Dax-Ausblick Nervöser Blick auf den Bremspunkt der Fed

Wie lange halten die Notenbanken an ihrer Niedrigzinspolitik fest? Daten vom Arbeitsmarkt und der Konjunktur sollten Anleger in der nächsten Börsenwoche genau beobachten. Ebenso den Start der Berichtssaison.
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Händler in Frankfurt: Wie schon am Freitag werden auch in der nächsten Woche US-Konjunkturdaten im Fokus stehen. Quelle: ap

Händler in Frankfurt: Wie schon am Freitag werden auch in der nächsten Woche US-Konjunkturdaten im Fokus stehen.

(Foto: ap)

FrankfurtDie schwachen US-Arbeitsmarkt haben die Anleger mit einem Fragezeichen zurückgelassen. Der am Freitag veröffentlichte amtliche Bericht bringt die Börsianer vor die entscheidende Frage, wie schnell die US-Notenbank ihre Konjunkturmaßnahmen zurückfahren wird. Wie sich die überraschend schwachen Zahlen kurzfristig auf die Notenbank auswirken werden, da gingen die Meinungen unter den Experten auseinander.

„Die niedrige Zahl der neuen Jobs ist nach den guten Vormonatsdaten eigentlich nicht zu erklären“, sagte Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus. „Es handelt sich offensichtlich um einem Ausrutscher, den man nicht überbewerten sollte.“ Die Fed werde sich deswegen sicherlich nicht von ihrer derzeitigen geldpolitischen Strategie abbringen lassen.

Andere Experten zeigten sich anderer Meinung. So entgegnete Erik Welne, Marktanalyst bei FXCM mit Skepis: Die schlechten Arbeitsmarktdaten dürften die Fed zu einer abwartenden Haltung zwingen. „Das Tapering dürfte im Februar nicht weitergeführt werden“, sagte er. In der nächsten Woche stehen vor allem weitere US-Konjunkturdaten im Fokus, die den Akteuren ein genaueres Gesamtbild vermitteln.

Diese Aktien starten durch

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,04 -0,39%
+8,87€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank: Anleger hoffen auf Besserung
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Commerzbank: Anleger hoffen auf Besserung

Zu den Sorgenkindern gehörte häufig die Commerzbank. Deren Titel erfreuen sich derzeit bei Anlegern großer Beliebtheit. Die Investoren hoffen darauf, dass das Geschäft mit reichen Privatkunden wächst, auch weil sich einige Schweizer Institute aus dem Land verabschieden. Am Dienstag kam ein Schub dazu, weil man an der Börse erleichtert auf die Pläne der EU zur Beschränkung des Eigenhandels reagierte. Die Pläne waren offenbar milder als befürchtet ausgefallen. Allein an diesem Tag legte die Commerzbank sechs Prozent zu und schob sich an die Spitze im Dax.

Kursentwicklung 1 Woche: + 12 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,42 -1,83%
+22,58€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S: US-Geschäft gefällt Börsianern
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K+S: US-Geschäft gefällt Börsianern

Lange wegen Problemen im Markt von Investoren gemieden, ist die Aktie des Düngemittelherstellers K+S zuletzt auf Erholungskurs gegangen. Der Konzern stellt auch Auftausalz her – ein Produkt, das derzeit insbesondere in den USA sehr gefragt ist. So sorgt der eisige Winter dort bei K+S für steigende Kurse. Die Aktien verbuchten allein am Mittwoch ein Plus von mehr als drei Prozent und standen damit an der Dax-Spitze.

Kursentwicklung 1 Woche: + 7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

-1,35 -1,54%
+86,13€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF: Analysten erwarten hohe Gewinne
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BASF: Analysten erwarten hohe Gewinne

Die Konjunktur in Europa und Asien wird sich erholen – davon gehen jedenfalls die Analysten der UBS aus. Als einen Profiteur der Entwicklung machen sie den Chemiekonzern BASF aus; sie erwarten ein robustes Gewinnwachstum und setzten die Titel auf ihre „European Key Call List“. Davon profitierten am Dienstag die BASF-Aktien; sie legten fast drei Prozent zu. Allerdings hielt dieser Schwung nicht; offenbar bleiben Investoren eher zurückhaltend.

