Dax-Ausblick

Zwischen Hoffen und Bangen

Schwache Zahlen vom Arbeitsmarkt der USA geben den Börsen Auftrieb. Doch viele Investoren fragen sich weiter, wie nachhaltig die jüngste Erholung ist. Gespannt blicken die Anleger vor allem auf die EZB-Sitzung kommende Woche.
Anleger warten auf die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag. Quelle: AP
Mario Draghi

Anleger warten auf die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag.

(Foto: AP)

FrankfurtKommt die Korrektur? Oder kommt sie nicht? Viele Investoren sind noch immer nicht restlos überzeugt, dass das jüngste Zwischenhoch an den Börsen sich zu einem dauerhaften Trend entwickeln kann – auch wenn viele Experten den Dax Ende des Jahres bei über 11.000 Punkten sehen.

Es sind deshalb vergleichsweise spröde Zahlen, die am Freitagnachmittag in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger rückten: Der Bericht vom US-Arbeitsmarkt, der – wie von vielen Börsianern erhofft – schwächer ausfiel als erwartet. Eine sehr starke Vorlage hätte den Markt dagegen auf Talfahrt geschickt.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
Xetra

+1,00 +1,26%
+79,50€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

+0,10 +0,26%
+38,30€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

-0,50 -0,38%
+132,00€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

-0,20 -0,38%
+51,80€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
Xetra

-1,20 -0,82%
+144,20€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
FSE

-0,40 -1,55%
+25,40€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
FSE

+0,60 +1,32%
+46,00€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Doch die mäßigen Zahlen dämpften die Erwartungen, dass die US-Notenbank schon im September den Leitzins ein weiteres Mal anhebt, wie Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba darlegte. Händler registrierten dies freudig, denn die Aussicht auf eine längere Niedrigzinsphase macht Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren attraktiver.

Viele Investoren konnten der Botschaft aus den USA deshalb etwas Gutes abgewinnen. Denn an den Aktienmärkten herrscht noch immer Unklarheit, wie genau nun die Äußerungen der Notenbanker während ihres Treffens vor gut einer Woche in Jackson Hole zu bewerten sind. „Ein positiver Arbeitsmarktbericht wäre ein viel stärkeres Signal für eine Zinserhöhung gewesen als die Worte der Fed-Chefin Janet Yellen und ihres Vize Stanley Fischer“, argumentiert Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Die schwächeren Daten sprechen dagegen dafür, dass die Fed weiterhin nur extrem behutsam an der Zinsschraube dreht und die EZB-Geldpolitik im Zweifel noch expansiver wird. Damit verschiebe sich „die relative Attraktivität noch weiter zugunsten von Dividendentiteln“, frohlockt die Helaba. So richtet sich in der neuen Woche der Blick der Aktionäre vor allem wieder nach Frankfurt am Main. Denn dort ist es die EZB, von der sich die Anleger nunmehr Impulse erhoffen. Am Donnerstag, den 8. September, trifft sich der EZB-Rat zu seinem geldpolitischen Treffen, mit anschließender Pressekonferenz.

Es sei gut möglich, dass der Rat bereits dann beschließt, das Anleihenkaufprogramm über März 2017 hinaus durchzuführen, mutmaßen mehrere Analysten. Dann würde er wohl auch die bisherige Einschränkung aufweichen, nur Anleihen mit Renditen oberhalb des Einlagezinses zu kaufen. Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euroraum aufgrund des Brexit-Votums bereits heruntergesetzt. Die EZB wird am Donnerstag voraussichtlich ebenfalls neue Projektionen veröffentlichen. „In der Folge könnten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen zwar durchaus das obere Ende ihrer gut etablierten Spanne von minus 0,1 Prozent bis null Prozent testen, diese am Ende aber wohl kaum verlassen“, prognostiziert die Commerzbank.

Minus für das produzierende Gewerbe erwartet
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