Dax-Ausblick
Zahlen übernehmen die Macht

In der kommenden Woche geben die USA den Takt vor. Im Fokus steht die beginnende US-Bilanzsaison. Neben Aluminiumriese Alcoa werden große Banken ihre Zahlen vorlegen. Im Fahrwasser des Dow könnte der Dax kräftig zulegen.
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Frankfurt, DüsseldorfDas jüngste Kursfeuerwerk an der Wall Street dürfte dem deutschen Aktienmarkt auf die Sprünge helfen. Positive Daten vom darbenden US-Arbeitsmarkt sowie gute Umsätze bei großen Einzelhändlern nähren die Hoffnung auf eine Erholung der US-Konjunktur. „Wenn die US-Indikatoren nun nach oben drehen, sollten die Anleger wieder Vertrauen gewinnen“, sagt Commerzbank-Spezialist Christoph Balz. Eine moderate Belebung der US-Konjunktur sollte den Aktienmarkt spürbar stützen. Balz gibt grünes Licht für ein Allzeithoch des Dax von 8.200 Punkten bis zum Jahresende. Auch Wolfgang Duwe von der BremenLB ist zuversichtlich. „Ich bin sehr, sehr optimistisch für den Aktienmarkt in den kommenden Wochen“.

Der Dax werde sich im Fahrwasser des Dow Jones bewegen, der alte Höchststände anpeilt. Damit könnte der deutsche Leitindex nachhaltig über die 7.500er-Marke springen. Auch von den Unternehmen, die in der neuen Woche die Berichtsaison in den USA eröffnen, sei nicht mit negativen Überraschungen zu rechnen, sagt Duwe. „Es ist schon sehr beruhigend, wie gut der Markt die schlechten Nachrichten über die Schuldenkrise in Griechenland und dann auch Portugal weggesteckt hat“, betont der Analyst. Auch die Experten der Landesbank Berlin gehen davon aus, dass der Dax binnen Jahresfrist das knapp über 8.100 Punkte liegende Rekordhoch in Angriff nehmen wird. Allerdings sprächen die europäische Schuldenkrise und die weltweite konjunkturelle Abschwächung zunächst für ein Andauern des Börsen-Schwankkurses.

Zwar konnten die Griechenland-Sorgen zuletzt etwas gelindert werden, doch die Herabstufung Portugals um vier Stufen sorgte für neue Unruhe an den Märkten. Das Land auf der iberischen Halbinsel hat damit bei Moody's den Investmentgrade-Status verloren. Dies trieb die Renditen in der Euro-Peripherie nach oben und überlagerte die Genehmigung der Euro-Finanzminister für die Auszahlung der Juli-Tranche aus dem ersten griechischen Rettungspaket. Neben Griechenland, Irland und Portugal könnte die europäische Schuldenkrise mit Italien das nächste hochverschuldete Land in ihren Sog ziehen. Obwohl Italien am Rande einer Rezession steht, wurde in Rom unter dem Druck steigender Risikoaufschläge ein Sparpaket in Höhe von 47 Milliarden Euro beschlossen.

Sorgen bereitet auch der Blick nach Übersee: Während sich die US-Konjunktur durch den zuletzt starken Einkaufsmanagerindex (Industrie) zu festigen scheint, enttäuschten am Freitag die US-Arbeitsmarktzahlen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Zuwachs von 90.000 Stellen (außerhalb der Landwirtschaft) gerechnet, doch in der größten Volkswirtschaft der Welt wurden im Juni lediglich 18.000 neue Jobs geschaffen. „Nachdem der Jahresauftakt mit guten Zuwachsraten noch Hoffnung auf eine lang anhaltende Besserungsphase nährte, lässt die Entwicklung der letzten beiden Monate wieder starke Zweifel an einer nachhaltigen und vor allem spürbaren Erholung aufkommen“, sagte Postbank-Analyst Thilo Heidrich. Nach Bekanntwerden der Zahlen rutschte der Dax ins Minus, am Freitagnachmittag notierte der Leitindex oberhalb der 7.400-Punkte-Marke. Ob der bisherige Jahreshöchststand nachhaltig überwunden werden kann, wird auch von der kommende Woche anlaufenden Berichtsaison der US-Unternehmen abhängen.

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  • 100 pkt. chance nach oben, stehen 500 pkt. risiko nach unten gegenüber. tolle aussichten...

  • "... positive Daten vom darbenden US-Arbeitsmarkt ..." - so etwas passiert, wenn man seine Artikel bereits morgens verfasst und nachmittags veröffentlicht. Vielleicht hätte jemand nach Veröffentlichung der Daten Korrektur lesen sollen, der etwas davon versteht. Peinlicher gehts nimmer!

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