Dax-Schluss
Dax-Weihnachtsrally ist schnell verebbt

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag ihre Gewinne eingestrichen und die Weihnachtsrally der vergangenen Tage vorerst beendet. Selbst ein unerwartet kräftiger Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex hellte die Stimmung nur kurz auf.

HB FRANKFURT. Überraschend starke Inflationsdaten aus den USA sorgten im Handelsverlauf für neuen Druck auf die Indizes. Auch an der Wall Street fielen die Kurse.

Der Dax beendete den Handel 0,66 Prozent schwächer bei 6553,51 Punkten. „Die Vorgaben aus Asien waren einfach viel zu schlecht, um dagegen zu halten“, sagte ein Händler. „Außerdem ist der Dax seit Anfang Dezember um knapp 400 Punkte gestiegen, da ist eine Korrektur durchaus angebracht“, erklärte ein anderer Börsianer.

Thailands Aktienmarkt erlitt am Dienstag den größten Kurseinbruch seit 16 Jahren. Der Leitindex SET stürzte zeitweise 19 Prozent ab. Händler und Investoren fühlten sich an den Beginn der Asienkrise vor knapp zehn Jahren erinnert. Diese hatte ebenfalls in Thailand begonnen und später die Finanzmärkte und die Volkswirtschaften der gesamten Region in Mitleidenschaft gezogen. Diesmal hatte der Crash ganz andere Gründe und verlief eher glimpflich: Die thailändische Notenbank hatte kurzerhand neue Regeln erlassen, die eine striktere Kontrolle der kurzfristigen spekulativen Geldzuflüsse vorsehen. Die Regeln wurden später von der Regierung wieder gelockert.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist kurz vor der Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel ungebrochen gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 108,7 von 106,8 Punkten im Vormonat. Der Teilindex für die Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten stieg auf 102,5 von 100,2 Punkten. „Ich finde es erstaunlich, dass die Erwartungskomponente noch einmal angestiegen ist“, sagte Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Das heißt, dass die Wirtschaft tatsächlich brummt, und man muss keine Angst haben, dass die Mehrwertsteuererhöhung daran groß etwas ändern wird.“

Zu den größten Verlierern unter den Standardwerten zählten die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate und des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care, die beide mehr als zwei Prozent einbüßten. Auch Papiere der beiden Energieversorger E.ON und RWE wurden von vielen Anlegern verkauft. Das Minus von einem Prozent bei den Titeln des Softwarekonzerns SAP erklärten Börsianer mit recht schwachen Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Oracle. Trotz eines Gewinnsprungs um um mehr als 20 Prozent verfehlte Oracle die Markterwartungen bei der Anzahl der verkauften Softwarelizenzen.

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