Dax-Ausblick

Schlotternde Knie vor Start der Bilanzsaison

Die Politik will Banken mit neuem Kapital ausstatten, und auch die US-Konjunktur macht den Anlegern Mut, doch Rückschläge sind vorprogrammiert. Die Bilanzsaison könnte manch unangenehme Überraschungen parat haben.
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Auch in der nächsten Woche droht dem Dax der Zickzackkurs. Quelle: Reuters

Auch in der nächsten Woche droht dem Dax der Zickzackkurs.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/DüsseldorfDie Quartalsbilanzen der börsennotierten Konzerne werden nach Einschätzung von Analysten kaum Investoren an den deutschen Aktienmarkt zurücklocken. „Wahrscheinlich werden mehr und mehr Unternehmen ein schwächeres Geschäft und fallende Auftragseingänge beklagen“, betont Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. „Jedoch könnten in den kommenden Monaten politische Entscheidungen wie Zinssenkungen der EZB, eine EU-weite Banken-Rekapitalisierung und Zinssenkungen in Emerging Markets die Aktienmärkte inmitten von Gewinnenttäuschungen stabilisieren.“

Die Aussicht auf staatliche Finanzspitzen für den angeschlagenen Bankensektor hatte den Aktienmärkten zur Wochenmitte positive Impulse verliehen, der Dax konnte rund zwei Prozent zulegen. Doch die Analysten der Landesbank Berlin treten auf die Euphoriebremse: Die Pläne zur Rekapitalisierung der Banken seien nur ein erster Schritt auf dem Weg zur Lösung der Schuldenkrise. Um eine nachhaltige Entspannung zu erreichen, müssten die Vorhaben konkretisiert werden - und sich als umsetzbar erweisen. Angesichts des nervösen Auf und Ab an den Aktienmärkten empfehlen die Experten Anlegern „auszuharren, bis die Aktienindizes eine Bodenbildung vollzogen haben“.

Dem Postbank-Aktienstrategen Heinz-Gerd Sonnenschein zufolge wird die neue Woche von Ernüchterung geprägt sein. „Zum einen läuft die Konjunktur schlechter und zum anderen sind die Gewinnschätzungen für die US-Firmen meist noch zu hoch.“ Auch die Analysten der DZ-Bank glauben nicht an eine nachhaltige Aufwärtsbewegung an der Börse: Die Erwartungen an die Berichtssaison seien zu hoch, allein die schlechteren Konjunkturaussichten dürften viele Unternehmen zu einer Senkung ihrer Prognose bewegen - und den Aktienmarkt belasten. Eine stärkere Erholung der Kurse erwarten die Experten erst nach Abschluss der Berichtssaison zum dritten Quartal.

Am Dienstag läutet der US-Aluminiumkonzern Alcoa wie üblich die US-Bilanzsaison ein. Am Donnerstag folgt dann mit JPMorgan die erste Großbank. Vor allem im Investmentbanking dürften die Erträge im dritten Quartal eingebrochen sein, nicht nur bei JPMorgan, sondern auch bei der Konkurrenz von Goldman Sachs bis Deutsche Bank. Die Marktturbulenzen im Zuge der Schuldenkrise haben viele Anleger so verunsichert, dass im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen Flaute herrscht.

Mit Spannung werden die Analysten deshalb darauf schauen, mit welchen Sparplänen die Banken gegensteuern. „Ein weiteres wichtiges Thema ist die 'Black Box' Risikovorsorge“, betonte Postbank-Experte Sonnenschein. „Wie weit kann sie noch gesenkt werden?“ Mit der Verringerung der Risikovorsorge für faule Kredite hatten viele Banken ihre Bilanzen in den vergangenen Quartalen aufgehübscht.

Hoffnung auf Erholung der US-Konjunktur
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10 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Schlotternde Knie vor Start der Bilanzsaison"

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  • Mal sehen, wie es morgen in den Tag geht. Ich plane Gewinne mitzunehmen und mich auszuverkaufen. Ich spekuliere schon noch auf einen deutlichen Rücksetzer (dann gfls. Erholung bis Dez.) und Anfang 2012 auf noch deutlicheres nachgeben der Kurse, wenn Griechenland dann fliegen geht. Risiko für einen Dämpfer in der nächsten Woche könnte die Abstimmung in der Slowakei sein. Ihnen allen wünsche ich eine gute Woche!

  • Nachtrag zu meinem Post von eben:
    Elliot-waves.com sagt, dass die Tages-Kerze vom Freitag zeigt einen Doji anzeigt, der i.d.R. einen Trendwechsel ankündigt. Zudem ist der Dax an der 50-Tages-Linie gescheitert. Es besteht daher nach dessen Einschätzung die Gefahr eines Durchsackens auf 4500/4400.

