Deutsche Bank leicht erholt
Dax verliert weiter an Boden

Der Deutsche Aktienindex hat am Mittwoch wegen schwacher Vorgaben von der Wall Street seine Talfahrt fortgesetzt.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der am Vormittag noch von Währungsspekulationen profitiert und rund 0,5 % an Wert gewonnen hatte, ging mit 4244,16 Punkten knapp sieben Zähler niedriger aus dem Handel. TecDax und MDax schlossen dagegen mit leichten Gewinnen. Der MDax gewann 0,22 % auf 5691 Zähler. Der TecDax rückte um 0,56 % auf 510 Punkte vor.

Im Fokus standen erneut die Aktien der Deutschen Bank, die leicht zulegten, nachdem das Kredithaus Engagements in Hedge-Fonds per se in Abrede stellte. Händler sprachen von einem sehr nervösen und richtungslosen Geschäft. In New York verloren die Kurse der Standard- und Technologiewerte im Schnitt bis zum europäischen Handelsschluss etwa 0,5 %.

"Der Markt ist sehr nervös. Eigentlich haben wir gar keine Richtung", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Ein anderer vermutete, dass weiterhin die Gerüchte um die Schieflage eines Hedge-Fonds die Anleger verstimmten. Möglicherweise entbehrten die Gerüchte nicht ganz jeder Grundlage. "Vielleicht liegt die Wahrheit ja irgendwo dazwischen", fügte der Händler hinzu. Der Markt sei sehr anfällig und empfänglich für Gerüchte aller Art, kommentierte ein anderer Händler. "Das ist kein gutes Zeichen, wenn der Markt auf so vage Gerüchte so stark reagiert." Bis Handelsschluss in Europa gab es unterdessen keine konkreten Hinweise auf Probleme bei einem Hedge-Fonds.

Die Deutsche Bank trat den Spekulationen, sie sei in irgendeiner Form mit dem betroffenen Fonds liiert, entgegen. "Wir verleihen kein Geld an Hedge-Fonds", stellte Deutsche-Bank-Finanzchef Clemens Börsig auf einer Investorenveranstaltung von UBS in New York fest. Händler sagten, dies sei genau das, was der Markt habe hören wollen. Somit erholte sich der Kurs der Deutschen Bank leicht und ging mit einem Plus von 0,4 % auf 62,12 ? aus dem Handel.

Am Vormittag hatten zudem Spekulationen auf eine baldige Aufwertung der chinesischen Währung dem Dax unerwarteten Auftrieb gegeben. Nachdem die chinesische Zentralbank aber den Spekulationen mit einem Dementi den Wind aus den Segeln nahm, gaben die Kurse wieder nach.

Als Stütze des Marktes erwiesen sich am Nachmittag die Konjunkturdaten aus den USA, wo das Handelsbilanzdefizit im März entgegen den Erwartungen von Experten gesunken war. Es war von revidierten 60,6 Mrd. Dollar im Februar auf 55,0 Mrd. Dollar gefallen - was dem niedrigsten Stand seit September 2004 entsprach. Händler nannten zudem die überwiegend positiven Unternehmenszahlen und einen leicht rückläufigen Trend des Ölpreises nach Vorlage von Lagerbestandsdaten aus den USA.

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