Dax-Ausblick Trump, China und das türkische Referendum

In einer Zeit der Verunsicherung sind Fakten gefragt. In der Woche nach Ostern bieten eine Fülle von Konjunkturdaten Orientierung für Dax-Anleger. Unwägbarkeiten bleiben – nicht nur wegen des twitternden US-Präsidenten.
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Am Ostermontag erfahren Anleger, wie stark die chinesische Wirtschaft im ersten Quartal gewachsen ist. Quelle: Reuters
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Am Ostermontag erfahren Anleger, wie stark die chinesische Wirtschaft im ersten Quartal gewachsen ist.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf

Unverhofft kommt oft. Vor einer Woche sahen die Devisenmarktbeobachter den Euro noch auf einem absteigenden Ast. Noch am Mittwochmorgen schrieb die Helaba, sie sehe „keine Impulse“, die den Euro stärken würden. Doch am Donnerstag musste sich die Devisenanalystin der Landesbank keine Gedanken mehr um die Performance der europäischen Einheitswährung machen. Zwischenzeitlich hatte US-Präsident Donald Trump den Dollar schwach und damit andere Währung stark geredet. In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ sagte er: „Ich glaube, dass unser Dollar zu stark wird.“ Der Euro gewann fast einen vollen Cent auf 1,066 Dollar. Auch der Yen legte gegenüber dem Dollar zu, was die Aktienkurse der exportabhängigen japanischen Unternehmen drückte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Gründonnerstag mit 12.109 Punkten um 0,4 Prozent im Minus.
Das Beispiel lehrt: Trump macht Kurse.

Aktie mit Top-Dividende und Kurspotenzial gesucht

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-1,06 -1,24%
+84,63€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
Deutschland – Platz 5
1 von 15

BMW

Unter den Mitgliedern des CDax, der alle Aktien aus Dax, MDax, TecDax und SDax zusammenfasst, gelang dem bayerischen Fahrzeughersteller der fünfte Platz, was die erwartete Dividendenrendite für 2017 anbelangt. Die Dividendenrendite ergibt sich aus der Division der Dividende durch den Aktienkurs und kann als Verzinsung des in die Aktie investierten Kapitals verstanden werden. Für BMW dotieren die Analysten der DZ Bank die Kennzahl bei 4,3 Prozent. Sie geben eine deutliche Kaufempfehlung, sehen sie doch ein Kurspotenzial von 16 Prozent bei dem Dax-Titel.

(Quelle: DZ Bank)

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
L&S

-1,45 -0,81%
+178,32€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutschland – Platz 4
2 von 15

Allianz

Mit dem Versicherer Allianz folgt auf dem vierten Platz direkt ein weiteres Mitglied aus der ersten deutschen Börsenliga, dem Dax. Europas zweitgrößter Versicherer schüttet für 2017 eine erwartete Dividendenrendite von 4,5 Prozent aus. Von den Analysten gibt es eine Kaufempfehlung, zuletzt etwa von der Commerzbank, die die Aktien bei einem Kursziel von 200 Euro sehen. Goldman Sachs schätzt die hohe Kapitalausstattung und die Möglichkeit durch Zukäufe zu wachsen. Ihr Kursziel: 197 Euro. Die DZ Bank schätzt das Kurspotenzial bei fünf Prozent.

DIC ASSET AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1X3XX4
Börse
L&S

-0,03 -0,32%
+9,37€
Chart von DIC ASSET AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutschland – Platz 3
3 von 15

DIC Asset

Der Small-Cap, wie die kleinen Titel aus dem SDax im Börsenjargon genannt werden, weist laut Studie eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent für 2017 auf – mit deutlich positiven Ausblick für die Zukunft. DIC Asset ist ein Immobilienunternehmen und gehört selbst im kleinsten der Frankfurter Auswahlindizes zu den Leichtgewichten, was die Marktkapitalisierung angeht. Spezialisiert ist man auf Gewerbeimmobilien, vorrangig Büros. Ein Großteil der Analysten hält den Titel in seinen Kauflisten, darunter die Baader Bank, die HSBC und die die DZ Bank, die das Kurspotenzial bei starken zwölf Prozent schätzt.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-0,51 -0,83%
+61,68€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutschland – Platz 2
4 von 15

Daimler

30 Unternehmen, 32 Milliarden Euro Dividende – Dax-Anleger können sich freuen. Vor allem Daimler-Aktionäre: Für sie gibt es 3,5 Milliarden – mehr als bei allen anderen. Im Ranking gibt es für die Rendite die Silber-Medaille. Für die Stuttgarter läuft es ausgezeichnet: 2016 war ein erneutes Rekordjahr in Ergebnis und Umsatz. Zudem konnten wieder mehr Fahrzeuge verkauft werden als beim Konkurrenten BMW, in Sachen Profitabilität lässt man die größten Autobauer wie Toyota, Volkswagen und General Motors hinter sich. 2017 geht es scheinbar so weiter: Im gerade abgelaufenen ersten Quartal verdoppelte die Marke mit dem Stern ihren Betriebsgewinn. Dividendenrendite 2017: 5,1 Prozent, Kurspotenzial: 15 Prozent.

