Deutscher Aktienmarkt
Dax fällt vor Langeweile ins Minus

Investoren haben sich am Mittwoch wegen neuer Unsicherheit über die Entwicklung der US-Zinsen von ihren Aktien getrennt und damit den Dax ins Minus gedrückt Insgesamt fehlte es - vor allem von Unternehmensseite - an Impulsen, um die Seitwärtsbewegung nachhaltig zu beenden.

HB FRANKFURT. Der Dax fiel um 0,74 Prozent auf 5775,54 Punkte. Von der Wall Street kamen am Nachmittag negative Impulse. Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt wirkten belastend.

Bereits am Vorabend hatte ein US-Notenbanker die Anleger verunsichert. Der Chicagoer Fed-Gouverneur Michael Moskow hatte erklärt, weitere Zinserhöhungen könnten zur Inflationsbekämpfung nötig werden. Die US-Notenbank Fed hatte Anfang August zum ersten Mal seit gut zwei Jahren die Zinsen unverändert gelassen. An den Märkten war dies als Ende der Zinserhöhungsphase mit Aktienkäufen honoriert worden, obwohl die Notenbank bei einem stärkeren Preisdruck erneute Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hatte. „Moskows Äußerungen waren Gift für den Aktienmarkt. Jetzt wissen viele Anleger erstmal nicht, wie sie sich positionieren sollen“, sagte ein Börsianer.

Auf der Unternehmensseite fehlte es am Mittwoch weitgehend an Impulsen. „Viele Anleger sind nicht da, die Umsätze sind mehr als bescheiden“, klagte ein Händler. Die Kursbewegungen im Dax wurden als teilweise völlig zufällig beschrieben.

Volkswagen-Papiere, die noch am Vortag wegen der andauernden Arbeitskämpfe in den südamerikanischen Werken unter Druck waren, holten geringfügig auf. Im mexikanischen Puebla einigte sich der Autokonzern mit der Gewerkschaft auf eine Lohnerhöhung, in Brasilien setzte VW den Arbeitnehmervertretern dagegen ein Ultimatum. Falls es bis Freitag keine Einigung gebe, werde der Autobauer die Schließung eines Werks prüfen, teilte VW in Brasilien mit. Die VW-Aktie gab am Ende um 0,4 Prozent nach.

Aktien der Commerzbank verloren Händlern zufolge auf Grund vager Platzierungsgerüchte bis zu 1,8 Prozent. Im Verlauf erholten sich die Aktien wieder leicht. Die Aktien hatten am Vortag mit einem Plus von gut zwei Prozent die Gewinnerliste im Dax angeführt. Die Commerzbank wollte die Gerüchte nicht kommentieren.

Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate profitierten von einem positiven Analystenkommentar und stiegen auf bis zu 46,70 Euro. Auf der anderen Seite des Tableaus lastete eine Herunterstufung durch die NordLB auf den Papieren von ThyssenKrupp, die sich um 2,5 Prozent auf 26,13 Euro verbilligten.

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