Deutsche Aktien Wochenendhandel deutet auf Verluste

Nach der Herabstufung der USA zittern Investoren weltweit vor der Wiedereröffnung der Börsen. Einen Hinweis darauf, was passieren könnte, liefert der außerbörsliche Handel mit deutschen Aktien.
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Händler an der Börse in Frankfurt. Quelle: dapd

Händler an der Börse in Frankfurt.

(Foto: dapd)

Düsseldorf, New YorkDem Deutschen Aktienindex (Dax) könnten bei Markteröffnung am Montagmorgen deutliche Kursverluste blühen. Im außerbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz wurde der Dax am Sonntagabend mit 6.120 Punkten berechnet. Das entspricht einem Minus von rund vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs auf dem Frankfurter Parkett am Freitag um 20 Uhr von 6.363 Stellen. „Anleger trennen sich im Grunde von allen Aktien. Bankenwerte sind besonders schwach“, sagte ein Händler.  Die Umsätze seien deutlich höher als an „normalen“ Sonntagen. „Man spürt schon, dass da ein wenig Panik im Markt ist“, fügte er hinzu. 

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte am Freitagabend die Bonität der USA auf „AA+“ von zuvor „AAA“ heruntergestuft. Bereits in den Tagen zuvor hatten die Börsen weltweit in Erwartung dieses Ereignisses und aus Angst vor einer globalen Rezession einen heftigen Kurssturz erlebt.

Umstritten ist nun unter Börsianern, ob die Herabstufung die Märkte in noch größere Aufregung versetzt. David Kotok, Fondsmanager bei US-Vermögensverwalter Cumberland Advisors, rechnet nur mit einer milden Reaktion. „Die US-Notenbank hat erklärt, dass sich bei der Bewertung der Papiere in den Büchern der Banken nichts ändert“, sagte er dem Handelsblatt. Zudem habe ja im Grunde jeder die Entwicklung kommen sehen.

Mohamed El-Erian, Chef der weltgrößten auf Anleihen spezialisierten Fondsgesellschaft Pimco ist da skeptischer. „Die Lage ist zu komplex, um das vorhersagen zu können“, sagte er im Handelsblatt-Interview. Es sei kaum zu prognostizieren, wie sich einzelne Markteilnehmer verhielten.

Im Laufe des europäischen Sonntagabends wird sich sukzessive zeigen, wer Recht hat. Bis kurz vor 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit deuteten die wenigen zur Verfügung stehenden Indikationen jedoch auf weiter fallende Weltbörsen hin. So gaben die Kurse im Nahen Osten, wo auch am Wochenende gehandelt wird, deutlich nach. Der Markt in Dubai schloss mit einem Minus von 3,7 Prozent auf einem 20-Wochen-Tief. Die Börse in Tel Aviv schloss sieben Prozent im Minus. Für die kleinen Börsen im Nahen Osten gilt jedoch, was für den außerbörslichen Handel in Deutschland noch in verstärktem Maße gilt: Die Umsätze sind verglichen mit den großen Handelsplätzen der Welt mickrig. Wirklich aussagekräftige Kurse gibt es erst in der europäischen Nacht bei Eröffnung der Börsen in Asien.

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26 Kommentare zu "Deutsche Aktien: Wochenendhandel deutet auf weitere Kursverluste hin"

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  • An alle Euroskeptiker oder Patrioten : Was wäre, wenn der Wirt den Gast rauswirft, statt Ihn weiter auf Pump durchzuhalten. Er könnte seinen Laden zumachen. Bei 60% oder eher mehr von all den Exporten in die EU, wäre es auch bei uns sehr schlecht bestellt.
    Also: EZB nimmt Staatspapiere, dann EUROBONDS, Sparpakete, Investitionsanreize, und viel Gute Laune durch Aufbruchsstimmung allen voran durch kluge Unternehmer.

  • Auch so kann man oder frau eine Bankrotterklärung für Italien abgeben, nun ja, die Wahrheit und die Realität...

  • @ digi : wenn sie die Wahlprognosen zur Kenntnis nimmt und das hat sie bereits... nur werden wir sie dann doch nicht los, sie holt 54%...

  • Merkel und Sarkozy blasen jetzt zum "Endsieg". Die Knochen der Steuerzahler werden sich nur so häufen und der Markt wird dem Chaos-Duo nicht einen Jota mehr vertrauen. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten 1.) wir lösen das EURO Experiment geordnet auf oder 2.) wir vereinen alle EURO Finanzministerien in der Euro-Zone und nutzen ein einheitliches System.

    Es ist recht unwahrscheinlich das 2.) eintritt, also wann wird Frau Merkel dies realisieren?

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