Deutsche Börse größter Gewinner
Sommerhitze lähmt Dax

Kaum verändert hat der Deutsche Aktienindex (Dax) nach einer Berg- und Talfahrt am Freitag geschlossen. Im Zentrum des Anlegerinteresses standen die Aktien von Schwarz Pharma. Das Monheimer Unternehmen reichte eine Patentklage gegen den US-Pharmahersteller Mylan ein, der zuvor überraschend ein Konkurrenzprodukt für sein umsatzstarkes Magenmittel Omeprazol herausgebracht hatte.

dpa/rtr FRANKFURT/MAIN. Von der sommerlichen Hitze offenbar ermattet hat der Deutsche Aktienindex Dax am Freitag nahezu unverändert geschlossen. Das Börsenbarometer stieg um 0,01 % auf 3332,24 Punkte. Der MDax gewann 0,72 % auf 3837,13 Zähler. Der TecDax stieg um 1,93 % auf 459,79 Punkte.

„Das Volumen ist zur Zeit recht dünn“, sagte ein Händler der Dresdner Bank. „Der Dax pendelt im Niemandsland und muss jetzt erstmal seinen Weg finden“. Joachim Goldberg vom Marktforschungsinstitut Cognitrend fügte hinzu: „Den Akteuren scheint nicht nur das Wetter, sondern auch das Börsenparkett zu heiß zu sein“.

Dabei hatte es zwischenzeitlich ganz gut am Markt ausgesehen. als der Leitindex bis auf 3367 Zähler geklettert war. Der vergebliche Versuch des Dax, die charttechnisch wichtige Marke von 3365 Punkten nachhaltig zu überwinden, nahmen Börsianern zufolge einige Anleger zum Anlass, um anfängliche Gewinne mitzunehmen. Die fallenden Kurse in den USA hätten dann weitere Verkäufe ausgelöst. Im Wochenvergleich verlor das Börsenbarometer mehr als drei Prozent.

Die Aktien der Deutschen Börse AG stiegen um 1,86 % auf 45,94 €. Damit waren die Papiere der gefragteste Wert im Dax, obwohl der Börsenbetreiber mit der Bilanz zum zweiten Quartal die Markterwartungen verfehlt hatte. Umsatz und Gewinn waren nicht so stark gestiegen wie von den Marktteilnehmern allgemein erwartet. „Die Zahlen waren zwar unter den Erwartungen", sagte ein Händler, „auf der anderen Seite muss man sehen, dass kaum ein Dax-Unternehmen derzeit solche Gewinnsteigerungen hinlegt.“ Die Aktie erhole sich nun lediglich von den Verlusten des Vortages, hieß es am Markt.

Die Titel der Versicherer setzten Neuigkeiten für die Branche nicht in Kursgewinne um: Ein Jahr nach der Jahrhunderflut in Deutschland sind fast alle versicherten Schäden ersetzt worden. Allein die Allianz-Versicherung zahlte als Marktführer nach eigenen Angaben mehr als 805 Mill. € für etwa 101 500 Schadensfälle aus. Die Aktie gab dennoch 0,52 % auf 85,80 € nach. Münchener Rück verloren 1,33 % auf 92,75 €.

Die Hoffnung auf bessere Zeiten hob indes die Aktie der im MDax notierten Pro Sieben Sat.1 Media im elektronischen Handel um plus 7,88 % auf 7,12 € an. Tags zuvor hatte der Konzern mitgeteilt, der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal sei dank Kostenkur und Umstrukturierungen verdoppelt worden. Zu Beginn der Woche erhielt US- Milliardär Haim Saban den Zuschlag für den Kauf von Deutschlands größtem TV-Konzern.

Die Aktie des Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma gewann im Xetra-Handel 6,21 % auf 29,95 €. Das Unternehmen verklagte den US-Konkurrenten Mylan Pharmaceuticals vor einem amerikanischen Gericht wegen Patentverletzung. „Mit der Klage hält sich Schwarz Pharma Möglichkeiten zur einstweiligen Verfügung und Sicherung von Schadenersatzansprüchen offen“, sagte Analyst Marcus Konstanti von Sal. Oppenheim. Diesen Schritt ging inzwischen der Hersteller des Omeprazol-Originalproduktes Prilosec, Astra Zeneca. Der britisch-schwedische Pharmakonzern verlangt im Rahmen seines laufenden Patentstreites mit Mylan nun Schadenersatz von dem US-Unternehmen.

Die Aktien von Karstadt-Quelle stiegen nach positiven Analystenkommentaren um 8,16 % auf 22,39 € und waren damit der stärkste Wert im Index. Die Deutsche Bank hatte den Titel heraufgestuft.

An der Wall Street stieg der Dow Jones um 0,44 % auf 9166,79 Punkte. Der Nasdaq Composite-Index gab hingegen 0,42 % auf 1645,19 Zähler nach. Der Eurostoxx 50 rückte bis Handelsende um 0,99 % auf 2460,14 Punkte vor.

Der Rentenmarkt war fester. Der Rex gewann 0,3 % auf 118,51 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,8 % auf 115,66 Punkte. Die Umlaufrendite sank auf 3,79 % (Vortag: 3,86). Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1326 (Donnerstag: 1,1353) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8829 (0,8808) Euro.

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