Dax-Ausblick
War es das?

Die EZB stellt mehr billiges Geld bereit – und treibt damit die Aktienmärkte. Bei 10.000 Punkten ist für den Dax noch nicht Schluss. Doch auch die Risiken wachsen. Die Möglichkeiten der Notenbank stoßen an Grenzen.
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Düsseldorf1.000 Mal probiert. 1.000 Mal ist nichts passiert. So fühlte sich das an, als der Dax in den vergangenen Wochen immer wieder Anlauf auf die Marke von 10.000 Punkten nahm – und immer wieder daran scheiterte. Am vergangenen Donnerstag hat es dann doch geklappt: Zum ersten Mal seit Bestehen erreichte der deutsche Leitindex ein fünfstelliges Niveau. Damit können wir das endlich abhaken.

Der Auslöser für den Börsenboom wirkt indes weiter. Seit nunmehr fünf Jahren währt die Rally am Aktienmarkt, angetrieben von Niedrigzinsen und billigem Geld der Notenbanken. Es ist daher kein Zufall, dass es der Dax genau in dem Moment über die 10.000 geschafft hat, als Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), die nächste Geldspritze ankündigte.

Draghi versprach ein ganzes Bündel von Maßnahmen: Die Leitzinsen sinken von ohnehin niedrigen 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent. Außerdem gibt es Milliardenkredite zum Nulltarif für die Banken. Die sollen das billige Geld in die Wirtschaft weiterleiten, auf dass endlich die Konjunktur anspringt. Banken, die künftig dennoch Geld bei der Zentralbank parken wollen, statt es zu verleihen, müssen Strafzinsen zahlen.

Das sind gute Nachrichten für alle, die Geld leihen und ausgeben wollen. Draghi wünscht sich zwar, dass Banken mehr Geld an Unternehmen in Südeuropa verleihen. Aber die Erfahrung zeigt, dass ein großer Teil der Geldschwemme nicht dorthin strömt, wo sie hin soll, sondern an den Finanzmärkten versickert. Das heißt für Aktien: Kurzfristig wird die liquiditätsgetriebene Rally weitergehen. Auch in andere spekulative Anlagen wie Hochzinsanleihen wird mehr Geld fließen.

„An den Finanzmärkten dürften vor allem europäische Aktien, zyklische Werte und Bankanleihen profitieren“, kommentiert Marc Craquelin, Investmentchef der französischen Fondsgesellschaft Financière de l’Echiquier. „Europäische Aktien haben nun gute Chancen, den amerikanischen Aktienmarkt zu überflügeln.“

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