Dax-Ausblick
Notenbanken federn Unsicherheiten ab

Die Notenbanken stabilisieren mit ihren Anleihekäufen zwar die Märkte, mit kurzfristigen Rückschlägen müssen Anleger nächste Woche dennoch rechnen. Vor allem der Korea-Konflikt und die US-Bilanzsaison machen Sorgen.
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FrankfurtKonjunkturunsicherheit, Euro-Krise, Korea-Konflikt - die Schlagzeilen, die derzeit die Nachrichten beherrschen, machen alles andere als gute Laune. Der Dax steigt trotzdem - in der abgelaufenen Woche um 1,1 Prozent auf 7774 Zähler. Und auch in der neuen Woche sehen Marktbeobachter kein größeres Rückschlagspotenzial für den deutschen Aktienmarkt. „Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken dürften den Leitindex tendenziell weiter stützen“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB.

In den USA, Japan und Großbritannien stabilisieren die Notenbanken mit dem Ankauf von Staatsanleihen seit geraumer Zeit die Märkte. Vor allem die japanische Notenbank hatte zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, dass die Märkte mit einer anhaltenden Geldschwemme rechnen können. Bei der US-Notenbank Fed mehren sich inzwischen zwar die Stimmen, die einen baldigen Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm fordern. „Aber selbst wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, wird die Fed dabei sehr vorsichtig und marktschonend vorgehen“, sagt Basse.

Auch wenn der Aufwärtstrend im Dax intakt scheint, mit - zumindest kurzfristigen - Rücksetzern müssen Anleger in der neuen Woche allerdings rechnen, meinen Börsianer. Vor allem, wenn sich der Korea-Konflikt weiter zuspitzen sollte. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel wird immer angespannter seit einem Atomtest Nordkoreas Ende Februar und der Drohung der kommunistischen Führung mit einem Atomschlag gegen die USA. Die Vereinigten Staaten haben mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region reagiert.

Aber auch in der Euro-Krise sei keine Ruhe absehbar, heißt es in einem Kommentar der Landesbank Berlin. Erst in der abgelaufenen Woche sorgte Zypern für Wirbel, weil das Finanzloch des klammen Insel-Staates mit 23 Milliarden Euro nun etwa sechs Milliarden Euro größer ausfällt als zunächst gedacht.

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Unsicherheit vor US-Bilanzsaison

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  • Ihr Kommentar:

    Zitat: "es wird nach Ansicht von Börsianern auch weiter aufwärts gehen. Zu groß sei die Macht der Notenbanken".

    Man muss sich im Klaren sein, was die Notenbanken wirklich tun: sie drucken Geld und ermöglichen mit diesem (bar jeder Leistung entstandenen Tauschmittel) den Erwerb von Sachgütern, die durch echte, mühevolle Arbeitsleitung der anderer, d.h. der Fleißigen, entstanden ist. Dieser systematische und politisch geduldete Betrug führt u.a. dazu, dass Spekulanten und Arbeitsscheue aus aller Welt mit leistungsfrei entstandenem Geld Firmen aufkaufen, um den dort entstandenen Gewinn stehlen zu können. Vor 2000 Jahren hat Jesus solche Arbeitsscheue aus dem Tempel geworfen. Unsere christliche Pflicht wäre es, Gleiches zu tun. In diesem Verständnis ist die „Alternative für Deutschland“ auf gutem Wege und wird deshalb sogleich im Stile und mit den Mitteln eines Hugenbergs diskreditiert.
    Dabei wäre es wohl vernünftiger, deren Programmatik in jenem Umfang zu übernehmen, der die Realwirtschaft und die Bürger vor Finanzbetrügern mit Euromaske schützt.

  • „Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken dürften den Leitindex tendenziell weiter stützen“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB.
    "Aktienstratege" ist eine Verklärung von Tatsachen. Die selbsternannte Leistungselite steht beim Sozialamt an: "Sozialhilfestrategen" trifft die Bettelei der Banker und Aktionäre besser. Denn nichts anderes sind die gedruckten Scheinchen als Sozialhilfe auf Kosten der Allgemeinheit.

    Die Gelddruckerei belegt vor allem eines, dass der Anleihenmarkt bis zum Anschlag abgewirtschaftet hat. Deflationär rauschen damit alle Sachwerte in den Keller, während gleichzeitig der Raketenstart der Inflation programmiert war.

    Völlig aussgerastete Menschheit.



  • "Euro-Krise bleibt Dauerbrenner" - ab Herbst 2008 werden die Leute, die Mio kleinen Leute in Deutschland, auch jene mit Restguthaben unter 100.000 sukkzessive ENTEIGNET. Leute wie Klatten wissen das schon lange, sie karren jetzt ihre gewaltigen Dividendenschübe auf ausländische-außer-EU-Konten.
    Der bevölkerungsreichste Kontinent soll ausgehungert werden!

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