Dax-Ausblick
Wechselhafte Signale aus Europa und den USA

Portugal hat gezeigt, dass die Euro-Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Beim Dax steigt deswegen die Volatilität. In den USA zeichnet sich indes eine langsame Konjunkturerholung ab – zum Unbehagen der Anleger.
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FrankfurtRichtige Freude will an den Märkten derzeit nicht aufkommen: Die Regierungskrise in Portugal und das Ringen um die nächsten Milliarden-Hilfen für Griechenland lassen die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks vorsichtig agieren. Analysten rechnen in den kommenden Handelstagen mit ähnlich stark schwankenden Kursen wie in der abgelaufenen Woche. Etwas Rückenwind könnten Dax und Dow allerdings von der einsetzenden Berichtssaison in den USA bekommen: "Die größten US-Unternehmen dürften ihren Gewinn - nach einem Rücksetzer im ersten Quartal - wieder gesteigert haben", prognostiziert LBBW-Analyst Uwe Streich. Die Gewinnüberraschungen sollten jedoch nicht allzu üppig ausfallen.

Eingeläutet wird die US-Berichtssaison traditionell mit den Quartalszahlen des Aluminiumriesen Alcoa. Das Unternehmen legt am Montag nach Börsenschluss seine Daten vor, bis zum Wochenschluss folgen unter anderem die Großbanken JP Morgan Chase und Wells Fargo.

Auf Achterbahnfahrt hatte sich zuletzt vor allem der Dax begeben - er schwankte zwischen 7.700 und 8.000 Punkten hin und her. Auf Wochensicht kommt der deutsche Leitindex - ähnlich wie der Dow - bis Freitagmittag auf ein mageres Plus von 0,5 Prozent.

Für Verunsicherung sorgte die ins Wackeln geratene Regierungskoalition in Portugal. Finanzminister Vitor Gaspar hatte wegen des schwindenden Rückhalts in der Bevölkerung für den Sparkurs des Landes seinen Rücktritt eingereicht. Ihm folgte Außenminister Paulo Portas. Sollte die Regierung scheitern, könnten in Portugal Neuwahlen anstehen. Unklar wäre dann, ob das Land am Sparkurs festhalten wird und Mitte 2014 den Rettungsschirm verlassen kann.

Auch Griechenland macht wieder von sich reden und bereitet den Anlegern Bauchschmerzen. Athen versucht, sich mit den internationalen Geldgebern über das umstrittene Reformprogramm zum Schuldenabbau zu einigen. Der Reformprozess ist ins Stocken geraten. Knackpunkt der Gespräche sind die Reformziele für den öffentlichen Dienst. Am Montag steht ein Treffen der Eurogruppe an, auf dem es um die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von 8,1 Milliarden Euro geht. Einige Analysten rechnen bereits mit einem zweiten Schuldenschnitt für das Land, weil sie der Meinung sind, dass das Land die Lasten auf Dauer nicht tragen kann. Im Frühjahr 2012 hatte Athen mit einem Schuldenschnitt bei seinen Privatgläubigern die Verbindlichkeiten um gut 100 Milliarden Euro verringert.

Auch Zypern versucht die Daumenschrauben des Reformprogramms der EU etwas zu lösen, worauf die EZB mit der Drohung eines Abbruchs des Hilfsprogramms drohte. Diese politischen Unsicherheiten tragen dazu bei, dass die Börsen wieder volatiler und schwer berechenbar werden.

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  • ^...............es ist unfaßbar, wie blauäugig ein Großteil der Schreiber hier und woanders die Daxentwicklung sehen. Glauben die "sogenannten Experten", daß alles gut ist. Das also die Entwicklung nur nach oben gehen kann. Sind sie halbgebildet? Möchte man hinterfragen. Denn es gehören zur Beurteilung und Entwicklung die wirtschafts-politischen Fakten hinzu. Bedeutet also, rundum gelesen und belesen zu sein, und das täglich, man kann sagen, von morgens bis abends. Richtet sich doch der Dax gerade nach diesen Fakten aus, nicht wahr? Sie sind doch die Auslöser für die Entwicklung am Markt. Ist doch die Tatsache, daß das reingepumpte billige
    Geld leider den Dax zwangsläufig nach oben muß. Also eine gefährliche und spekulative Entwicklung die nichts aber auch garnichts mit den am Markt befindlichen Unternehmen zu tun hat. Natürlich steigt deren Wert, aber er ist aufgebläht, also unnatürlich. Dazu kommen die Probleme in den USA (Häusermarkt) Südeuropa mit Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und sogar Frankreich (Arbeitslosigkeit), keine Infrastruktur (fehlender Mittelstand) und und und.
    Ergo, es fehlt seit geraumer Zeit das grundsolide Spiel, ausgehend von notierten Unternehmen am Markt, deren Wert im Auf und Ab den Dax bestimmen. werden also zu viel Knüppel zwischen die Beine geworfen, die da nicht hin gehören? Ja, so ist es. Also das ungesunde Beiwerk mit unendlich vielen Problemen in den einzelnen Ländern läßt den Blick auf den Dax verblenden. Es ist also momentan eine ungesunde Dax-Entwicklung. Ja, so ist es. Und die Entwicklung von 6000 bis 8000 und darüber ist nicht ehrlich, weil die von mir beschriebenen Fakten nicht mehr da sind. Und so zeigt sich der Dax unwillig weiter über 8000 zu steigen, richtig so. Weil noch einige Protagonisten da sind, die es genau so sehen, wie ich es beschrieben habe. Und es wird so kommen........der Abstieg.
    Wahrscheinlich in Etappen, wie am Freitag, aber auch dann mit einem Paukenschlag. Daran führt kein Weg vorbei.

  • Was ist daran bitte schön neu?

    So funktioniert das System in den USA und vielen anderen westlichen Ländern seit Jahrhunderten.

  • Predigen Sie das nicht seit Dax 6000?

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