Dax-Ausblick

Keine Frühlingsgefühle bei Dax-Anlegern

Die Berichtssaison, von der sich Dax-Anleger entscheidende Impulse verhoffen, läuft weiter auf Hochtouren. Außerdem schauen Anleger gespannt auf die Wahlen in Frankreich und Griechenland.
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Ein Händler an der Frankfurter Börse: Die Berichtssaison geht weiter. Dax-Anleger warten gespannt. Quelle: dpa

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Die Berichtssaison geht weiter. Dax-Anleger warten gespannt.

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Der Wonnemonat Mai wird wohl auch in der neuen Woche seinem Namen keine Ehre machen - zumindest für die Anleger an den europäischen Börsen bringt er bisher wenig Erfreuliches. Von der Kauflust, die zu Jahresbeginn die Börsen nach oben trieb, ist nichts mehr zu spüren. Ernüchterung ist eingekehrt: Die Politik und die Euro-Schuldenkrise werden die Börsen auch in der neuen Woche fest im Griff haben, denn in Frankreich und Griechenland wird am Sonntag gewählt. Die Anleger dürften daher Vorsicht walten lassen.

"Wir gehen vor dem Hintergrund der markanten politischen Unsicherheit, sich eintrübender Konjunkturperspektiven und der Schuldenkrise in nächster Zeit von einer stark schwankenden, eher abwärts gerichteten Börsenphase aus", prognostizieren die Analysten der Landesbank Berlin (LBB).

Auch Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank äußert sich vorsichtig: "Die Belastungsfaktoren überwiegen im Moment, aber einen Einbruch sehe ich nicht, eher eine Korrektur." Bisher hat sich die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away", also im Mai Aktien zu verkaufen und sich dann vom Markt zu verabschieden, schon bewahrheitet. In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax zwei Prozent verloren. Am Freitag Nachmittag haben schlechte US-Arbeitsmarktzahlen den deutschen Leitindex stark belastet, er verabschiedete sich zwei Prozent tiefer bei 6561,47 Punkten ins Wochenende.

Showdown in Paris und Athen
Am Wochenende stehen zwei politische Top-Ereignisse auf der Agenda, die auch an den Börsen nicht spurlos vorüber gehen dürften: In Griechenland wird ein neues Parlament gewählt, und in Frankreich geht die Präsidentschaftswahl in die zweite und entscheidende Runde.

"Ein Wahlsieg des sozialistischen Kandidaten Francois Hollande dürfte in den Kursen weitgehend schon enthalten sein", sagt Aktienstratege Sonnenschein. In Umfragen liegt der Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy vorne.

Spannend dürfte auch die Wahl in Griechenland sein. Es wird damit gerechnet, dass die Griechen den beiden großen Parteien Neue Demokratie (ND) und Pasok die Quittung geben werden für ihren rigiden Sparkurs. Profiteure der Wahl werden wohl zahlreiche kleinere Parteien sein, die teilweise radikale Positionen vertreten.

Zuletzt hatte in den Umfragen die konservative ND unter Antonis Samaras mit gut 20 Prozent die Nase vorn, weil die Sozialisten unter dem ehemaligen Finanzminister Evangelos Venizelos noch stärker an Popularität eingebüßt haben. "Sollte die aktuelle Koalition nicht weiterregieren können, steigt das Risiko von Rückschritten im Reform- und Sparprozess", schreiben die Analysten der LBB.

Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren
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14 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Keine Frühlingsgefühle bei Dax-Anlegern"

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  • "Was ich immer noch nicht verstehe, warum die deutschen Aktienkurse zwei- anstatt dreistellig sind."

    Sie meinten wohl einstellig? Weil wir im DAX 3 Werte haben, die dreistellig sind?

    "Wo ist denn das ganze Rettungsgeld hingekommen? Legen die tatsächlich das Geld weiterhin in Staatsanleihen an oder wo befinden sich die Billionen oder sind es noch Milliarden????"

    Das Geld ist wieder bei der EZB. Die Banken haben am Martk ihren Deal gemacht. Ich hoffe, das überrascht sie jetzt nicht?

