Dax-Ausblick
Vorsicht vor neuen Turbulenzen

Dax-Anleger dürften in den ersten Handelswochen des neuen Jahres Vorsicht an den Tag legen. Zwar sind viele Experten für 2015 optimistisch, doch auf dem Weg nach oben dürfte es turbulent werden. Was Anleger nun erwartet.
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DüsseldorfDie Angst vor einem Ende der griechischen Sparpolitik und die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der EZB sollten erst einmal für eine abwartende Haltung sorgen, prognostizieren Börsianer. Insgesamt gehen viele Analysten jedoch davon aus, dass der Dax sich langfristig weiter nach oben arbeiten dürfte – „vor allem dank einer anziehenden US-Konjunktur“, sagt NordLB-Analyst Tobias Basse.

Doch auf dem Weg nach oben dürfte es turbulent werden. Von daher werden Anleger starke Nerven brauchen, wenn sie 2015 Geld verdienen wollen. "Die neue Ära der Volatilität hat bereits begonnen", meint Giordana Lombardo, Chefanlagestratege bei Pioner Investments. Auch Christian Böck von Axa Investment rechnet mit starken Kursschwankungen.

Nach Einschätzung von Asoka Wöhrmann, der bei der Deutschen Asset & Wealth Management die Investitionsentscheidungen verantwortet, führte 2014 an Aktien kein Weg vorbei. „Und diese Aussage gilt auch für 2015“, betont der Experte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass der Leitindex Ende diesen Jahres auf 10.800 Punkte steigen wird. 2014 hatte der deutsche Leitindex 2,7 Prozent auf 9805,55 Zähler gewonnen, in den USA legte der Dow-Jones-Index 7,5 Prozent zu.

Für Unruhe an den europäischen Märkten sorgte zuletzt die vorgezogene und dann gescheiterte Präsidentenwahl in Griechenland. Nun stehen am 25. Januar Neuwahlen ins Haus. Zur stärksten Kraft könnte dabei Umfragen zufolge das Linksbündnis Syriza werden, das die Vereinbarungen mit den internationalen Kreditgebern ändern und den Sparkurs lockern will.

Das schüre Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise, sagt ein Händler. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen in Höhe von 240 Milliarden Euro von den EU-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten.

Als Heilsbringer erscheint vielen Investoren vor allem die Europäische Zentralbank (EZB), schließlich will EZB-Chef Mario notfalls noch schwerere Geschütze im Kampf gegen die drohende Deflation - eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen - auffahren.

Als wahrscheinlichste Maßnahme gilt der Kauf von Staatsanleihen nach dem Vorbild der Notenbanken aus den USA und Großbritannien. In einem „Handelsblatt“-Interview erklärte Draghi zuletzt, die Zentralbank befinde sich in technischen Vorbereitungen, um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern. Das nächste Mal entscheidet die EZB am 22. Januar über ihren geldpolitischen Kurs.

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