Deutscher Aktienmarkt
Dax schließt tief unter der 8 000er-Marke

Der Tag fing eigentlich so gut an. Die US-Notenbank hatte am Vorabend die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt und die Wall Street auf eine Rally geschickt. Die Anleger konnte dies allerdings nicht nachhaltig überzeugen, und der Dax musste schon bald das Terrain oberhalb der 8 000 Punkte verloren geben.

HB FRANKFURT. Die Kreditkrise hat am Donnerstag ungeachtet der US-Leitzinssenkung wieder Sorgen an den Börsen ausgelöst und auch die meisten deutschen Aktien belastet. Ein Händler sagte, dass nach der erwarteten Zinssenkung in den USA nun erstmal "die Luft raus" sei. Zudem drücke eine negative Studie über die Citigroup den Finanzsektor auf beiden Seiten des Atlantiks besonders deutlich in die Verlustzone.

Bis zum Handelsschluss gab der Index auf breiter Front um rund 120 Punkte nach. Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 1,7 Prozent oder 138 Punkten bei 7 881 Punkten. Der MDax verlor 1,52 Prozent auf 10 477,85 Punkte. Angetrieben von Kursgewinnen der schwer gewichteten Solartitel stemmte sich einzig der TecDax mit plus 0,06 Prozent auf 1 017,27 Zähler gegen den Trend und markierte damit den höchsten Schlussstand seit März 2002.



Nach einer negativen Analyse zur Citigroup kehrte die Furcht an den Markt zurück, dass die Auswirkungen der Subprime-Krise doch stärkere Spuren in den Bilanzen der Banken hinterlassen könnten, als bisher befürchtet. Die Citigroup läuft laut Analystin Meredith Whitney von CIBC Gefahr, ihre Dividende kürzen oder ihr Kapital erhöhen zu müssen oder aber Beteiligungen im Wert von 30 Mrd. US-Dollar zu verkaufen, um ihre Bilanz wieder auf Vordermann zu bringen.

Bankentitel standen deshalb ganz oben auf den Verkaufslisten: Commerzbank beendeten den Handel mit einem Minus von 4,6 Prozent bei 27,94 Euro, Deutsche Bank gaben um 3,6 Prozent auf 88,66 Euro nach und Postbank verloren 3,6 Prozent auf 48,62 Euro.

Die Volkswagen-Papiere zeigten sich ebenfalls sehr schwach. Die Commerzbank hatte die Aktie aufgrund ihrer inzwischen hohen Bewertung auf "Reduce" gesenkt. Das Papier fiel um 2,57 Prozent auf 192,82 Euro. Der gestiegene Monatsabsatz in den USA hatte so gut wie keinen Einfluss auf den Kurs.

Positiv hob sich im Dax allein die Aktie der Deutschen Börse ab mit einem satten Plus von 5,20 Prozent auf 114,56 Euro. Die weltweite Kreditkrise und ein wachsamer Blick auf die Kostenentwicklung bescherten dem Frankfurter Marktbetreiber ein neues Rekordquartal. Die am Mittwochabend nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen des Frankfurter Marktbetreibers übertrafen zugleich die bereits hohen Erwartungen der Analysten. Der Konzern blickt nun auch optimistisch auf 2008 und rechnet mit einem weiteren Rekordjahr. Zeitweise verteuerte sich das Papier auf einen Rekordstand von 117,00 Euro.

Im TecDax fielen die Solarwerte erneut mit Kursgewinnen auf und schritten überwiegend auf Rekordniveau weiter voran. Aber auch die jüngst nach einer Gewinnwarnung abgestraften Conergy erholten sich um weitere 3,00 Prozent auf 33,27 Euro von ihrem Kursrutsch. Solon gewannen an der Index-Spitze 4,38 Prozent auf 90,53 Euro, Ersol verteuerten sich um 4,14 Prozent auf 93,05 Euro. Das Dünnschicht-Modul "Nova-T" erfülle nun auch die Schutzklasse II Anforderungen, betonte ein Händler. Dies sei ein wesentlicher Meilenstein für die erfolgreiche Markteinführung.

Dagegen rutschten GPC Biotech nach Verlusten von knapp 60 Prozent am Mittwoch um weitere 6,52 Prozent auf 3,01 Euro ab. Die negativen Analystenkommentare zu den schwachen Satraplatin-Studiendaten rissen nicht ab. So senkte Goldman Sachs die Einstufung von "Neutral" auf "Sell" und reduzierte das Kursziel deutlich von 12,50 auf 1,37 Euro. Analystin Annie Cheng von JP Morgan schraubte ihr Kursziel von 7,00 auf 2,00 Euro zurück und bestätigte mit "Underweight".

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