Dax-Ausblick
Wann kommt der Exit?

Der Dax bleibt im Bann der Fed. Anleger schauen auf die Notenbank und fürchten sich vor einer Drosselung der lockeren Geldpolitik. Experten warnen vor starken Schwankungen in der kommenden Handelswoche. Der Ausblick.
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FrankfurtDie ganze Woche wird gehandelt, Unternehmensmeldungen laufen ein, Konjunkturzahlen werden veröffentlicht und Kaufempfehlungen abgegeben. Doch alles wird obsolet, wenn nur die Wörter Fed, Anleihekaufprogramm oder Geldpolitik in irgendeinem Kontext erwähnt werden.

So geht das nun seit Wochen an den Börsen zu und so wird es auch in der kommenden Handelswoche zugehen. Entscheidend scheint einzig und allein die schwer zu beantwortende Frage zu sein, wann und in welchem Ausmaß die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel strafft.

Solange hinter dieser Frage ein Fragezeichen steht, bleiben die Börsen volatil und die Anleger nervös. "Nicht zu Unrecht", sagt Kapitalmarktstratege Carsten Klude von MM Warburg. "Nicht nur die Konjunktur, auch die Kapitalmärkte hängen am Tropf des billigen Geldes."

Die starken Schwankungen an den Märkten werden sich nach Einschätzung der Landesbank Berlin (LBB) nach der Fed-Sitzung am Mittwoch fortsetzen. Genau wie viele andere Experten erwartet das Institut zunächst unvermindert weiter laufende Fed-Anleihenkäufe.

Doch nicht nur in den USA, auch in Europa beziehungsweise im konkreten in Deutschland spielt das Pendant zur Fed, die Europäische Zentralbank, eine entscheidende Rolle für die Börsen. Hierzulande befasst sich das Bundesverfassungsgericht mit den Anleihekäufen der EZB. Geklärt werden soll, ob die unbegrenzten Staatsanleihenkäufe der Notenbank gegen europäisches Recht verstößt.

Sollten die Verfassungsrichter einen Verstoß erkennen, wäre es der Bundesbank untersagt die Beschlüsse des EZB-Rats zu befolgen, was faktisch einem Austritt aus der Euro-Zone gleichkäme. Die Verfassungsrichter sind sich ihrer weitläufigen Entscheidungsgewalt sehr wohl bewusst, weshalb ein negatives Votum der Richter ausgeschlossen werden kann.

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Wann kommt der Exit?"

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  • Nur wenn die Euro-Kritiker verschiedener Provenienz ihre Differenzen solidarisch diskutieren und sich auf gemeinsame Schritte gegen den Money-Trust aus Europäischer Zentralbank und Federal Reserve einigen, werden wir aus dem gegenwärtigen Schlamassel herauskommen und überhaupt das Tor zu den unterschiedlichen Alternativen aufstoßen können.

    (dazu: https://www.compact-magazin.com/werkstatt-geld/)

  • "Die Verfassungsrichter sind sich ihrer weitläufigen Entscheidungsgewalt sehr wohl bewusst, weshalb ein negatives Votum der Richter ausgeschlossen werden kann." - Sic, der Autor ist offenbar überzeugt davon, daß sich das Verfassungsgericht ganz automatisch den Wünschen und Bedürfnissen von Politik und Wirtschaft beugen und sich nicht etwa danach richten wird, was gemäß der Verfassung noch zulässig ist. Sollte dem tatsächlich so sein, stellt sich aber doch die Frage, wozu wir dann eigentlich noch Verfassungsrichter brauchen?

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