht mehr, eher mit vorweihnachtlicher Ruhe. In den Kalendern stehen nur noch wenige Termine – diese könnten allerdings für den einen oder anderen Impuls sorgen.
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Die Handelstage vor Weihnachten dürften eher besinnlich werden. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Die Handelstage vor Weihnachten dürften eher besinnlich werden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSo recht in Fahrt kommen wollte der Dax zuletzt nicht. Und nun moderieren auch die ersten Experten die eigentlich obligatorische Jahresendrally ab. Einer von ihnen ist Heinz-Gerd Sonnenschein. „Eine Jahresendrally erwarte ich nicht mehr, dafür sind wir dieses Jahr schon zu weit geflogen“, sagt der Postbank-Aktienstratege. Immerhin hat der Dax in diesem Jahr bisher rund 14 Prozent zugelegt. In der vergangenen Woche kam er allerdings nicht vom Fleck. Und auch auf Sicht von einem Monat liegt das Plus gerade mal bei knapp 0,3 Prozent. Eine Rally sieht anders aus.

In der letzten Handelswoche vor Heiligabend sollte es an den Börsen eher besinnlich zugehen. Vorweihnachtliche Ruhe statt rauschender Party. Experten erwarten keine großen Kurssprünge mehr, die Terminkalender sind nur noch spärlich gefüllt. Selbst aus den USA, wo die größte Steuerreform seit drei Jahrzehnten verabschiedet werden soll, wird es nach Ansicht von Sonnenschein kein Störfeuer mehr geben.

Aber sie könnte für positive Impulse sorgen, glaubt Commerzbank-Chefanlagestratege Chris-Oliver Schickentanz. „Nachdem die wichtigen Notenbanksitzungen vorüber sind und die starken Konjunkturdaten den Kapitalmärkten zuletzt keine Impulse mehr verleihen konnten, hängt es wohl an der Durchführung der US-Steuerreform, ob die Aktienbörsen noch zu einer späten Jahresendrally ansetzen“, sagt er. Und auch  Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers ist überzeugt: „Das meiste Potenzial für einen letzten Aktienschub nach oben birgt 2017 noch eine Finalisierung der US-Steuerreform.“

Börsianer werden die Abstimmung über das Gesetzespaket deshalb auch mit Spannung verfolgen. Repräsentantenhaus und Senat müssen den von Präsident Donald Trump auf den Weg gebrachten Plänen noch zustimmen, die unter anderem massive Steuersenkungen für Unternehmen vorsehen. Zwei Senatoren forderten aber bereits Änderungen. Zum Wochenausklang hatten Spekulationen für Unruhe an den Börsen gesorgt, dass das Projekt auf der Zielgeraden noch scheitert.

Am Ende würden die Börsen aber auch einen Rückschlag für Trump abhaken und zur Tagesordnung übergehen, ist sich Postbank-Experte Sonnenschein sicher. Investoren setzen darauf, dass die Steuerreform Bürgern und Unternehmen Einsparungen in Milliardenhöhe bringt. Deutsche Exporteure befürchten dagegen, dass sich ihre Waren in den USA verteuern.

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