Dax-Ausblick
Zwischen Hoffen und Bangen

Schwache Zahlen vom Arbeitsmarkt der USA geben den Börsen Auftrieb. Doch viele Investoren fragen sich weiter, wie nachhaltig die jüngste Erholung ist. Gespannt blicken die Anleger vor allem auf die EZB-Sitzung kommende Woche.

FrankfurtKommt die Korrektur? Oder kommt sie nicht? Viele Investoren sind noch immer nicht restlos überzeugt, dass das jüngste Zwischenhoch an den Börsen sich zu einem dauerhaften Trend entwickeln kann – auch wenn viele Experten den Dax Ende des Jahres bei über 11.000 Punkten sehen.

Es sind deshalb vergleichsweise spröde Zahlen, die am Freitagnachmittag in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger rückten: Der Bericht vom US-Arbeitsmarkt, der – wie von vielen Börsianern erhofft – schwächer ausfiel als erwartet. Eine sehr starke Vorlage hätte den Markt dagegen auf Talfahrt geschickt.

Doch die mäßigen Zahlen dämpften die Erwartungen, dass die US-Notenbank schon im September den Leitzins ein weiteres Mal anhebt, wie Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba darlegte. Händler registrierten dies freudig, denn die Aussicht auf eine längere Niedrigzinsphase macht Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren attraktiver.

Viele Investoren konnten der Botschaft aus den USA deshalb etwas Gutes abgewinnen. Denn an den Aktienmärkten herrscht noch immer Unklarheit, wie genau nun die Äußerungen der Notenbanker während ihres Treffens vor gut einer Woche in Jackson Hole zu bewerten sind. „Ein positiver Arbeitsmarktbericht wäre ein viel stärkeres Signal für eine Zinserhöhung gewesen als die Worte der Fed-Chefin Janet Yellen und ihres Vize Stanley Fischer“, argumentiert Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Die schwächeren Daten sprechen dagegen dafür, dass die Fed weiterhin nur extrem behutsam an der Zinsschraube dreht und die EZB-Geldpolitik im Zweifel noch expansiver wird. Damit verschiebe sich „die relative Attraktivität noch weiter zugunsten von Dividendentiteln“, frohlockt die Helaba. So richtet sich in der neuen Woche der Blick der Aktionäre vor allem wieder nach Frankfurt am Main. Denn dort ist es die EZB, von der sich die Anleger nunmehr Impulse erhoffen. Am Donnerstag, den 8. September, trifft sich der EZB-Rat zu seinem geldpolitischen Treffen, mit anschließender Pressekonferenz.

Es sei gut möglich, dass der Rat bereits dann beschließt, das Anleihenkaufprogramm über März 2017 hinaus durchzuführen, mutmaßen mehrere Analysten. Dann würde er wohl auch die bisherige Einschränkung aufweichen, nur Anleihen mit Renditen oberhalb des Einlagezinses zu kaufen. Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euroraum aufgrund des Brexit-Votums bereits heruntergesetzt. Die EZB wird am Donnerstag voraussichtlich ebenfalls neue Projektionen veröffentlichen. „In der Folge könnten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen zwar durchaus das obere Ende ihrer gut etablierten Spanne von minus 0,1 Prozent bis null Prozent testen, diese am Ende aber wohl kaum verlassen“, prognostiziert die Commerzbank.

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