Der Dax und das Drama um VW
400 Milliarden sind verbrannt

Deutsche Aktien stürzen immer weiter ab. Von seinem Rekordhoch bei rund 12.400 Punkten ist der Dax mittlerweile meilenweit entfernt. Gut 3000 Punkte hat er seither verloren – vor allem seit dem Beginn der VW-Krise.
  • 75

DüsseldorfDeutsche Aktien fallen zurzeit in einem Tempo wie seit der europäischen Schuldenkrise nicht mehr. Die Angst vor einer Rezession hat den Dax am Dienstag zeitweise sogar auf den tiefsten Stand des Jahres gedrückt. „Eine nahende weltweite Konjunkturabschwächung verbunden mit fallenden Unternehmensgewinnen ist jetzt das an der Börse meist gehandelte Szenario“, sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Im Laufe des Vormittags machte der deutsche Leitindex seine Verluste zwar wett. „Die aktuelle Erholung steht allerdings auf sehr wackligen Füßen“, warnte der Experte.

Seit dem Hoch im April haben deutsche Unternehmen mehr als 400 Milliarden Euro an Marktwert eingebüßt. Der Dax steuert auf das zweite Verlustquartal in Folge zu – erstmals seit dem Krisenjahr 2009. Kapitalmarktexperten halten den aktuellen Ausverkauf allerdings für übertrieben und sehen Gewinne am Horizont. Ob es noch für einen Jahresgewinn beim Dax reichen wird, muss sich zeigen.

Das bisherige Börsenjahr 2015 war für Anleger ein Wechselbad der Gefühle. Erst jagte der Dax im ersten Quartal von Rekord zu Rekord und schaffte es locker über die Marke von 12.000 Punkten. Stolze 22 Prozent kletterte der Dax in den ersten drei Monaten des Jahres. Doch dann brauten sich dunkele Wolken am Börsenhimmel zusammen. Erst war es die Erholung des Euro, die den Anlegern die Laune verhagelte. Dann sorgte die Griechenland-Krise für fallende Kurse. Jeweils konnte sich der Dax nach einigen Wochen wieder stabilisieren.

Doch die nächsten beiden Rücksetzer sind, wie es scheint, schwerer zu verdauen. Die Befürchtungen einer Konjunkturabschwächung in China und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft sorgten für einen extrem schwachen August an den Märkten. Am schwarzen Montag, dem 24. August, rutschte der Dax im Handelsverlauf bis auf fast 9300 Punkte ab und ging mit heftigen Verlusten aus dem Handel. Wirklich erholen konnten sich die deutschen Aktien in der Folge nicht.

Und nun das Drama um Volkswagen. Der Konzern hat bei Abgastests für Dieselfahrzeuge geschummelt und das auch mittlerweile eingeräumt. Die Aktie brach in den vergangenen Handelstagen um etwa ein Drittel ein. Und mit ihr gerieten die anderen deutschen Autobauer unter Druck.

Autoaktien sind im Dax relativ hoch gewichtet. Auch die Zulieferer mussten bluten. Die Angst ist groß, dass das Image deutscher Autobauer im Ausland massiv gelitten hat und die Absätze einbrechen. Das hätte auch Folgen für die deutsche Konjunktur.

Kommentare zu " Der Dax und das Drama um VW: 400 Milliarden sind verbrannt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nun meckern sie doch nicht immr über das HB.

    Sputnik ist das off. deutsche Segment der russischen Nachrichtenagentur. Dort kann man sich bestens informieren und die sind auch so tolerant, das ALLE Kommentare übernommen werden.

    Wer die Wahrheit schreibt, muss Leser nicht zensieren. Zensur ist immer ein Zeichen von Schwäche und Unwahrheit.

  • Au man, VW ist wirklich ein Weltunternehmen! Quer über der ganzen Welt, mit Ausnahme von Brasilien, Russland etc., sind die Indizes gefallen - und das alles liegt lt. HB an VW.

    Oder nur in Deutschland an VW und im Restz der Welt an was anderem? Wieso dann hier an VW und nicht auch an diesem anderen?

    Für ein Wirtschatsblatt ungeheuerlich schlechter Artikel!

  • @Frau Anna Buschmann, sie haben natürlich völlig recht, wenn denn die Flüchtlingskrise eine Bagatelle wäre ----- aber jeder Migrant (Flüchtlinge nach den Kriterien der Genfer Konvention + ca. 600.000 "Geduldete") wird Deutschland pro Jahr mindestens EUR 12.000 kosten. Das sind dann bei 1 Million Migranten mindestens 12 Milliarden EUR/Jahr und das ist wahrlich keine Bagatelle, zumal bei realistischer Betrachtungsweise in nächster Zukunft mit sehr schlechten Wirtschaftsdaten zu rechnen sein wird und zur Finanzierung der Kosten dann Steuererhöhungen und weiterer Sozialabbau ins Haus stehen.

    Guten Abend noch
    Otto Berger

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%