Dax-Ausblick: Liefert die EZB oder nicht?

Dax-Ausblick
Liefert die EZB oder nicht?

Börsianer gehen davon aus, dass EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag eine weitere Lockerung der Geldpolitik verkündet. Die Erwartungen sind hoch, entsprechend hoch ist die Gefahr, dass sie nicht erfüllt werden.

DüsseldorfSuper-Mario alias Mario Draghi soll es mal wieder richten. In der kommenden Woche dürfte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) über das Auf und Ab der Aktienmärkte entscheiden. „Die Notenbank hat für die März-Sitzung eine Neubewertung der geldpolitischen Ausrichtung angekündigt“, sagt Ulrike Kastens, Volkswirtin bei Sal. Oppenheim. „Dementsprechend hoch sind die Erwartungen der Marktteilnehmer.“

Unter Börsianern gilt als sicher, dass die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, um die Konjunktur anzukurbeln. Enttäuscht Draghi die Märkte, drohen weitere Turbulenzen. Vielleicht kommt es sogar zu einem Kurssturz wie nach der EZB-Sitzung im Dezember.

Die Anspannung ist groß. „Daher werden sich die Anleger vorher sicher zurückhalten, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden“, sagt Heinz-Gerd Sonnenschein, Aktienstratege der Postbank. In der abgelaufenen Woche hat die Hoffnung der Anleger auf eine kräftige Geldspritze der EZB für gute Stimmung an den Märkten gesorgt. Der Dax kletterte um gut drei Prozent auf mehr als 9800 Punkte. Damit summiert sich das Plus seit Mitte Februar auf etwa zwölf Prozent. Das Minus im laufenden Jahr ist damit auf gut neun Prozent zusammengeschmolzen.

Wie es weiter geht, hängt nun einmal mehr von der EZB ab. Kastens erwartet, dass die EZB ihre Erwartungen an das Wachstum, vor allem aber an die Inflation reduzieren wird. Hauptgründe seien die anhaltende Schwäche in den Entwicklungsländern sowie der Ölpreisverfall. Auch für das Jahr 2018 dürften die EZB-Volkswirte eine Verfehlung der Inflationsziels prognostizieren, ist die Volkswirtin überzeugt.

Frank Engels, leitender Fondsmanager der Union Investment, erwartet deshalb eine „Draghi-Trilogie der Lockerungsmaßnahmen“. Er setzt auf einen Dreiklang aus Zinssenkung, Ausweitung der Wertpapierkäufe und neuen Billigkrediten für die Geschäftsbanken. Dabei dienten die beiden letzteren Schritte dazu, die Belastungen durch die erstere Maßnahme abzufedern.

Wenn die EZB den Zins für Einlagen bei der Notenbank wie von Experten erwartet um 0,2 Prozentpunkte auf minus 0,5 Prozent senkt, müssen die Geldhäuser höhere Gebühren zahlen, um überschüssiges Geld bei der EZB zu parken. Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert kann sich auch einen gestaffelten Einlagezins vorstellen. Dabei müssten Geschäftsbanken bis zu einem bestimmten Betrag eine geringere oder gar keine Strafgebühr zahlen.

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