Devisen Euro gibt nach – britisches Pfund unter Druck

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,0638 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch 1,0663 Dollar gekostet.
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Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,0638 US-Dollar gehandelt. Quelle: Reuters
Euro und US-Dollar

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,0638 US-Dollar gehandelt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/MainDer Kurs des Euro ist am Dienstag gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,0638 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch 1,0663 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0631 (Montag: 1,0663) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9407 (0,9378) Euro.

Enttäuschend ausgefallene Konjunkturdaten lasteten auf dem Euro. Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Januar schwächer gestiegen als erwartet. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) legten im März zwar zu, blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. „Die geringe Aufwärtsbewegung zeigt die derzeitige Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Konjunktur an“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Diese Währungen schwanken am meisten
Platz 10: Neuseeland-Dollar
1 von 11

2011 zerstörte ein Erdbeben mehrere Teile der Stadt Christchurch und bremste dadurch Neuseelands Wirtschaftswachstum stark aus. Der Inselstaat konnte sich 2013 erholen und seitdem geht es wieder bergauf, wenn auch nur langsam. Auch 2016 war der Kiwi-Dollar gefragt. Rund 8,8 Prozent legte er gegenüber dem US-Dollar zu. Allerdings ist die Währung schwankungsanfällig.

Volatilität*: 12,33 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Quelle: Bloomberg

Platz 9: Japanischer Yen
2 von 11

Seit 2016 hält Japan amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,13 Milliarden Dollar und ist damit der größte Gläubiger der USA. Wirtschaftlich geht es dem Land allerdings aber nicht allzu gut: Die Kosten für den Fukushima-GAU sind im letzten Jahr dramatisch gestiegen, außerdem brachen die Exporte um rund zehn Prozent ein. Der Yen gehörte deshalb zu den am stärksten schwankenden Währungen im vergangenen Jahr.

Volatilität*: 12,57 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Platz 8: Türkische Lira
3 von 11

Die angespannte politische Lage in der Türkei sorgt dafür, dass die türkische Währung immer stärker fällt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Türkei ein hohes Leistungsbilanzdefizit aufweist und allen voran Öl importiert. Öl wird allerdings in Dollar bezahlt und die Preise steigen aktuell – und mit ihr die Inflation.

Volatilität*: 12,75 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Platz 7: Argentinischer Peso
4 von 11

Auch im vergangenen Jahr konnte Argentinien seinen wirtschaftlichen Fall nicht stoppen. Die neue Regierung leitete allerdings schon die ersten Schritte ein, um dem Land wieder auf die Beine zu helfen. So entschied man sich zum Beispiel, künftig stärker auf erneuerbare Energien umzusteigen. Ob die neue Strategie sich auch auf die Währungsstabilität auswirkt? Noch gehört der Peso zu den wackeligsten Währungen weltweit.

Volatilität*: 13,43 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Platz 6: Britisches Pfund
5 von 11

Großbritannien wurde nach dem Brexit zum Sinnbild wirtschaftlicher Unklarheit. Im derzeitigen Zustand wird sich das auch nicht allzu schnell ändern. Hinzu kam der Sterling-Flash-Crash im Oktober 2016. Dabei stürzte der Kurs auf einigen Handelsplattformen um bis zu zehn Prozent ab, auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gegenüber dem Dollar. Inzwischen gehen Währungsexperten davon aus, dass menschliches Versagen im Zusammenhang mit Devisen-Hochfrequenzhandel den Sturz beschleunigten.

Volatilität*: 14,12 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Platz 5: Mexikanischer Peso
6 von 11

Rund 80 Prozent der Exporte gehen derzeitig in die Vereinigten Staaten, doch das könnte sich nach Trumps Wahlsieg ändern. Dementsprechend plant Präsident Pena Nieto, sich von Amerika als Handelspartner zu lösen. Der Peso fungiert als Seismograph für die Handelsbeziehungen – und schwankt.

Volatilität*: 17,05 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Platz 4: Kolumbianischer Peso
7 von 11

Die kolumbianische Währung zeigte sich im Vergleich zum US-Dollar äußerst volatil. Platz vier im Ranking.

Volatilität*: 18 Prozent

*Historische Volatilität gegenüber dem US-Dollar (zwölf Monate)

Unter Druck geriet das britische Pfund. Zum Dollar fiel die Währung auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar. Marktbeobachter erklärten den Kursverlust damit, dass der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) mit der Zustimmung des britischen Parlaments näher rückt. Vor allem aber hätten Pläne der schottischen Regionalregierung für ein neues Unabhängigkeitsreferendum belastet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87563 (0,87258) britische Pfund, 122,13 (122,35) japanische Yen und 1,0726 (1,0749) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1204,60 (1204,20) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 36.466,00 (36.400,00) Euro.

  • dpa
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