Dax-Ausblick Trump macht Anleger nervös

Hinter Börsianern liegt eine schwache Woche. Aber ist das schon ein Vorbote für heftigere Kurseinbrüche? Experten glauben das nicht, doch unterschätzen sollten Anleger den „Trump-Faktor“ auch nicht.
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110 Milliarden Dollar – Trump triumphiert nach Saudi-Deal

110 Milliarden Dollar – Trump triumphiert nach Saudi-Deal

DüsseldorfEs war eine emotionale Woche für Anleger: Am Dienstag markierte der Dax bei 12.841 Punkten ein neues Rekordhoch. Doch die Freude währte nur kurz, dann ging es abwärts. Immerhin hat sich Deutschlands wichtiges Börsenbarometer davon weitestgehend erholt – trotzdem ist die Wochenbilanz negativ.

Gut ein Prozent hat der Dax auf Wochensicht verloren. „Nach der anfänglichen Aufregung bezüglich der chaotischen Zustände im Weißen Haus scheinen sich die Gemüter der Marktteilnehmer wieder zu beruhigen“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Trotzdem bleibt US-Präsident Donald Trump wohl auch in der kommenden Woche das bestimmende Thema auf dem Parkett – auch diesseits des Altlantiks.

Börsianer warnten vor verfrühtem Optimismus. „Der Skandal in Washington ist nicht verschwunden und auch nicht die Nervosität von Anlegern. Ein zu früher Wiedereinstieg könnte sich als teuer erweisen", sagte David Madden, Marktanalyst vom Broker CMC Markets.

Welche Aktien der schwachen Börsenwoche trotzten

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-100,92 -0,81%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 11

Der Dax hat eine schwache Börsenwoche hinter sich. Einige Aktien konnten dieser Entwicklung trotzen und ein Plus verzeichnen.

INNOGY SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A2AADD2
Börse
Xetra

+0,33 +1,09%
+30,61€
Chart von INNOGY SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 10: Innogy SE
2 von 11

Auf dem zehnten Rang steht die Tochter des Energieversorgers RWE – der Kurs zog um 5,01 Prozent an. Spekulationen über einen möglichen Teilverkauf des Ökostrom-Anbieters hat die Aktien beider Konzerne angetrieben.

GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005800601
Börse
Xetra

+0,08 +0,60%
+13,38€
Chart von GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 9: Drillisch AG
3 von 11

Im Vorfeld der diesjährigen Hauptversammlung zog der Kurs des Mobilfunkanbieters an. Und tatsächlich scheint die achte Dividendenerhöhung in Folge realisiert zu werden. Ein Plus von 5,23 Prozent reicht für den neunten Rang.

GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005800601
Börse
Xetra

+0,08 +0,60%
+13,38€
Chart von GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 8: GFT Technologies SE
4 von 11

Der Informationstechnik-Dienstleister für Banken gab kürzlich seine Quartalszahlen bekannt. Zunächst positiv: Der Umsatz konnte gesteigert werden. Aber: Der Gewinn ließ nach. So erging es auch dem Kurs. Dieser schnellte zunächst nach oben, gab dann aber letztlich nach. Unterm Strich steht ein Wochenplus von 5,25 Prozent.

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
Xetra

-0,33 -0,70%
+46,47€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 7: Salzgitter AG
5 von 11

Der Stahlkonzern mit Sitz in Salzgitter liegt mit einem Aktienkurs-Anstieg von 5,65 Prozent auf dem siebten Platz des Rankings und konnte eine positive Performance abliefern.

AURUBIS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006766504
Börse
Xetra

-0,44 -0,62%
+70,46€
Chart von AURUBIS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 6: Aurubis AG
6 von 11

In der vergangenen Woche ist der Aktienkurs des Kupferproduzenten und Kupferwiederverwerters um 6,37 Prozent gestiegen. Damit belegt das Unternehmen den sechsten Platz.

STEINHOFF INTERNATL HLDGS N.V. AANDELEN OP NAAM EO -,50

WKN
ISIN
NL0011375019
Börse
Xetra

-0,01 -2,09%
+0,34€
Chart von STEINHOFF INTERNATL HLDGS N.V. AANDELEN OP NAAM EO -,50
Platz 5: Steinhoff International Holdings
7 von 11

Der weltweit tätige Möbelkonzern überzeugte auch in der eher schwächeren Woche mit seiner Performance.

Besonders der steigende Euro könne sich auf Dauer negativ für die Aktienmärkte auswirken, da dann die europäischen Waren im Welthandel teurer werden und die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Firmen sinkt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Freitag zeitweise fast ein halbes Prozent fester bei 1,1143 Euro.

Solche Niveaus gab es zuletzt vor der Wahl Trumps im November 2016. Seither war vor allem der Dollar gefragt, weil Anleger auf einen Wirtschaftsboom in den USA spekulierten. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Steuern zu senken und mehr Geld für Infrastrukturprojekte auszugeben.

Doch wann löst Trump seine Wahlversprechen endlich ein? „Sicherlich werden die Umsetzungen der Trumponomics verzögert“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Ohnehin seien Steuersenkungen Marathonläufe, keine Sprints. Trumps wichtigstes Kern-Wahlversprechen, nämlich Jobs zu schaffen, drohe ebenfalls an Kraft zu verlieren. Nach zunächst groß angekündigten Einstellungsverheißungen der US-Automobilindustrie kündigt Ford rund 1400 Stellenstreichungen an, und bei General Motors sieht man sogar einen Abschwung mit Kündigungen von theoretisch etwa 30 Prozent der Mitarbeiter.

„Die Aktienmärkte zeigen sich durchaus angeschlagen“, sagt Halver. So sei die Risikoeinschätzung gemäß S&P 500 Volatility Index klar aufwärtsgerichtet. „In dessen Fahrwasser hat auch die Schwankungsbreite deutscher Aktien wieder zugenommen.“ Sicherlich ist die Situation ein willkommenes Argument für viele Anleger, die seit Jahresanfang üppig angefallenen Kursgewinne am Aktienmarkt mitzunehmen. Für einen massiven Aktieneinbruch in den USA mit Kollateralschäden auch für europäische Aktienmärkte spreche derzeit nichts, eine gesunde Konsolidierung schließt Halver aber nicht aus.

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