Dax-Ausblick: Was sagt Draghi zur Kritik am EBZ-Kurs?

Dax-Ausblick
Anleger müssen sich warm anziehen

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Was sagt Draghi zur Kritik am EBZ-Kurs?

Mit Sicherheit wird wieder jedes Wort der Notenbanker diesseits und jenseits des Atlantiks auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt. Neuigkeiten von der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es am Donnerstag, wenn sie ihre Zinsentscheidung bekannt gibt. Doch Neuigkeiten werden eigentlich nicht erwartet. „Die EZB hält unbeirrt am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs fest“, sagt Christian Reicherter von der DZ Bank.

Im Dezember hatten die europäischen Notenbanker um Präsident Mario Draghi beschlossen, die bislang auf 1,74 Billionen Euro angelegten Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur um neun Monate bis mindestens Ende Dezember 2017 zu verlängern - allerdings bei einem niedrigeren monatlichen Umfang.

Zuletzt waren in Deutschland wieder vermehrt Stimmen laut geworden, die eine Abkehr von der Nullzinspolitik der EZB forderten. „Hätte die EZB nur Verantwortung für Deutschland zu tragen, wären ihre Notenbankzinsen niemals so tief gesunken und hätten Aufkäufe von Anleihen vielleicht nie stattgefunden“ sagt Halver. „Hätte, hätte, Fahrradkette! Die EZB ist nun aber einmal die geldpolitische Versicherung für alle Euro-Staaten und da es der großen Mehrheit von ihnen wirtschaftlich schlecht bis dreckig geht, sind Zinsen und Renditen eben überall in der Euro-Zone unten.“

Trotzdem wird die jüngste Kritik an der EZB-Politik sicherlich auch im Rahmen der an die Zinssitzung anschließenden Pressekonferenz ein Thema sein. Draghi wird sicherlich gefragt werden, inwieweit die Notenbank eine Anpassung des Ankaufprogrammes erwägen könnte, sollte sich die Konjunktur dynamischer als erwartet entwickeln und damit auch die Teuerung deutlicheren Auftrieb erfahren.

„Wir gehen davon aus, dass die EZB auch im Rahmen der geldpolitischen Beratungen eine kontinuierliche Reduzierung der Anleihekäufe nicht thematisieren wird“, so Reicherter. „Dies soll den Marktakteuren vermitteln, dass die Notenbank noch für einen längeren Zeitraum stimulierend am Markt aktiv sein wird. Mittelfristig kann das bedeuten, dass die EZB-Pressekonferenzen wenig Spannung versprühen dürften.“ Auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rechnet damit, dass die EZB eine „abwartende Haltung“ einnehmen wird. „Mario Draghi wird aber wohl klarstellen, dass kein Einstieg in den Ausstieg ansteht.“

Hinweise auf den Verlauf der Konjunktur gibt es in der neuen Woche nur sehr wenige. Am Dienstag steht aus Deutschland der ZEW-Index an. In den USA dürfte am Donnerstag der Philadelphia Fed Index die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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