  • @daytrader:
    Glaubst du, dass es nächste Woche nur auf 5500 oder 5400 runtergeht oder sind noch tiefere Abverkäufe drin? Es gibt ja nicht wenige Analysten, die sagen, dass wir nochmal unter die 5000 tauchen werden.

  • Dankeschön für die Erklärung! Bin noch ein absolutes Greenhorn in dem Gebiet und kann deshalb oft noch nicht nachvollziehen, wer was wie gemeint hat.
    Bin dementsprechend auch noch überhaupt nicht investiert, weil ich noch viel zu wenig Ahnung habe.

  • Ps: Ich hab zumindest dahingehend die Aktienquote meiner strategisch-taktischen Asset-Allocation im Portfolio inzwischen wieder auf 40 % zwischen 5000 - 5500 hochgefahren (von 30 % im August, 35 % im September, und normalerweise ca. 60 %).
    30 % ist physisches Gold (aber komplett bei 1.830,00 USD über Derivate gehedged), 7 % EU-Peripherie-Bonds, 3 % FX-EUR/CHF Long und 20 % Cash. Meine Top-Picks sind Allianz um 60, BASF um 45, Deutsche Bank zw. 21 - 22 und Siemens zw. 65 - 67 Euro.

  • @Oxienergie,

    Wer noch (immer) nicht drinn/investiert ist, sollte auf einen Rücksetzer in dem Bereich 5400 - 5500 in den kommenden Tagen warten, oder diesen sogar zu spielen. Das anschließende Ziel danach ist 6000 - 6500 (ohne grobes Foulspiel) im November/Dezember.
    Aber auch auf dem Weg dahin gibt es logischerweise zwischendurch immer wieder Konsolidierungen und Rücksetzer.

  • Da der Pöbel die Zusammenhänge nicht versteht, wird es wohl dazu kommen. Diese ganze Dynamik läuft zwangsläufig auf einen Wirtschaftszusammenbruch und anschließender Hyperinflation heraus. Leider erst dann werden auch die wahren Schuldigen (durch die gänzliche Entwertung ihrer Reichtümer)zur Verantwortung gezogen. Schwacher Trost.

  • +++ Die Politik will Banken mit neuem Kapital ausstatten +++
    Tja, wenn den armen Banken nicht geholfen wird, dann kracht die Realwirtschaft zusammen, oder so ähnlich möchte man es dem dummen Pöbel suggerieren. Ein paar Zahlen zum besseren Verständnis, wovon hier geredet wird:

    +++ EU-Staaten greifen für krisengeschüttelte Banken tief in die Taschen +++
    Die Finanzkrise hat die EU-Staaten dazu veranlasst, den Banken gewaltige Summen zur Verfügung zu stellen (als Kredite von den Banken, die es zinslos von der EZB erhalten und mit hohen Zinsen an die Staaten verleihen), um die Finanzstabilität zu erhalten. Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Kein Schreibfehler – leider.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-Banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176

    Und schon wieder sind die ganzen Steuermilliarden und –billionen an den Börsen und im Eigenhandel verzockt. Für die Realwirtschaft bleibt da nix mehr übrig. Damit wird nur der dumme Pöbel beruhigt.

    Wenn man die Gesamtzusammenhänge kennt, weiß man auch die Gründe dafür:
    +++ 18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken +++
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken?from=gl.home_Wirtschaft

    Da is nix mehr zu retten – da is Feierabend! Doch bis zum Kollaps werden diese ganzen Betrügereien noch mit unendlichen Milliarden der Steuerzahler als Boni, also als Belohnung für die Vernichtung des Vermögens einer ganzen Generation, aufgehübscht.

    Und warum schauen wir diesem kriminellen Treiben alle nur tatenlos zu? Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotine flott machen, kommentierte ein Forist in der Süddeutschen. Er hat verstanden.

  • @Daytrader:
    Versteh ich dich richtig und du gehst davon aus, dass es ab jetzt wieder nach oben gehen wird, oder bin ich noch zu müde, um die Ironie rauslesen zu können?
    Ich könnte mir eher vorstellen, dass es noch einmal nach unten geht, bevor die Rally startet. Man muss ja schließlich Schwung holen...

  • Na, meine lieben "Experten", wieder mal den Zug nach oben, und den richtigen Einstieg für die Jahresend-Rally Anfang der Woche bei 5200/50 verpasst, was ?!

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