Dax-Ausblick
Nur ein reinigendes Gewitter?

Nach der jüngsten Achterbahnfahrt am deutschen Aktienmarkt müssen sich Anleger weiter auf heftige Kursschwankungen gefasst machen. Doch das Lager der Optimisten wächst. Wann die Korrektur zu Ende sein könnte.
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DüsseldorfEin bunter Strauß an Quartalszahlen sowie zahlreiche Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks sollten die Investoren auf Trab halten. „Es bleibt unruhig“, sagt ein Händler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Im Fokus steht auch die Kursentwicklung beim Euro, die seit Wochen über Wohl und Wehe des Leitindex entscheidet.

Da die Gemeinschaftswährung in den ersten Monaten des Jahres stark schwächelte, ging es für den Dax zunächst steil bergauf – schließlich machen niedrigere Euro-Kurse europäische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Inzwischen hat sich das Bild allerdings gedreht: Der Euro zieht wieder an und der Dax legt den Rückwärtsgang ein. Seit Mitte April verlor er in der Spitze mehr als neun Prozent, auf Wochensicht schwankte er heftig um die Marke von 11.500 Punkten.

Nach einer Reihe enttäuschender US-Konjunkturdaten setzten zuletzt immer mehr Anleger auf eine spätere Erhöhung der Zinsen in den USA. Der Euro markierte daher am Donnerstag ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von knapp 1,14 Dollar, nachdem er Mitte März zeitweise bei 1,0456 Dollar notiert hatte. An der Wall Street musste der Dow-Jones-Index auf Wochensicht leichte Einbußen hinnehmen.

„Keine Frage, deutsche Aktien waren im April überkauft“, meint Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie Baader Bank. Außerdem nähere sich die „Fütterungssaison“ der Anleger – die Dividendenzeit – bald ihrem Ende. Und die immer noch unbeantwortete griechische Frage sorge auch nicht gerade für positive Aktienlaune.

Doch Halver hat keine strukturellen Zweifel an Aktien, die zu nachhaltigen Gewinnmitnahmen animieren und sogar einen Crash nahelegen würden. Weder werde der Euro zu einer Starkwährung, noch werden wirklich höhere Renditen bei Zinsanlagen Aktien ernsthafte Konkurrenz machen. „Eher ist von einem reinigenden Gewitter, einer vorübergehenden Korrektur auszugehen“, sagt er.

„Die Korrektur ist eine Chance“, meint auch Oliver Postler. Vor allem europäische Aktien bieten gute Chancen, ist der Chefanlagestratege im Private Banking & Wealth Management der Hypo-Vereinsbank überzeugt. Dass nach einem Kursplus von mehr als 20 Prozent in nur drei Monaten eine Korrektur kommen würde, war für ihn zu erwarten. „Aber das ist auch eine Chance, Positionen aufzustocken oder zu günstigeren Preisen in den Markt zu kommen“.

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