Dax-Ausblick
Zeit zum Verschnaufen

Zehn Wochen lang ist der Dax von einem Rekordhoch zum nächsten geeilt. Aber damit dürfte jetzt erst mal Schluss sein. Auf welche Korrekturmarken der wichtigste deutsche Aktienindex nun fallen könnte.
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DüsseldorfNach der jüngsten Dax-Rekordjagd dürften viele Anleger in der neuen Woche eine Verschnaufpause einlegen. „Der Leitindex dürfte um die Marke von 12.000 Punkten pendeln“, sagt Tobias Basse, Stratege bei der NordLB. „Einerseits dürften Investoren immer wieder Gewinne einstreichen, andererseits stehen noch genügend Leute mit Geld an der Seitenlinie, die auf einen günstigen Zeitpunkt für einen Einstieg warten.“ Angesichts der nur wenigen anstehenden Unternehmens- und Konjunkturdaten dürften die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

In der vergangenen Woche setzte der Dax seinen jüngsten Aufschwung fort und stieg bis Freitagmittag um rund ein Prozent auf 12.020 Zähler. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 22 Prozent zu Buche. Am Montag hatte das Anleihenkaufprogramm der EZB den Leitindex erstmals über die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten getrieben.

Das Erreichen dieser Rekordmarke hat Anton Riedl, Börsenexperte der WirtschaftsWoche, bereits vor vier Wochen vorausgesagt. „Nächster Halt 12.000 Punkte“, lautete die Überschrift. Dabei hatte sogar das bisherige Rekordhoch nahe bei 12.200 Zählern prognostiziert. Zur Erinnerung: Ende Februar, zum Zeitpunkt der Prognose, stand der Dax bei 11.400 Zählern.

Und was hatte Riedl damals nach dieser Prognose weiter erwartet? „Nach einem Frühjahrs-Anstieg bis in die Region um 12.000 ist ein Rücksetzer durchaus wahrscheinlich, der in einer ersten Phase bis rund 11.000 gehen könnte, in einer möglichen Erweiterung sogar bis 10.000. Mehr Korrekturpotenzial lässt sich im Augenblick nicht ableiten.“

Kapitalmarkt-Experte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zeigt sich optimistischer. „Der Dax könnte in den nächsten Tagen neue Rekordhochs erreichen – schließlich ist das Umfeld weiter ideal: Öl ist billig und der Euro-Kurs ist niedrig, was unsere Exporteure freut.“ Zwar sollten Anleger die Entwicklung in Griechenland im Auge behalten. „Aber selbst ein Ausscheiden Athens aus der Euro-Zone wird die Börsen kaum mehr schocken. Dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

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