Deutsche Börse endet mit leichten Verlusten
Unsichere Zinsentwicklung hemmt den Dax

Der freundliche Auftakt auf dem deutschen Aktienmarkt konnte am Dienstag nicht gehalten werden: Die meisten deutschen Aktien sind mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Grund hierfür ist die Unsicherheit über die weitere Zinsentwicklung in der Euro-Zone.

HB FRANKFURT. Nach einem freundlichen Auftakt fiel der Dax um 0,6 Prozent auf 4872,97 Punkte und büßte damit fast die Hälfte seiner Vortagesgewinne ein. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,25 Prozent auf 6 680,53 Zähler, der TecDax sank um 0,15 Prozent auf 566,30 Punkte.

Viele Anleger neigten weiter zu Gewinnmitnahmen, berichteten Händler. Das Abwärtspotenzial werde aber von einer relativ günstigen Bewertung und der guten Vorlage der Wall Street begrenzt. Der überraschend gut ausgefallene ifo-Geschäftsklima-Index sei nicht honoriert worden, sagten Händler. Vielmehr habe sein überraschender Anstieg für Oktober auf das höchste Niveau seit fünf Jahren Spekulationen Auftrieb gegeben, die Europäische Zentralbank (EZB) könne nun doch früher als erwartet die Zinsen anheben. Einige enttäuschende Ergebnisse von Unternehmen in den USA und der überraschende Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im Oktober drückten zusätzlich auf die Stimmung.

Der erfolgreiche Abschluss der monatelangen Verhandlungen der Post-Tochter Postbank zur Übernahme des Hamelner Baufinanzierers BHW stützte den Kurs. Die im MDax gelisteten Postbank-Titel schnellten um gut drei Prozent auf 45,15 Euro an die MDax-Spitze. Analysten sprachen von einem sinnvollen Zukauf, der die Postbank in eine neue Liga katapultiere. Nach Einschätzung von HVB-Analyst Andreas Weese fiel der Kaufpreis geringer als erwartet aus. Die Deutsche Postbank übernimmt für maximal 1,79 Milliarden Euro die Mehrheit an dem Finanzdienstleister. Händler bewerteten das Geschäft in ersten Reaktionen als günstig für die Postbank, zumal die BHW gut zu der Post-Tochter passe. BHW-Papiere sackten hingegen um 4,28 Prozent auf 15,22 Euro.

Der weltgrößte Handy-Chip-Hersteller Texas Instruments hatte die Märkte mit seinem Umsatzausblick enttäuscht, der Druckerhersteller Lexmark schraubte seine Prognosen sogar herab. Auch gute Unternehmensnachrichten wie die des Pharma- und Spezialchemieherstellers Merck gaben dem Markt keine Richtung. „Im Moment sind alle sehr vorsichtig“, sagte ein Händler. Schließlich stehe man in Europa erst am Beginn der Berichtssaison, und da habe es am Dienstag sowohl Licht als auch Schatten gegeben. „Deshalb nehmen einige lieber ihre Gewinne vom Vortag mit.“

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