Devisen
Griechenland-Sorgen nagen am Euro

Der Euro ist auf einen Drei-Wochen-Tiefstand gefallen. Schuld ist vor allem Griechenland: Wieder einmal diskutieren die EU-Länder über neue Hilfszahlungen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's entzieht Griechenland immer weiter das Vertrauen, während die Anleger dem Euro misstrauen.
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Düsseldorf Der Eurokurs ist am Dienstag früh weiter gefallen, zeitweise bis unter 1,43 US-Dollar. So tief stand die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt am 19. April. Im Verlauf des Tages wird Griechenland voraussichtlich 1,25 Milliarden Euro an Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten platzieren, was die Spekulation auf eine Schuldenrestrukturierung anheizt.

Die Schuldenkrise Griechenlands dürfte laut Händlern weiter auf dem Euro lasten. Am Montag hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Landes um zwei Noten gesenkt, von B auf BB-. Weitere Herabstufungen seien möglich, hieß es. Der Euro fiel daraufhin bereits um mehr als einen Cent. Die Devisenexperten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) halten einen Fall des Eurokurses kurzfristig bis auf 1,4150 Dollar für möglich.

Es ist die vierte Herabstufung durch S&P seit April 2010. Würde Griechenlands Bewertung noch einmal sinken, wäre es das schlechtestbewertete Land Europas. Die Agentur S&P reagierte auf ein Treffen der EU-Finanzminister am vergangenen Freitag. Sie stimmten überein, dass Griechenland weitere Hilfe benötige.

Die EU-Kommission kommt heute in Straßburg zusammen. Dabei steht zwar offiziell das Hilfspaket von 78 Milliarden Euro für Portugal auf der Agenda, aber auch die prekäre Schuldensituation Griechenlands dürfte zur Sprache kommen.

Die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete am Vormittag unter Berufung auf einen hochrangigen griechischen Regierungsvertreter, dass das Land mit zusätzlichen Hilfen von 60 Milliarden Euro rechnet. Ein Vertreter des Finanzministeriums wies den Bericht allerdings zurück. Die Gerüchte halfen dem Euro trotzdem, sich wieder bis zu einem Niveau von 1,4362 Dollar zu erholen.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Devisen: Griechenland-Sorgen nagen am Euro"

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  • Betrug beim Eintritt in den Euro, Betrug beim Verschulden mittels Euro, betrug bei den Hilfsprogrammen zur Rettung des Euro - das sind die griechische Handelsmaximen , die dem Land schon mehr Geld beschert haben als jede reguläre Arbeit es hätte tun können. Die Griechen sind eben seit je "Lebenskünstler" und bleiben es auch.

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