Die Spannung steigt vor dem Wahlausgang
Wall Street schließt im Minus

Die Gerüchte darüber, dass Kerry in den entscheidenden US-Bundesstaaten - den bislang unentschlossenen Swing-States - die Nase vorn habe, seien über das Internet verbreitet worden, sagten New Yorker Aktienhändler.

HB NEW YORK. Der Leitindex Dow Jones beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 10 035,73 Punkte. Damit schloss er über seinem Tagestief von 10 011,18 Zählern. Zuvor war er allerdings bis auf 10 132,99 Stellen geklettert. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit 1 130,58 Punkten praktisch unverändert aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq, der im Tagesverlauf erstmals seit vier Monaten wieder über die psychologisch wichtige Marke von 2 000 Zählern geklettert war, verteidigte letztlich ein Plus von einem viertel Prozent auf etwa 1 985 Punkte.

„Das einzige, was ich derzeit sehen kann, ist der Drudge-Report, wonach vorläufige Wählebefragungen Kerry in ganz knappem Abstand sehen“, sagte Jay Suskind, Handelschef des Aktienhauses Ryan, Beck & Co. der Agentur CBS Marketwatch.

Auch Anlagestratege Peter Boock-var vom Geldhaus Miller Tabak verwies auf den Drudge-Report. Er äußerte sich jedoch unsicher, ob darin der Grund für den plötzlichen Marktumschwung lag. Nach frühen Befragungen von Wählern nach dem Urnengang schlug Herausforderer Kerry sich in besonders umkämpften US-Bundesstaaten gegenüber dem konservativen Präsidenten George W. Bush besser als zunächst erwartet. Vor der Präsidentschaftswahl am Dienstag gingen Analysten davon aus, dass die US-Börsen positiv auf eine Wiederwahl Bushs und negativ auf einen Sieg Kerrys reagieren würden. Umfragen unmittelbar vor Wahlbeginn zeigten einen hauchdünnen Vorsprung für Bush.

Keith Keenan von Wall Street Access ergänzte, er habe Gerüchte gehört, dass Kerry in Ohio und Florida vorne liege. Der Sieg in beiden Bundesstaaten zusammen würde ihm 47 Wahlmännerstimmen einbringen. Zusammen mit den bereits als sicher geltenden Wahlmännern für ihn käme er damit voraussichtlich auf die mindestens erforderlichen 270 Wahlmänner.

Dass die Gerüchte über eine Führung Kerrys vor Amtsinhaber George W. Bush die Kurse belasteten, erklärte John O'Donoghue von CSFB damit, dass ein Präsident Kerry sie Rüstungsindustrie sowie die Gesundheitsbranche belasten würde. Umfragen zufolge war der Ausgang der Präsidentenwahl offen. „Die große Befürchtung ist, dass die Wahl keinen klaren Gewinner haben könnte“, sagte Händlerin Lisa Hansen von Transamerica Investment Management. Vor vier Jahren war die Wahl erst nach einem wochenlangem juristischen Tauziehen entschieden worden. In dieser Zeit der Ungewissheit hatte der US-Aktienmarkt deutliche Verluste eingefahren. Ähnliche Verzögerungen bei der Ermittlung des Wahlsiegers könnten dieses Mal erneut zu Kursverlusten führen, deuteten Marktteilnehmer an. „Der Markt hat in den Kursen die Tatsache berücksichtigt, dass wir schnell wissen werden, wer der nächste Präsident sein wird“, sagte Todd Clark von Wells Fargo Securities.

Seite 1:

Wall Street schließt im Minus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%