Dax-Ausblick
Nicht mehr als ein kräftiges Unwetter

Vor dem griechischen Referendum halten sich Anleger zurück. Am Montag dürfte es umso turbulenter werden: Ein Ja zum Reformpaket würde für Erleichterung sorgen, ein Nein dagegen für ein kurzes, aber heftiges Gewitter.
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FrankfurtBei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 40 Grad freuen sich viele Deutsche, am Wochenende nur die Füße hochlegen zu können.  Auch wenn die Hitze in den nächsten Tagen anhalten dürfte, warnen die Wettervorhersagen bereits auch vor Unwettern.

Ähnliches dürfte den Anlegern bevorstehen. Vor dem griechischen Referendum genossen sie daher offenbar die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Dax und Euro traten am Freitag weitgehend auf der Stelle. Am Ende ging es leicht runter für den Frankfurter Leitindex. An der Wall Street wurde wegen eines Feiertags erst gar nicht gehandelt.

Alle, so scheint es, warten zunächst die Entscheidung in Griechenland ab. Die Bevölkerung soll darüber abstimmen, ob sie die Reformvorschläge der Euro-Partner im Gegenzug für weitere Geldhilfen annehmen wollen. Die Regierung selbst wirbt für eine Ablehnung.  Dennoch sagen die Wahlumfragen bislang ein knappes  Ja zu dem Reform-Paket voraus.

Stimmen die Griechen tatsächlich mit Ja, wird es wohl zu einer Erleichterung kommen. Denn die Verhandlungen über weitere Geldspritzen an das kriselnde Land würden merklich einfacher. Die sommerliche Stimmung dürfte dann auch auf die Börse abfärben. „Doch selbst wenn das Referendum in Griechenland ein Nein zum Euro als Ergebnis hat, wird es zwar kurzfristig zu höherer Volatilität kommen“, betonte Credit Suisse-Kapitalmarktexperte Joachim von der Goltz. Mehr als ein kräftiges Gewitter dürfte es aber nicht geben. Die Märkte dürften auf alle Eventualitäten inzwischen weitgehend vorbereitet sein.

„Kurzfristig gibt es zwar noch zu viele Fragezeichen hinsichtlich des weiteren Fortgangs der Verhandlungen, sodass weitere Kursschwankungen wahrscheinlich und der Zeitpunkt für einen Kauf von Aktien verfrüht erscheint“, heißt es denn auch im Wochenausblick der DZ Bank. Sobald sich die Gemengelage aufklärt, sehen „wir gute Chancen für Aktienkäufe“, schreiben die Experten. Das große Bild für Dividendenpapiere bleibe unverändert bestehen: Niedrige Zinsen und ein stabiles Weltwirtschaftswachstum seien geeignet, die Kurse für Aktien weiter anzutreiben.

Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp hält einen Abwärtstrend im Dax trotz Grexit-Risiko für unwahrscheinlich. Bei 11 000 Punkten habe der deutsche Leitindex eine starke fundamentale Unterstützung. Unter anderem sieht er bereits einen deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber dem S&P 500. Zudem würde ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone die Investoren nicht unvorbereitet treffen.

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Der Euro zeigt sich wenig beeindruckt

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