  • also für bmw und vw mag das ja stimmen, für den Rest ja nicht. Aber eben diese Divergenz zeigt doch einmal wieder die amageddonische charttechnische Verfassung unseres Leitindexes, der die den Kursausfall des Dows sogar noch vervielfacht....

  • perfekt, besser hätte ich es nicht schreiben können. wir sind uns hier doch alle einig, das der Dax weiter fallen wird. Sie sind unser Anführer.

  • überleben dürften das Amageddon des Euros nur Unternehmen mit einer starken Marke und einer soliden Bilanz wie Adidas, Basf, Bayer, Beiersdorf, Henekl, Fresenius, VW, evtl. noch Deutsche Post, aber uch deren Kurse dürften wegen der enormen Abschreibungen bis zu 90% unter dem aktuell in der Bilanz stehenden Eigenkapital fallen. Der Dax wird seinen Tiefpunkt weit unter 1000 Punkten aber schon in 1-2 Jahren finden, ehe die Chinesischen Unternehmen und Dubai die Insolvenzmasse von 3/4 der Daxkonzerne zerlegen wie Aasgeier. Schließlich ist die Charttechnik im DAX derart desaströß, dass es unter 6400 Punkten keinerlei Haltelinien mehr gibt, sonder eine derartige Stoploskaskade, dass der Verfall immer schneller geht, je tiefer der Dax einbricht und die dutschen Standardwerte um ein zigfaches lerverkauft werden, also eine extreme Ausprägung der naked short sells.

  • Sie haben ja so recht. lange nicht mehr so viel Verstand hier gelesen. Bitte mehr, Sie scheinen echt Ahnung zu haben!!!

  • Witzbold. Das glaubt Ihnen hier keiner mehr. [...]

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Vola ist für Short-Positionen nicht relevant. Wenn schon, dann eher positiv. Nur wenige Short-Posis wetten auf Leerverkäufe. Und das soll verboten werden? Eher wird der Erwerb von Aktien verboten. Sie haben wohl die vielen Hedgefonds vergessen? Ungefähr die Hälfte der Börsenteilnehmer wettet auf fallende Kurse. Warum soll man das verbieten? Nur weil die dämlichen Aktienbesitzer den Hals nicht vollkriegen, nie verkaufen und die Shortys ihnen obendrein noch in die Suppe spucken?

    Ach und Aktien sind jetzt noch billig? Schauen Sie sich mal die Autowerte, die Versorger und die Energietitel an (ungefähr 75% vom DAX) und klicken Sie mal auf 5-Jahreschart. Wir sind bereits auf dem Höchstand. Also wachen Sie auf und erkennen Sie die Wirklichkeit. Und steigen Sie aus, falls Sie wirklich Aktien besitzen. [...]

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Der Dax wird am Montag das letzte Mal in diesem Jahrzehnt über 6000 Punkten schließen, wenn auch nur mit Müh und Not, die Münchener Rück am Dienstag das letzte Mal in ihrer Unternehmensgeschichte einen Quartalsgewinn ausweisen. Der Euro wird untergehen und mit ihm 23 Dax Unternehmen. Sämtliche Banken und Versicherungen werden noch dieses Jahr unter der Last der CDS ubd abzuschreibenden spanischen, französishen und italienischen Staatsanleihen zusammenbrechen und von der Bafin in einer Bad Bank noch über Jahrzehnte wie die HRE abgewickelt werden. Die Aktionäre werden über kurz oder lang komplett enteignet werden, die Sparer ebenso, denn die Einlagensicherung reicht nur für eine kleine Privatbank. Das ist so wie wenn man die Titanic mit einer einzigen Luftmatratze als Rettungsboot auf hohe See geschickt hätte. Shorten bringt nur die nächsten Wochen was, Puts auch. Und man muss schnell sein, denn die Gegenseite wird diese Produkte nicht mehr bei Falligkeit auszahlen könnem! Viel Glück wuünsh daher noch denen die auf dem sinkenden Schiff vergebens auf Rettung warten...

  • @Hamburger: Warten wir doch mal die Zeiten mit niedriger Volatilität ab. Short ohne Volatilität ist wie Drache ohne Wind. Übrigens sind Shorts quasi Leerverkäufe und hoffentlich bald verboten, dann heisst es die Shorts durch Aktien zu decken, also besser gleich damit eindecken solange noch so billig.

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