Dax-Ausblick
Oh du fröhlicher Aktienhandel?

Statistisch gesehen ist der Dezember für den Dax ein besonders renditestarker Monat. Dieses Jahr könnte Griechenland die Seligkeit in den letzten Tagen vor Weihnachten noch stören.
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DüsseldorfFür Anleger, die auf eine Jahresendrally setzen, ist die Statistik eine schöne Sache. Historisch gesehen ist der Dezember der beste Monate für Dax-Investoren. Seit Gründung 1988 hat der Dax in 80 Prozent der Jahre im Dezember eine positive Rendite erzielt. Großen Anteil an der statistischen Häufigkeit hat das sogenannte „Window Dressing“. Um einen positiven Jahresabschluss zu erreichen, kaufen Fondsmanager am Ende des Jahres nochmal die erfolgreichsten Papiere ein. Das führt häufig zu Kurssteigerungen.

Der Anfang der vergangenen Woche ließ wenig Gutes für den Dax erahnen. Die Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve und der sehr schwache Rubel drückten die Kurse. Als die Fed am Mittwoch jedoch die Zinsen nicht erhöhte und der Rubel sich stabilisierte, konnte der Leitindex zulegen. Die positiven Signale des Ifo-Index gaben ebenfalls Auftrieb für den Dax. Am Freitagvormittag lag das Wochenplus bei drei Prozent. Vormittags sorgte der „Hexensabbat“, der Tag an dem viele Optionen fällig werden, noch für Volatilität und leichte Kursverluste. Am Ende ging der Dax leicht schwächer aus dem Handel.

Fed-Chefin Janet Yellen ließ in ihrem Kommuniqué am Donnertag keinen Zweifel daran, dass die Zinserhöhung kommt. Dennoch legt die Kommunikation nahe, dass bei der Gestaltung und dem Zeitpunkt noch enorm viel Flexibilität für die Notenbank verbleibt. Im Moment sieht Yellen den aktuellen Stand der Leitzinsen durch die „wirtschaftlichen Bedingungen gerechtfertigt“, schreiben die Experten der DZ-Bank in ihrer Wertpapieranalyse.

Insgesamt waren die Erwartungen der „Mehrheit“ der Marktteilnehmer doch eher auf eine Zinserhöhung zum „Jahresbeginn“ 2015 konzentriert, schreibt Jens Klatt von Daily FX in seinem Ausblick. Die Fed werde im neuen Jahr die „ersten zwei Sitzungen vergehen lassen“ bis die Zinserhöhung kommt, ist sich der Analyst sicher.

Klatt sieht den Dax jetzt endlich in „Weihnachtsstimmung“ und erwartet auch dank dem „Window-Dressing“ nächste Woche noch leichte Kurszuwächse. Den „Wunsch“ vieler Anleger, dass der Dax über der Jahreseröffnung von „9.600 Punkten“ liegt, werde der deutsche Leitindex laut Klatt erfüllen. Auch die DZ-Bank Analysten sehen ein Aufkommen des „Risk-On“- Modus in der nächsten Woche. Die Investoren wollen sich laut DZ-Bank für das neue Jahr nochmal mit Aktien „eindecken“, damit auch im neuen Jahr eine „gute Performance“ erzielt werden kann. Das muss sich nicht zwangsläufig im Dax niederschlagen, die Investoren hätten zurzeit einen „Fokus auf die USA“.

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