Dollar hält sich über 112 Yen
Tokioter Börse schließt nach Feiertag gut behauptet

Der Aktienmarkt in Tokio hat nach einem Auf und Ab mit leichten Gewinnen geschlossen. Der Dollar hat sich am Mittwoch an den asiatischen Devisenmärkten in engen Grenzen über der Marke von 112 Yen behauptet. Händler warteten gespannt auf weitere Stellungnahmen der Regierung zur japanischen Wechselkurspolitik. Auch die meisten anderen asiatischen Märkte konnten dank guter US-Vorgaben Gewinne verbuchen.

HB TOKIO. Der Dollar wurde am Mittwochnachmittag in Tokio mit Kursen um 112,17/20 Yen genannt, nachdem er im Nachklang zum G-7-Treffen am Vortag weiter bis auf 110,91 Yen abgerutscht war. Der Euro notierte mit 1,1451 Dollar. Gewinnmitnahmen drückten die europäische Gemeinschaftswährung von ihrem Hoch von 1,1530 Dollar.

„Die Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung am Aktienmarkt und Japans Interventionshaltung“, sagte Devisenexperte Kouki Muroi von der Aozora Bank. Es wird erwartet, dass sich der neue Finanzminister Sadakazu Tanigaki in Interviews, die gegen 12.35 Uhr MESZ freigegeben werden sollen, zur Wechselkurspolitik äußert. Bislang hat er keine Änderung der Wechselkurspolitik angedeutet, die sich gegen eine Aufwertung des Yen wendet, um der Exportindustrie nicht zu schaden.

„Die Situation ist ähnlich wie 1999“, sagte Junya Tanase von JP Morgan Chase. Damals legten die japanischen Börsen zu, ausländische Investoren kauften Aktien im Wert von netto elf Billionen Yen und trieben den Kurs des Yen nach oben. Im selben Jahr intervenierte die japanische Regierung und verkaufte 7,6 Billionen Yen, um den Kurs der Währung zu drosseln und so die für das Wirtschaftswachstum wichtige Exportwirtschaft zu stützen. „Aber Japan hat plötzlich das Spiel gewechselt, die Intervention verlangsamt und den Yen damals (zum Dollar) auf 101 Yen steigen lassen“, sagte Tanase. „Und die Situation jetzt ist sehr ähnlich.“

In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat Japan bereits die Rekordsumme von neun Billionen Yen aufgebracht, um gegen den Aufwertungsdruck vorzugehen.

Starker Yen belastet Exportwerte

Der Aktienmarkt in Tokio hatte nach dem Feiertag zunächst freundlich eröffnet, rutschte im Verlauf aber in die Verlustzone, um dann doch noch im Plus zu enden. Zu Handelsschluss lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um knapp 0,26 % höher bei rund 10 502 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verbesserte sich um 0,04 % auf rund 1044 Zähler. Vor allem die exportorientierten Autowerte standen aber wegen des starken Yen unter Abgabedruck. Nissan Motor Co Ltd verloren 1,58 % auf 1245 Yen. Toyota Motor Corp endeten 0,57 % tiefer bei 3490 Yen.

Zum Ende des ersten Fiskalhalbjahres waren Werte mit einer relativ hohen Dividendenrendite gesucht. Zu den Gewinnern zählte hier der Pharmawert Takeda Chemical Industries Ltd , der um 1,64 % auf 4350 Yen zulegte.

An den anderen Börsen zeigte sich am Mittwoch vor allem der Aktienmarkt in Hongkong verbessert, wobei der Hang Seng Index die Marke von 11 000 Punkten überwinden konnte und um 1,8 % auf Werte um 11 143 Zähler anzog. Gewinne wurden auch in Singapur verbucht. Die Börse in Seoul schloss mit einem Gewinn von 0,8 %. Der Aktienmarkt in Taipeh schloss um 0,67 % fester.

Die Vorgaben der Wall Street waren positiv. Der Dow-Jones-Index verließ am Dienstag den Markt 0,43 % höher mit rund 9576 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,61 % auf etwa 1029 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq-Index legte sogar um 1,45 % zu auf rund 1901 Punkte.

Wesentliche Konjunkturdaten stehen am Mittwoch nicht an. In Wien beraten die Ölminister der Opec über ihre weitere Förderpolitik, wobei keine Änderung erwartet wird. In Dubai geht die Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank zu Ende.

Mit dem behaupteten Dollarkurs gab Gold etwas nach. Im frühen europäischen Handel wurde die Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls mit 384,25/385,00 Dollar nach letzten Kursen in New York von 385,40(386,15 Dollar genannt.

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