Dax-Ausblick
Ist die Rally schon vorbei?

Vor dem Wochenende gab es an den Börsen einige Verluste zu verzeichnen. In der kommenden Woche werden kaum marktrelevante Nachrichten erwartet, dennoch haben Analysten klare Erwartungen für das Jahresende.

FrankfurtViel Zeit bleibt für eine ordentliche Jahresendrally nicht mehr. Doch etliche Anleger dürften dieser Tage schon zufrieden sein, wenn sich die Aktienkurse zumindest einigermaßen stabil halten. Nachdem monatelang über die weitere Zinsstrategie und die Politik der Notenbanken spekuliert wurde, scheint immerhin diese Unsicherheit nun passé. Doch völlig überwunden haben Anleger ihre Skepsis auch jetzt nicht. Sie rätseln bereits darüber, mit welcher Geschwindigkeit die US-Notenbanker wohl die Zinsen erhöhen werden.

Neben dem Wirtschaftswachstum rücke das Thema Inflation in den Mittelpunkt, sagte Tobias Basse von der NordLB. Es müsse beobachtet werden, ob sich die US-Notenbank in ihrer Geldpolitik eher an der Gesamt-Teuerung orientiere, die derzeit durch den niedrigen Ölpreis gedämpft wird, oder an der Kernrate ohne die stark schwankenden Kosten für Energie und Lebensmittel orientieren.

Der Ölpreis war auch einer der Faktoren, die zum Ende der vergangenen Handelswoche für Kursverluste sorgten. Der deutsche Leitindex war mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 10 608 Punkten aus dem Handel gegangen. An der Wall Street hatte der Dow Jones sogar 2,1 Prozent auf 17 129 Punkte eingebüßt.

Die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot hatte die Ölpreise am Freitag deutlich gedrückt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zwischenzeitlich nur noch 36 Dollar. Der Preis für die US-Sorte WTI lag zeitweise sogar unter 36 Dollar.


Für Unruhe hatte kurz vor dem Wochenende zudem der sogenannte Hexensabbat gesorgt. Vier Mal jährlich laufen Terminkontrakte aus. Die Tage sind meist von starken Kursschwankungen geprägt, weil Marktteilnehmer die Kurse von Papieren, auf die sie Derivate besitzen, in die gewünschte Richtung treiben wollen.

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