Kursentwicklung 1 Woche: + 2 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

-0,28 -0,39%
+70,88€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess: Schwacher Jahresauftakt
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Lanxess: Schwacher Jahresauftakt

Eher schwach startete die Aktie des Spezialchemiekonzerns Lanxess ins Jahr, dessen Aktie im vergangenen Jahr zu den Schlusslichtern an der deutschen Börse zählte. Sie hatten fast 27 Prozent an Wert eingebüßt. Am Mittwoch rutschten die Titel mit einem Minus von 1,5 Prozent ans Dax-Ende; im Wochenverlauf schafften sie kaum ein Plus. Wegen gesunkener Preise stand die Chemiebranche unter Druck; die Aussichten für dieses Jahr seien auch weiterhin nur verhalten, sagen Beobachter.

Kursentwicklung 1 Woche: + 1 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

-0,15 -0,08%
+181,90€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück: Sturmschäden verunsichern Anleger
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Münchener Rück: Sturmschäden verunsichern Anleger

Schlecht ins Börsenjahr kam die Aktie des Rückversicherers Münchener Rück. Am Mittwoch verloren die Papiere 1,7 Prozent. Die Experten des US-Versicherungsmaklers Aon Benfield hatten am Dienstag die volkswirtschaftlichen Schäden, die die Stürme "Xaver" und "Dirk" in Europa 2013 angerichtet hatten, auf zusammen mindestens 1,65 Milliarden Euro veranschlagt. Das belastet auch den deutschen Konzern.

Kursentwicklung 1 Woche: - 1 Prozent

MCKESSON EUROPE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CLS1001
Börse
HAM

0,00 0,00%
+26,20€
Chart von MCKESSON EUROPE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Celesio: Übernahmeofferte weckt Kursfantasie
6 von 15

Celesio: Übernahmeofferte weckt Kursfantasie

Eines der großen Börsenthemen der Woche war die Übernahmeschlacht um den Pharmahändler Celesio. Der US-Wettbewerber McKesson will Celesio schlucken, muss allerdings den US-Hedgefonds Elliott zur Zustimmung zu der sechs Milliarden Euro schweren Transaktion bewegen. Mit einer Offerte von 23 Euro pro Aktie löste McKesson am Mittwoch ein Kursfeuerwerk aus; die Celesio-Aktie gewann neun Prozent. Am Donnerstag gab es einen Dämpfer – die weitere Aufstockung um 50 Cent fiel geringer aus, als Börsianer spekuliert hatten.

Kursentwicklung 1 Woche: + 7 Prozent

GERRY WEBER INTERNATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0003304101
Börse
Xetra

-0,10 -1,51%
+6,51€
Chart von GERRY WEBER INTERNATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gerry Weber: Zahlen kommen gut an
7 von 15

Gerry Weber: Zahlen kommen gut an

In der Spitze acht Prozent legten am Donnerstag die Aktien des Modekonzerns Gerry Weber zu. Sie reagierten damit auf das Umsatzplus im vierten Quartal. Die Kennziffern seien überzeugend ausgefallen, kommentierte Lars Lusebrink vom Analysehaus Independent Research die Bilanz. Er hob seine Prognosen für den Gewinn je Aktie der Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14 an. Andere Aktienstrategen reagierten ähnlich.

Die Aktienrally wird dank der anhaltenden Geldflut der Notenbanken in der neuen Börsenwoche voraussichtlich weitergehen. „Die Stimmung bleibt gut“, fasst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank zusammen. Von Seiten der Zentralbanken habe es bislang kein Störfeuer gegeben, womit der Weg für neue Höchststände frei bleibe. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt bekräftigt, dass trotz der langsamen Wirtschaftserholung in Europa noch zahlreiche Risiken vorhanden seien.

Deshalb werde die EZB noch für längere Zeit die Zinsen nicht anheben und die Märkte mit billigem Geld versorgen. „Gute Voraussetzungen für einen freundlichen Aktienmarkt - und das trotz der sehr guten Entwicklungen im vergangenen Jahr“, sagen die Strategen der Weberbank.

2013 hatte der deutsche Leitindex rund 26 Prozent zugelegt, deshalb hatten Investoren zu Jahresanfang erst einmal Gewinne mitgenommen. In der zu Ende gehenden Woche gelang dem Dax bis zum Freitagabend bei einem Stand von 9469 Punkten dann wieder ein Plus von 0,4 Prozent.

Die begonnene Reduzierung der Anleihekäufe der US-Notenbank Fed haben die Anleger bislang gut weggesteckt. Das Handeln der Notenbank stärkt Strategen zufolge die Hoffnung auf ein schwungvolles Wirtschaftswachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft und macht riskantere Anlagen wie Aktien attraktiv. Auch wenn die überraschend schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen die Konjunkturhoffnung etwas dämpften.

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