Dax-Ausblick

Wenn Analysten irren

Die Euro-Krise spitzt sich zu, der US-Arbeitsmarkt kommt nicht in die Gänge, Chinas Wachstum schwächelt. Trotzdem überbieten sich die Analysten mit Kaufempfehlungen für Aktien. Das sollte Anleger nachdenklich stimmen.
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Händler an der Börse in Frankfurt: Der Dax hält sich noch vergleichsweise gut. Quelle: dapd

Händler an der Börse in Frankfurt: Der Dax hält sich noch vergleichsweise gut.

(Foto: dapd)

DüsseldorfImmer dann, wenn Analysten besonders optimistisch sind, sollten Anleger besonders vorsichtig sein. In der Vergangenheit haben sich die Einschätzungen der Experten oft als Kontraindikator erwiesen. Das könnte auch diesmal wieder der Fall sein. Die Kaufempfehlungen der Analysten lassen sich kaum mit der Realität vereinbaren.

In den USA haben Analysten für die Aktien im S&P 500 so viele Kaufempfehlungen vergeben wie nie zuvor. Bei insgesamt 247 der 500 Papiere im US-Index liegen mehr Kaufempfehlungen als Verkauf- und Halte-Empfehlungen zusammen vor. Das ist der höchste Wert seitdem der Datenanbieter Bloomberg im Jahr 2000 mit der Aufzeichnung dieser Daten begann. Gleichzeitig haben dieselben Analysten die Gewinnschätzungen für die Unternehmen im Schnitt deutlich gesenkt. Wie das mit der steigenden Zahl an Kaufempfehlungen zusammenpasst, bleibt ein Rätsel.

Auch für deutsche Aktien sind die meisten Analysten optimistisch. Die Experten der Commerzbank schreiben: "Trotz der sich abzeichnenden Abwärtsrevisionen bei den Gewinnerwartungen während der anstehenden Berichtssaison dürfte sich der Dax in den kommenden Wochen weiterhin seitwärts bewegen. Denn in der relativ niedrigen Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses ist das schwache konjunkturelle Umfeld zumindest teilweise bereits eingepreist."

Welche Aktien Sie brauchen - und welche nicht

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
Xetra

-1,30 -0,77%
+167,20€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Adidas
1 von 30

Adidas

Nettogewinn 2011: 671 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 209 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 289 Millionen Euro
Geschätztes KGV: 14,7
Dividendenrendite: 1,7 Prozent

Einschätzung: Kursanstieg spiegelt gutes Ergebnis wider. Halten.

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+0,10 +0,05%
+202,10€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
2 von 30

Allianz

Nettogewinn 2011: 2,55 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 857 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 1,37 Milliarden Euro
Geschätztes KGV: 6,5
Dividendenrendite: 6,2 Prozent

Einschätzung: Zu finanzkrisenanfällig. Verkaufen.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

-0,37 -0,39%
+93,52€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
3 von 30

BASF

Nettogewinn 2011: 6,19 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 2,41 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 1,72 Milliarden Euro
Geschätztes KGV: 9,3
Dividendenrendite: 4,5 Prozent

Einschätzung: Basisposition im Depot. Bei Rückschlägen kaufen.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
Xetra

-1,22 -1,17%
+103,30€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
4 von 30

Bayer

Nettogewinn 2011: 2,47 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 684 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 1,05 Milliarden Euro
Geschätztes KGV: 10,0
Dividendenrendite: 3,3 Prozent

Einschätzung: Zu viele Risiken in der Pipeline. Verkaufen.

BEIERSDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005200000
Börse
Xetra

+0,50 +0,52%
+97,16€
Chart von BEIERSDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Beiersdorf
5 von 30

Beiersdorf

Nettogewinn 2011: 250 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 123 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 123 Millionen Euro
Geschätztes KGV: 25,6
Dividendenrendite: 1,4 Prozent

Einschätzung: Ordentlich unterwegs. Halten.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-0,59 -0,64%
+92,04€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 30

BMW

Nettogewinn 2011: 4,88 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 1,13 Milliarden Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 1,34 Milliarden Euro
Geschätztes KGV: 7,0
Dividendenrendite: 3,8 Prozent

Einschätzung: Aktie dürfte noch günstiger zu haben sein. Halten.

Commerzbank

WKN
ISIN
Börse

Chart von Commerzbank
Commerzbank
7 von 30

Commerzbank

Nettogewinn 2011: 638 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2011: 985 Millionen Euro
Nettogewinn im ersten Quartal 2012: 369 Millionen Euro
Geschätztes KGV: 5,2
Dividendenrendite: keine Auszahlung

Einschätzung: Fundamental nicht einzuschätzen. Verkaufen.

Die Aktienmärkte sehen zwar - gemessen an den Gewinnkennziffern - günstig bewertet aus. Außerdem bleiben den Anlegern angesichts niedriger Zinsen kaum Alternativen zu Aktien. Dennoch könnten sich die Annahmen schnell als zu optimistisch herausstellen. Das sehen inzwischen manche Analysten selbst so: "Während die Konjunktur weltweit lahmt oder – wie im Euroraum – sogar in die Rezession abdriftet, schreiben die Analysten auf Marktebene weiterhin zweistellige Gewinnzuwachsraten für die Jahre 2013 und 2014 fort. Wir halten diese Annahmen für zu optimistisch und rechnen spätestens ab dem dritten Quartal mit Gewinnrevisionen", heißt es in einem Kommentar der DZ Bank.

