Dax-Ausblick: Neuer Nebel für die Anleger

Dax-Ausblick
Neuer Nebel für die Anleger

Der Dax hat eine recht ordentliche Woche hinter sich. Anstehende Konjunkturdaten könnten das Bild aber wieder eintrüben. Warum sich Anleger auf eine Verschnaufpause einstellen sollten.

FrankfurtVerlieren die Notenbanken ihre Strahlkraft? Diese Frage treibt Investoren um. So verfielen die Märkte erst einen Tag nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Euphorie – und lange hielt sie nicht. Bereits am vergangenen Dienstag ging es für den Dax wieder leicht nach unten, obwohl die EZB ein wahres Feuerwerk gezündet hat: Die Leitzinsen für kurzfristige Ausleihungen wurden auf null gesenkt, Banken bekommen neue sehr günstige Langfristkredite, müssen aber für Übernachteinlagen bei der EZB einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Zudem stockt die EZB ihr Anleihekaufprogramm ab April um 20 Milliarden auf 80 Milliarden Euro auf und will zudem ab Ende des zweiten Quartals Unternehmensanleihen kaufen.

Unter dem Strich verbuchte Deutschlands Börsenbarometer Nummer 1 zwar ein Wochenplus von immerhin 1,2 Prozent und legte dabei an drei von fünf Handelstagen zu. Die Marke von 10.000 Punkten übersprang der Dax aber nur kurz und schloss am Freitag mit 9.951 Zählern. „Die Märkte lassen sich nur noch sehr kurzfristig von den Notenbanken beeindrucken“. meinen dazu die Experten der DZ Bank. Denn auch der „Fed-Effekt“ verpuffte rasch.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen, aber auch die internen Prognosen für weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr auf zwei von vier gesenkt. Nach dem verbalen Rückzug der Fed wertete der Euro zum Dollar ordentlich auf – das belastete die Aktien der exportlastigen Unternehmen in Deutschland und ganz Europa.

Ein „Luftholen des Marktes“ ist nach Ansicht der DZ Bank vor diesen Hintergründen in den nächsten Tagen nicht auszuschließen – das heißt, der Dax könnte kurzfristig noch etwas fallen. Ralf Zimmermann, Aktienstratege beim Bankhaus Lampe sieht das ähnlich. Auch wenn der Dax inzwischen wieder knapp 14 Prozent über seinem Jahrestief von Mitte Februar notiert, sei der Blick in die Aktienzukunft „noch nicht wieder ungetrübt“.

Skepsis ist für Zimmermann vor allem mit Blick auf die „nach wie vor fragile Konjunktur“ angebracht. Vor diesem Hintergrund dürften Anleger in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten besonders aufmerksam beobachten – zumal dort einige mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex, dem ZEW- Konjunkturumfrage und den Einkaufsmanagerindizes des Informationsdienstes Markit wichtige Frühindikatoren anstehen.

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Rückenwind vom Devisenmarkt lässt nach

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