Dollar erholt sich zum Yen deutlich
Gewinnmitnahmen kosten Nikkei Punkte

Nach einer von Aufschlägen geprägten Woche hat der Tokioter Aktienmarkt den Handel am Freitag leichter beendet. Börsianer berichteten von Gewinnmitnahmen und sprachen von einer Atempause zum Wochenschluss nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage.

HB TOKIO. Gebremst wurde die Abwärtsbewegung allerdings durch Kursverluste des Yen zum Dollar, die die Aktienkurse von einzelnen exportorientierten Firmen stützten. Der Euro notierte zur US-Währung mit 1,2394 Dollar etwas über seinem Niveau im späten New Yorker Handel.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei 0,6 % tiefer aus dem Handel mit rund 11 482 Punkten. Börsianern zufolge verkauften die Investoren vor allem Bank- und Einzelhandelstitel, die zuletzt kräftig zugelegt hatten. Zugleich beurteilten die Anleger aber die grundsätzlichen Perspektiven der japanischen Wirtschaft weiterhin optimistisch und hielten Ausschau nach günstigen Einstiegsgelegenheiten bei den Aktien. Dies habe den Markt gestützt.

Zu den Kursverlierern zählten etwa die Papiere des größten japanischen Autohersteller Toyota Motor, die gut ein Prozent nachgaben. Die Titel von Konkurrent Nissan fielen 1,3 %. Die Aktien des Stahlproduzenten Kobe Steel verloren 0,7 %, die der Versicherungsgesellschaft Sompo Japan Insurance sogar knapp vier Prozent.

An den anderen Aktienmärkten Asiens legten die Kurse dagegen leicht zu. Der am breitesten gefasste MSCI-Index für Aktien der Region mit Ausnahme Japans stieg um 0,3 %. Gestützt wurden die Börsen von Spekulationen, das hochrangige El-Kaida-Mitglied Ajman el Sauahri sei vom pakistanischen Militär im Grenzgebiet zu Afghanistan eingekreist worden. El Sauahri gilt als Stellvertreter von Osama bin Laden, dem Chef der Extremisten-Organisation El Kaida. Angetrieben von diesen Spekulationen hatten bereits am Vortag die US-Aktienbörsen ihre Kursverluste verringert. Enge Verbündete der Moslem-Extremisten äußerten allerdings Zweifel daran, dass El Sauahri sich unter den Kämpfern befindet, die die pakistanische Armee jagt.

An den Devisenmärkten erholte sich der Dollar zum Yen deutlich. Die US-Währung stieg in Fernost auf Kurse um 107,25 Yen. Im New Yorker Handel war sie zuvor noch auf 106,35 Yen gefallen. Hintergrund waren die anhaltenden Ängste vor weiteren Anschlägen und Spekulationen, dass Japan seine Dollar-Käufe in großem Umfang allmählich zurückschrauben könnte. Die japanische Notenbank interveniert regelmäßig an den Devisenmärkten, um eine zu starke Yen-Aufwertung zu verhindern. Ein hoher Yen-Kurs beeinträchtigt die Ausfuhrchancen japanischer Firmen und damit die wirtschaftlichen Perspektiven des stark exportorientierten Landes insgesamt.

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