Die Euro-Krise dürfte schon bald auf die deutschen Unternehmen durchschlagen. Für die Dax-Unternehmen ist Europa immer noch der wichtigste Markt - sie erzielen 60 Prozent ihres Ertrags in Europa, bei den Firmen aus dem MDax sind es sogar 72 Prozent. Die fallenden Frühindikatoren wie die Ifo-Geschäftserwartungen und der Einkaufsmanagerindex zeigen bereits an, dass die Unternehmen künftig weniger verdienen werden. Der am Dienstag zur Veröffentlichung anstehende ZEW-Index könnte das bestätigen.

An den Anleihemärkten lässt sich bereits deutlich ablesen, dass die Euphorie nach dem Euro-Gipfel verpufft ist. Die Risikoaufschläge für die Schuldenstaaten steigen schon wieder. Eine Reihe von Anleiheauktionen stehen in der kommenden Woche auf dem Programm. Deutschland, Frankreich und Spanien wollen Anleihen in einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro platzieren. Am Mittwoch werden die Investoren bei zweijährigen Nullkupon-Schatzanweisungen wahrscheinlich wieder negative Renditen in Kauf nehmen. Das von der Finanzagentur angepeilte Volumen liegt bei fünf Milliarden Euro. Frankreich und Spanien wollen am Donnerstag an den Markt gehen. Dabei dürfte es nur um kleine Aufstockungen für insgesamt zwei bis drei Milliarden Euro gehen.

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36 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Wenn Analysten irren"

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  • Anonymer Fucgs hat Problem nicht erkannt. Wer nicht weiß wie man Walfisch oder Nibelungenring schreibt, sollte ohne Paßkontrolle nicht in diesem Forum posten.

    An "totereinstein"

    Das beurteile ich genauso. Aber zusätzlich Bilanzwerte und Gewinn-und Verlustrechnung beachten und zwar so wie sie in der Finanzregression kontrainduziert sind. Übrigens, Betafaktoren verändert und dadurch KGV-> Siehe Formel

  • Ich schaue mir die Bilanzen selbst an und kaufe grundsätzlich nur noch, wenn sich nach einer Reduzierung der letzten 4 quartalsgewinne um 1/4 immer noch ein KGV von 4-7 ergibt. Denn ohne Wachstum sind keine höheren kGVs zu vertreten. Und analysten schlagen selbst bei rezession und anstehender weltwirtschaftskrise ja noch ne schippe drauf auf die gewinnprognosen! und zudem will ich noch 5-15% dividendenrendite, die nachhaltig ist, falls die aktie einem länger bleibt. um versicherungen und banken, swie modewerte (apple, hugo boss und noch alles was die herden hochjagen) mache ich einen großen bogen. dann warte ich auf den dead cat bounce und entsorge die aktienposition wieder. kann tage daiern aber auch mal paar jahre. auch bloody pigs ( wenn googwill> eigenkapital) nehme ich auf aber nur bei einem kgv von 4 wie beispielsweise hewlett packard, aber max 1/4 vom portfoliowert.

  • "Waal" und "Nibellungenring" - gehen Sie mal in einen Deutsch-Rechtschreibkurs! Peinliche Ungebildetheit der Leser. Aber so kommt das, wenn man den ganzen Tag nur Smartphone drückt und so im Mainstream abgelenkt ist.

  • Die Spekulation mit Aktien gleicht dem der Hütchenspieler. Wer mitmacht,der hat verloren bevor das Spiel beginnt,denn der bzw. die Insider teilen den Einsatz der naiven Anleger unter sich auf.

  • Seitdem nicht mehr alle Wege nach Rom führen,…

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    …landet man (oder Frau) am Ende aller Umwege hier:

    http://www.deweles.de/intro.html

    Alles, was davon abweicht, sind weitere Umwege.

  • Zeit zur Besinnung

    Politik nach Handelsplatzbarometer,die sogenannten "Märkte" und die sogenannten "Politiker" ringen um die Vorherrschaft. Wer dann die Waal hat, hat die Qual. Immer schön logger bleiben, Binnenkonsum² beachten,Substanz doppelt aufbauen und "Anal"-Fetichisten durch Nibellungenring entfernen.

  • " Dax-Ausblick:
    . Wenn Analysten irren "

    ..., dann ist's nur ein Problem mit den "...YSEN", z.B.

    "Anal - YSEN". Von
    "Oral - Ysen" hat schließlich noch keiner was gehört.

    Macht nichts, denn was die

    "Expert - YSEN" taugen und was bei deren Befolgen rauskommt, sieht man ganz deutlich an dem ach so ehrlichen EU(ro)-Gewürge unserer Politkasper.






  • So etwas stimmt uns nicht nachdenklich, weil wir wissen, dass auch diese Leute um ihren Job fürchten. Und: Wir helfen Ihnen gerne dabei!
    (Den Job durch Nichtkauf zu beseitigen!)

  • ANAL-ysten können allenfalls den Kurs von gestern erklären. Das Wort "ANAL" kann man jedenfalls so deuten.

  • Siehe "Hagadi"

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