Der Dax und das Drama um VW

400 Milliarden sind verbrannt

Deutsche Aktien stürzen immer weiter ab. Von seinem Rekordhoch bei rund 12.400 Punkten ist der Dax mittlerweile meilenweit entfernt. Gut 3000 Punkte hat er seither verloren – vor allem seit dem Beginn der VW-Krise.
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Die Kursverluste der vergangenen Wochen beim Dax haben Anlegergeld vernichtet. Quelle: Imago
Geld verbrennt

Die Kursverluste der vergangenen Wochen beim Dax haben Anlegergeld vernichtet.

(Foto: Imago)

DüsseldorfDeutsche Aktien fallen zurzeit in einem Tempo wie seit der europäischen Schuldenkrise nicht mehr. Die Angst vor einer Rezession hat den Dax am Dienstag zeitweise sogar auf den tiefsten Stand des Jahres gedrückt. „Eine nahende weltweite Konjunkturabschwächung verbunden mit fallenden Unternehmensgewinnen ist jetzt das an der Börse meist gehandelte Szenario“, sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Im Laufe des Vormittags machte der deutsche Leitindex seine Verluste zwar wett. „Die aktuelle Erholung steht allerdings auf sehr wackligen Füßen“, warnte der Experte.

Seit dem Hoch im April haben deutsche Unternehmen mehr als 400 Milliarden Euro an Marktwert eingebüßt. Der Dax steuert auf das zweite Verlustquartal in Folge zu – erstmals seit dem Krisenjahr 2009. Kapitalmarktexperten halten den aktuellen Ausverkauf allerdings für übertrieben und sehen Gewinne am Horizont. Ob es noch für einen Jahresgewinn beim Dax reichen wird, muss sich zeigen.

Das bisherige Börsenjahr 2015 war für Anleger ein Wechselbad der Gefühle. Erst jagte der Dax im ersten Quartal von Rekord zu Rekord und schaffte es locker über die Marke von 12.000 Punkten. Stolze 22 Prozent kletterte der Dax in den ersten drei Monaten des Jahres. Doch dann brauten sich dunkele Wolken am Börsenhimmel zusammen. Erst war es die Erholung des Euro, die den Anlegern die Laune verhagelte. Dann sorgte die Griechenland-Krise für fallende Kurse. Jeweils konnte sich der Dax nach einigen Wochen wieder stabilisieren.

Doch die nächsten beiden Rücksetzer sind, wie es scheint, schwerer zu verdauen. Die Befürchtungen einer Konjunkturabschwächung in China und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft sorgten für einen extrem schwachen August an den Märkten. Am schwarzen Montag, dem 24. August, rutschte der Dax im Handelsverlauf bis auf fast 9300 Punkte ab und ging mit heftigen Verlusten aus dem Handel. Wirklich erholen konnten sich die deutschen Aktien in der Folge nicht.

Und nun das Drama um Volkswagen. Der Konzern hat bei Abgastests für Dieselfahrzeuge geschummelt und das auch mittlerweile eingeräumt. Die Aktie brach in den vergangenen Handelstagen um etwa ein Drittel ein. Und mit ihr gerieten die anderen deutschen Autobauer unter Druck.

Autoaktien sind im Dax relativ hoch gewichtet. Auch die Zulieferer mussten bluten. Die Angst ist groß, dass das Image deutscher Autobauer im Ausland massiv gelitten hat und die Absätze einbrechen. Das hätte auch Folgen für die deutsche Konjunktur.

Weitere Auswirkungen auf den Dax
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75 Kommentare zu "Der Dax und das Drama um VW: 400 Milliarden sind verbrannt"

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  • Nun meckern sie doch nicht immr über das HB.

    Sputnik ist das off. deutsche Segment der russischen Nachrichtenagentur. Dort kann man sich bestens informieren und die sind auch so tolerant, das ALLE Kommentare übernommen werden.

    Wer die Wahrheit schreibt, muss Leser nicht zensieren. Zensur ist immer ein Zeichen von Schwäche und Unwahrheit.

  • Au man, VW ist wirklich ein Weltunternehmen! Quer über der ganzen Welt, mit Ausnahme von Brasilien, Russland etc., sind die Indizes gefallen - und das alles liegt lt. HB an VW.

    Oder nur in Deutschland an VW und im Restz der Welt an was anderem? Wieso dann hier an VW und nicht auch an diesem anderen?

    Für ein Wirtschatsblatt ungeheuerlich schlechter Artikel!

  • @Frau Anna Buschmann, sie haben natürlich völlig recht, wenn denn die Flüchtlingskrise eine Bagatelle wäre ----- aber jeder Migrant (Flüchtlinge nach den Kriterien der Genfer Konvention + ca. 600.000 "Geduldete") wird Deutschland pro Jahr mindestens EUR 12.000 kosten. Das sind dann bei 1 Million Migranten mindestens 12 Milliarden EUR/Jahr und das ist wahrlich keine Bagatelle, zumal bei realistischer Betrachtungsweise in nächster Zukunft mit sehr schlechten Wirtschaftsdaten zu rechnen sein wird und zur Finanzierung der Kosten dann Steuererhöhungen und weiterer Sozialabbau ins Haus stehen.

    Guten Abend noch
    Otto Berger

  • könnten die Damen und Herren ihre Flüchtlingskrise bitte woanders diskutieren?

    Hier sollte es eigentlich um die Wirtschaft gehen und nicht um Eure kleinlichen Streitereien...

  • Daxstände 2008 :

    Jahresanfang : 8.045.97
    Jahresende : 4.810.20

    Dax 2015 :

    Jahresanfang : 9.764.73
    Jahresende : Es ist noch v i e l Platz nach UNTEN !!

  • und wieder hat der Kim Jong Un des HB zugeschlagen.

    die Zensur wird langsam affig, liebes HB.

  • @berger
    Sie moegen durchaus Recht haben.
    Zu unserem Nachteil scheint aber allemal zu sein.
    Das ist die traurige Wahrheit!

  • Tragisch, wo es doch wochenlang seitens Handelsblatt hieß, Aktien seien alternativlos und Dividenden die neuen Zinsen. Zu allem Überfluss wurde auch noch der Tag der Aktie ausgerufen (16.03.) Solche falschen Versprechungen schädigen massiv die ohnehin leidende Aktienkultur Deutschlands. Gleiche Aktionsmedien haben zur Jahrtausendwende die Massen in die New Economy getrieben, 2007 zu Zertifikaten geraten.

  • @Herr Giannis Peissinger :

    "Griechenlandkrise, Russland Sanktionen, ------------, Neustationierung von Atomwaffen in Deutschland sowie die Flüchtlingskrise haben m.E. alle einen gemeinsamen Nenner: Sie sind von unseren Freunden inorchestriert."

    Nein, diese Probleme haben einen Namen : Angela Merkel, Bundeskanzlerin der
    Bundesrepublik !!
    Allerdings besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass sie zum Nachteil Deutschlands "inorchestriert" wurde. Wofür sonst verleiht Mr. Obama Verdienstorden.

  • Sehr gute Analyse. Sagen Sie das nur nicht weiter.

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