Dax-Ausblick
Von wegen stille Nacht

Die USA müssen sich bis Jahresende bezüglich ihres Haushalts einigen, um die „Fiskalklippe“ zu vermeiden. Analysten rechnen mit Gewinnmitnahmen. Die Märkte dürften weiter zittern – von Festtagsruhe noch keine Spur.
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Einen gemächlichen Festtagshandel wird es wohl kaum geben – der seit Monaten andauernde Streit um den US-Etat könnte zwischen den Jahren noch für ein ordentliches Auf und Ab im Dax sorgen. Es wäre schon eine böse Überraschung für die Märkte, wenn die Politiker das Haushaltsproblem nicht in den Griff bekämen, sagte Daniel Kukalj, Analyst bei Close Brothers Seydler.

Bis Ende nächster Woche muss eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern her, sonst greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar. Experten zufolge könnte dies die USA in die Rezession stürzen, die sogenannte Fiskalklippe. Dies würde nach Ansicht der Experten auch der Weltwirtschaft zumindest einen Dämpfer verpassen.

Der Dax hat eine tolle Rally hinter sich

Die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen sollte nach Weihnachten ein willkommener Anlass für Gewinnmitnahmen sein, prognostiziert Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank. „Schließlich ist der Dax in den vergangenen Wochen fast ununterbrochen gestiegen.“ Allein seit Mitte November hat der deutsche Leitindex gut zehn Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn kommt er mit rund 7.630 Zählern auf ein Plus von fast 30 Prozent.

Geht es 2013 weiter aufwärts?

Ihre Zuversicht für das neue Jahr lassen sich viele Analysten aber trotz des Hickhacks um den Haushalt nicht nehmen. Die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken, die moderate Bewertung vieler Unternehmen und der Mangel an Anlagealternativen sollten 2013 für Zuwächse im Dax sorgen, schreiben die Experten der Landesbank Berlin in ihrem Marktausblick. Allerdings dürften die Gewinne weniger stark als in diesem Jahr ausfallen: Sie rechnen auf Zwölfmonats-Sicht mit einem Plus von sieben Prozent.

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US-Konjunkturdaten bleiben spannend

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Von wegen stille Nacht"

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  • "..wegen Israels Angriff auf den Iran und des damit verbundenen massiven Anstiegs von Brent auf geschätzte 150 USD/Barrel." ..sonst gehts gut?

  • Die Amis werden sich einigen, weil sie sich einigen müssen. Kurzfristig also weiter hoch, ab Mitte/Ende Januar wird es (temporär) saftige Rückschläge geben wegen Israels Angriff auf den Iran und des damit verbundenen massiven Anstiegs von Brent auf geschätzte 150 USD/Barrel. Weil wir somit einen exogenen Schock haben, der wohl zeitlich mit einem Test des ATH beim Dax einhergehen wird, bieten sich die Kurse dann für Shortspekulanten an - wenn man denn gehebelt overnight gehen will,was nicht meine Intention ist. Für mein Szenario einfach Raytheon kaufen, ist mit Dividendenrendite und KGV gemessen nicht mal teuer, eine Übergewichtung wert. Man könnte sich auch Ölaktien ins Depot legen, bei Gold bin ich abseits der klassischen 5% vom Gesamtvermögen eher vorsichtig, denn bei geopolitischen Unsicherheiten hätte ich lieber USD. Relativ risikoarm scheint mir der Kauf von Longbonds wegen o.g. Kaufprogramm. Die spannende Frage: Wie wird der exogene Schock von den Aktienmärkten verdaut? Mit Blick auf die jährliche Billionen frisch gedruckte USD der FED und des Draghi-Put nicht einfach zu beantworten. Langfristig würde ich die Preise dann als Kaufgelegenheit betrachten (reale versus nominale Werte) und wieder zeitlich gestreckt ungehebelt kaufen, beginnend ab ca. 7000 oder tiefer alle 200 Punkte nach unten, wohlgemerkt bei einer initialen Aktienquote von NULL. Wer seine Bestände langfristig halten will, kann ja einfach ab Mitte Januar seine Aktienquote
    a) reduzieren oder
    b) per Optionen hedgen. Für´s kleine Geld wären auch OS OK, die Richtung und das Timing sind m.E. wichtiger als das Vehikel.
    "Nothing is certain but death and taxes."
    Frohe Weihnachten und ein gesundes 2013!

  • Na ja, für die, die nicht mehr engagiert sind, weil sie oben mit sattem Gewinn verkauft haben (wie meiner einer), bleibt ja nur zu hoffen und zu beten, dass die Kurse wieder fallen.

  • egal ob die amis zum thema fiscal-cliff sich auf einen mini-kompromiss einigen oder nicht.

    die ökonomische lage, weder momentan noch mittelfristig, rechtfertigt die krasse rally der vergangenen wochen.

    was das mediale aufgebausche anbelangt, hat der HB-trupp und andere, ihr gesellenstück abgeliefert.


    starke gewinnmitnahmen und deutlich korrekturen können da nur die logische schlussfolgerung sein - auch wenn an der börse wenig logisch ist.


    wie siehst du das?

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