Dax-Ausblick
Tiefdruckgebiet trotz Sonnenschein

Der Mai, der Börsengurus zufolge jeden Bullen in die Flucht schlägt, ist im vollen Gange. Das merkt man am schönen Wetter – und den schlechten Aussichten für den Aktienmarkt. Welche Unternehmen die Märkte bewegen werden.

MünchenIn der kommenden Woche werden die Märkte von einer wahren Zahlenflut überschwemmt. Die Berichtssaison hat begonnen. Vergangene Woche gab es bereits viele Quartalszahlen zu verdauen. Dem Dax hatte das nicht gut getan: Er war deutlich unter die Marke von 10.000 Punkte gerutscht und verlor auf Wochensicht fast zwei Prozent.

Analysten ziehen aus den bisher vorgelegten Ergebnissen dieser Berichtssaison auch keine positive Bilanz. Nachdem sich 21 von 30 Dax-Unternehmen sich in die Bücher blicken ließen, steht unter dem Strich nach Berechnungen der WGZ Bank ein Umsatzrückgang von 3,1 Prozent und ein Gewinnrückgang von 7,7 Prozent.

Noch schlechter sieht das Bild im Euro Stoxx 50 aus. Hier haben bislang 37 Unternehmen berichtet, aggregiert seien ein Umsatzrückgang von 8,9 Prozent und ein Gewinnrückgang von 18,8 Prozent zu verzeichnen.

Und wer gehofft hatte, dass die Unternehmen in den USA besser abgeschnitten hätten: Weit gefehlt. Bei den 337 der 500 Unternehmen des S&P, die bisher ihre Quartalsergebnisse berichtet haben, gingen die Umsätze um 2,7 Prozent zurück, die Gewinne um 8,9 Prozent.

Das sei sogar kritischer als die Zahlen der europäischen Pendants, schlussfolgern die WGZ-Bank-Experten, da die Aktien der US-Unternehmen höher bewertet seien. Summa summarum kommen sie zu dem Schluss, „dass die gemeldeten Ergebnisse bislang nicht geeignet sind, positive Impulse an den Aktienmärkten zu setzen“.

Eine Einschätzung, die man bei der DZ Bank teilen dürfte, denn auch hier heißt es: „Vorausschauend gehen wir davon aus, dass der Sinkflug bei den Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr zunächst noch einige Wochen anhalten wird, bevor es zu einer Bodenbildung kommen wird. Zu stark wirken unverändert die Nachwirkungen des gefallenen Rohölpreises im Energiebereich sowie die branchenspezifischen Baustellen in Sektoren wie den Versorgern, Banken und Finanzdienstleistern.“

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