Dax-Vorschau
Anleger erwartet „heißer Herbst“

Die kommenden Tage und Wochen dürften Experten zufolge turbulent werden für Aktienanleger. Die Notenbanken tagen, die Euro-Rettung steht auf dem Spiel. Außerdem wird sich zeigen, wie es um die US-Konjunktur bestellt ist.
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FrankfurtFür Aktienanleger heißt es in den kommenden Tagen noch einmal ordentlich Luft holen. Nach dem Sommerloch dürfte im September ein heißer Börsenherbst beginnen: Es stehen wichtige Zentralbankentscheidungen an, das Bundesverfassungsgericht wird sich zum ESM äußern, Spanien könnte europäische Finanzhilfen beantragen, und für Griechenland geht es wieder einmal darum, ob weitere Rettungsgelder fließen oder nicht. "Selten lagen Chancen und Risiken so eng beisammen, wie es derzeit an den Kapitalmärkten der Fall ist", sagt Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg. "Zwei Punkte dürften in den kommenden Wochen ausschlaggebend sein: Wie werden die Zentralbanken und insbesondere die EZB handeln, und wie entwickelt sich die Konjunktur im Verlauf der zweiten Jahreshälfte weiter?"

Für die kommenden Tagen erwarten die Strategen noch keine großen Sprünge. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten hatte der Leitindex zwar vorübergehend überwunden, konnte sie aber nicht verteidigen. Die Experten der Landesbank Berlin halten es für wahrscheinlich, dass noch mehr Investoren Kasse machen. Immerhin hat der Dax allein seit Juli knapp 13 Prozent an Wert gewonnen. Auf Wochensicht hat der Leitindex nun anderthalb Prozent eingebüßt. Am Freitagmittag notierte er um 6930 Zähler.
Hoffnungsanker für viele Anleger bleiben die Notenbanken. Erster wichtiger Termin: das am Freitag beginnende traditionelle Treffen führender Zentralbanker in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. 2010 hatte Fed-Chef Ben Bernanke auf eben diesem Treffen das zweite Anleihen-Kaufprogramm angekündigt.

Auch die EZB-Sitzung am 6. September wird in den kommenden Tagen verstärkt in den Fokus rücken. Spekulationen, wie genau der Masterplan der Zentralbank wohl aussehen wird, dürften die Märkte in den kommenden Tagen in Bewegung halten. Im Gespräch sind unterstützende Käufe von Anleihen angeschlagener Länder. Eine andere Variante wäre die Festlegung auf bestimmte Zinsschwellen, oberhalb der die EZB interveniert.

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  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
    „Nicht persönlich werden“
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • an jedem Crash verdienen wenige Milliarden !

    Die dunkle Macht von Geld, Gold, Banken, Öl, Atombomben, Börsenzockerei, Schlösser, Waffenlieferungen, Krisen, Kriege, Erschiessungen, Medienmonopole, Weltraumraketen etc. , wird immer noch größer werden, wenn sie mit ihren eigenen Mitteln bekämpft wird.

    Nur wenn die helle lichte Kraft der Unendlichkeit sich immer mehr ausweitet,
    von der im Universum jeder etwas in sich trägt und aktivieren kann,
    wird sie das Dunkle und Böse verdrängen können.

  • Mal ganz einfach gesagt: Das Wort von der Euro "Rettung"
    ist sowieso Augenwischerei und Täuschung.

    Fast alle Staaten der Eurozone haben massive strukturelle Haushaltsdefizite und ihre Schulden steigen immer weiter.
    Solange das so ist, wird das Vertrauen der Investoren
    immer geringer werden.
    Wer gibt schon gerne einem Schuldner Geld,
    bei dem die Rückzahlung mit jedem Tag unwahrscheinlicher wird.

    So lange das so ist, kann man den Euro als sinkendes Schiff betrachten. Die Löcher werden nicht gestopft, im Gegenteil.

    Die EZB und die Politiker können zwar versuchen, den
    Passagieren durch kosmetische und vetragsbrüchige Aktionen die Illusion einer "Rettung" zu verkaufen, wie sei es seit Ausbruch der Krise 2008 tun.

    Aber die klügeren und stärkeren Passagiere werden es immer weniger glauben, und die Rettung in die eigene Hand nehmen, sprich die Rettungsboote klramachen und das sinkende
    Schiff Euro einfach verlassen. Die dümmeren werden draufbleiben und damit untergehen. Die Musik spielt im Salon bis zuletzt: "Die Rettung naht"

    Um die Katastrophe aufzuhalten müssten in ganz kurzer Zeit
    alle Haushaltsdefizite zu Null werden. Das ginge eventuell durch
    Rückdrehen der Räder auf die 90er Jahre (Gehälter, Ausgaben).

    Damals haben wir auch nicht schlecht gelebt.
    Aber inzwischen haben sich jede Menge Schmarotzer und Profiteure am Scheinwohlstand auf Pump gebildet, und vor deren Wählerstimmen hat unsere Politkaste (die oft in ihrem Leben nur Politik gemacht und von den Stuern anderer gelebt hat) zuviel Angst.

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