Dax-Ausblick
„Wir sind noch nicht aus der Gefahrenzone“

Die Börsenrally hat an Schwung verloren. Die meisten Experten meinen, dass der Dax nur eine Pause einlegt. Sollte die Schuldenkrise allerdings auf Spanien oder Italien übergreifen, könnte es schnell ungemütlich werden.
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Frankfurt, DüsseldorfNach vielen Gewinnwochen hat der Dax die vergangene Woche mit einem kleinen Rückschlag beendet. Auch wenn der Index am Freitagnachmittag etwas aufholen konnte, betrug das Minus auf Wovchensicht rund zwei Prozent.

Experten meinen, dass sich Anleger davon nicht verschrecken lassen sollten: „Das dürfte nur ein Durchatmen, keine Trendumkehr sein, denn die konjunkturellen Fundamentaldaten stimmen“, sagt Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank.

Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp erklärt: „In der Summe scheint die Weltwirtschaft wieder stärker zu wachsen.“ Er rät dazu, gerade in Konsolidierungsphasen vor allem jene Aktien zu kaufen, die „vom robusten Wachstum in den USA und in den asiatischen Schwellenländern profitieren“.

Seit Jahresanfang kommt der deutsche Leitindex bereits auf ein Plus von gut 18 Prozent - eine Korrektur sei daher mehr als überfällig gewesen, urteilen die Analysten der Landesbank Berlin.

Ähnlich äußerten sich die Analysten der DZ Bank. Nach dem starken Kursanstieg seit Jahresanfang seien die Aktienmärkte nicht länger unterbewertet. Sowohl nach Kurs/Buchwert als auch nach Kurs/Cashflow sei der Dax derzeit nun fair bewertet. Grund für die Rally sei vor allem die reichliche Liquiditätszufuhr durch die EZB gewesen.


Für Aktienmarkt-Experte Atif Latif von Guardian Stockbrokers ist die Gefahr von größeren Kursrückschlägen allerdings alles andere als gebannt. Risikofaktoren seien neben einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Konjunktur auch die europäische Schuldenkrise. „Wir sind noch nicht aus der Gefahrenzone.“ Die Möglichkeit einer Ansteckung Spaniens, Italien oder Portugals sei real. „Das Bankensystem in diesen Staaten ist sehr schwach und die Lage könnte ernster sein, als es sich in den Kursen widerspiegelt.“

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Deutsche Konjunktur verliert an Schwung

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  • DAX. Die deutschen Exporte waren rekordverdächtig. Ich bringe das mit dem Europäischen Finanzsystem TARGET zusammen. Neben den übliche nSchulden der GIPS Staaten sind von 2007 bis heute 500 MRD EUR Schulden entstanden. Das sind rund 55 MRD EUR pro Jahr.

    Seit Herbst 2011 ist es das Ziel dieser Staaten in Defizit zurück zu fahren. Nach meinen Recherchen steht dem GIPS Defizit eine Forderung von ca. 85% (=425 MRD = 47 MRD/a) von der deutschen Bundesbank gegenüber.

    Wenn Sie auf Null zurückfahren, bedeutet dies, dass faktisch Waren, die dieser Geldmenge entsprechen, weniger importiert werden. GIPS sind ja die Nettoimporteure.

    D.h. neben den zu erwartenden Importen von China sind diese zu erwartenden Importrückgäne in Höhe von ca. 47 MRD EUR/a hinzu zu addieren.

    Die Wahnsinnsexporte der letzten Jahre liefen zum Teil auf Pump, das ist der Irrsinn von dem Ganzen. Entweder machen wir so weiter und akzeptieren das oder der Kampf der Schuldenkriese bedeutet: Im- und Export auf ein realistisches Niveau einzustellen, also zu reduzieren.

    Das bedeutet aber Exporteinbußen der BRD. Es werden weniger Steuer eingenommen, die Menschen möchten endlich mehr Lohn haben, dies geht nur mit teilweise Entlassungen in Betrieben, da auch die Produktion zurückgefahren werden muss. Wäre das schlimm?

    Meiner Meinung nach können wir 2-3% mehr Arbeitslose locker verkraften, wenn die Löhne dementsprechend gestaltet (höher) sind. Alle mal besser als eine künstlich hochgepuschte Konjunktur, die irgendwann (wahrscheinlich jetzt) zusammenbrechen wird und Schaden anrichtet.

    Denn wenn das Defizit von 470 MRD EUR von den deutschen Steuerzahlern bezahlt werden muss, dann können wir uns anstatt dieser die Arbeitslosen ganz locker leisten. Und zwar so, dass keiner wirklich arm werden muss.

    Aber das passt nicht in einen deutschen Kopf, wir sind auf Leistung gedrillt. Schon seit über hundert Jahren.

  • @Flashy: Da bleib ich doch bescheidener mit meinen Goldgewinnen und der kleinen Maseratisammlung...

  • Offensichtlich sind die Schlauen die Dummen. Und die Dummen die Schlauen.

    Offensichtlich haben Sie, Bruzens, keine Aktien. Ganz schön dumm.

    Oder schlau. Je nachdem, wann der nächste "August 2011" kommt.

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