FREENET AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0Z2ZZ5
Börse
L&S

-0,44 -1,84%
+23,55€
Chart von FREENET AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutschland – Platz 1
5 von 15

Freenet

Geht es nach der Dividendenrendite für 2017 ist Freenet das deutsche Maß aller Dinge. Der Mobilfunkanbieter weist dabei mit 5,6 Prozent so viel auf wie kein zweiter Prime-Standard-Titel – eine Aktie in den Auswahlindizes der Dax-Familie – in Frankfurt. Die DZ spricht eine Kaufempfehlung aus und gibt das Kurspotenzial mit 12 Prozent an. Die Analysten sind sich uneins beim Tex-Dax-Mittelgewicht. Während Hauck & Aufhäuser die attraktive Bewertung, den relativ hohen Free-Cash-Flow und nicht zuletzt eben die hohe Dividendenrendite als Kaufargumente aufführt, gibt Berenberg die Scheine zum Verkauf frei. Wegen „Unstimmigkeiten zwischen Nettoverschuldung, operativem Ergebnis und Dividendendeckung“ sehen sie den Ausblick für steigende Ausschüttungen eingetrübt.

ASSICURAZIONI GENERALI S.P.A. AZIONI NOM. EO 1

WKN
ISIN
IT0000062072
Börse
L&S

-0,02 -0,14%
+14,49€
Chart von ASSICURAZIONI GENERALI S.P.A. AZIONI NOM. EO 1
Europa – Platz 5
6 von 15

Generali

Anders als der Euro-Stoxx, der die Schwergewichte der Eurozone vereint, fassen die Aktien der Stoxx-Europe-Indizes die größten Unternehmen des gesamten Kontinents zusammen. Unter diesen schafft es Generali auf den fünften Platz – mit einer Dividendenrendite von 5,9 Prozent. Die italienische Mutter von deutschen Versicherungen wie Aachen Münchener und Cosmos Direkt erhält von der Studie der DZ-Bank ein Kurzpotenzial von zwölf Prozent. Im März waren Gerüchte aufgekommen, dass Axa die Generali schlucken wolle. Sie entpuppten sich als falsch. Den Franzosen wurde schon mehrmals Interesse an Europas drittgrößtem Versicherer nachgesagt. JP Morgan sieht die großen europäischen Versicherer gut aufgestellt, Goldman Sachs rät zum Verkauf.

VODAFONE GROUP PLC REGISTERED SHARES DL 0,2095238

WKN
ISIN
GB00BH4HKS39
Börse
L&S

-0,03 -1,15%
+2,16€
Chart von VODAFONE GROUP PLC REGISTERED SHARES DL 0,2095238
Europa – Platz 4
7 von 15

Vodafone Group

Von den 31 Analysen, die im Handelsblatt-Analystencheck für die Aktien der Vodafone verfügbar sind, raten ganze 26 zum Kauf. Europas größter Telekommunikationskonzern hat sich einem Sparprogramm verschrieben und Stellenabbau angekündigt. Anders als der Gesamtmarkt ging der Kurs der Briten die Aktien-Rally der vergangenen Monate nicht mit. Dementsprechend hoch wiederum sehen die Experten das Kurspotenzial: Bei 21 Prozent. Sie wittern eine Einstiegsmöglichkeit. Die Dividendenrendite beträgt sechs Prozent.


Und er wird dies weiter tun, etwa indem er sich öffentlich Gedanken macht über die Besetzung wichtiger Positionen, wie die der Leitung der Notenbank Fed. Trump hatte sich bisher als Gegner einer zweiten Amtszeit von Janet Yellen profiliert, ruderte aber jetzt zurück. Yellens Amtszeit endet im Februar 2018. Sie steht für eine allmähliche Abkehr von der lockeren Geldpolitik und befürwortet weitere Zinsanhebungen. Steigende Zinsen stärken den Dollar. Das will Trump jetzt nicht mehr, denn nun fürchtet er um die Exporte der US-Unternehmen. Denn deren internationale Wettbewerbsfähigkeit wird geringer, wenn der Dollar-Kurs steigt.

In den USA stellt Trump die Abkehr der Notenbank Fed von der lockeren Geldpolitik in Frage. In Europa scheint dies vorläufig keine Frage zu sein, nachdem die Jahresteuerung in Deutschland von 2,2 Prozent im Februar auf 1,6 Prozent im März zurückgegangen ist. Der Rückgang war erwartet worden und nimmt der Forderungen an die Europäische Zentralbank (EZB) nach steigenden Zinsen die Grundlage. Ohnehin hatte EZB-Präsident Mario Draghi solche Forderungen schon im Vorfeld abgeblockt.


Wenn die deutschen Börse am Dienstag der kommenden Woche nach vier handelsfreien Tagen wieder eröffnet haben, hat Trump womöglich wieder ein Interview gegeben oder etwas getwittert, was die Kurse bewegt. Auf jeden Fall werden die Märkte hierzulande auf das Ergebnis des Referendums in der Türkei reagieren. Dort entscheiden die Menschen am Ostersonntag darüber, ob sie Recep Tayyip Erdogan noch mehr Macht zubilligen wollen.

Die DZ Bank verweist darauf, dass Erdogan es verhindert hat, dass die Wahlen in einer wirtschaftlichen Krisensituation stattfinden. Die türkische Wirtschaft sei im Endquartal 2016 um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal klar gewachsen. „Der Wachstumsschub geht maßgeblich auf kurzfristige Ankurbelungsmaßnahmen von Präsident Erdogan zurück“, analysiert das Institut. Dennoch spaltet die Wahl das Land. Jüngste Umfragen sagen voraus, dass Erdogan seinen Machtanspruch durchsetzen wird, wenn auch nur mit einem knappen Ergebnis. Aber: Vor der Entscheidung über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union lagen die Gegner dieses Brexits in Umfragen auch vorn. Es kam anders.

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