Dollar legt etwas zu
Tokioter Börse schließt im Minus

Die Tokioter Börse hat am Freitag nach negativen Vorgaben der New Yorker Wall Street schwächer tendiert. An den Tokioter Finanzmärkten sorgten auch Andeutungen des japanischen Finanzministeriums, möglicherweise weitere Staatsanleihen ausgeben zu wollen, für Verwirrung.

Reuters SINGAPUR. Der Dollar legte zum Euro etwas zu, was Händler unter anderem mit Spekulationen über eine erneute Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone in der nächsten Woche begründeten. Bei einer Lockerung der Geldpolitik würde sich der Zinsvorteil der Euro-Zone gegenüber den USA verringern. Derzeit liegt der Leitzins im Europäischen Währungsraum bei 2,00 % und damit doppelt so hoch wie in den USA.

Nach drei Tagen mit zum Teil kräftigen Kursgewinnen verlor der 225 führende Werte umfassende Nikkei-Index 0,80 % und schloss bei rund 9 547 Zählern. „Der Nikkei hat seine Energie in den vergangenen drei Tagen bei seinem 100-Meter-Spurt auf dem Weg zu 10 000 (Punkten) verbraucht“, sagte der Chefanalyst von Tokai Tokyo Securities, Hiroyuki Nakai. „Jetzt ist er ein wenig erschöpft.“ Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,40 % auf gut 948 Punkte. An den übrigen asiatischen Märkten zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während die Kursen an den Börsen in Hongkong ebenfalls leicht nachgaben, verzeichneten die Börsen in Seoul, Taiwan und Singapur Kursgewinne. Händler sagten, positive Nachrichten einzelner Index-Schwergewichte hätten die Kurse dort nach oben getrieben.

Die US-Börsen hatten am Donnerstag im negativen Terrain geschlossen, nachdem überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten Zweifel an einer schnellen Erholung der US-Wirtschaft geweckt hatten. Auch schwache Gewinnprognosen von Unternehmen trübten Händlern zufolge die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag zum Schluss 0,79 % im Minus auf rund 9 070 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,91 % auf gut 1 663 Punkte. Die Donnerstagssitzung endete bereits um 19.00 Uhr (MESZ) und damit drei Stunden früher als üblich. Am US-Unabhängigkeitstag am Freitag bleiben die Börsen geschlossen.

Erneut unter Druck gerieten am Freitag die Kurse der japanischen Staatsanleihen. Japans Finanzminister Masajuro Shiokawa hatte signalisiert, möglicherweise neue Papiere mit sehr langer Laufzeit begeben zu wollen, um das Kaufinteresse der Anleger für Festverzinsliche wieder zu wecken. In Japan befinden sich die Kurse der Staatsanleihen seit geraumer Zeit auf Talfahrt, während die Renditen auf Jahreshoch stiegen. Händler begründen dies damit, dass Investoren im Zuge der jüngsten Gewinne des Nikkei-Index ihre Portfolios von Anleihen in Aktien umschichten.

Auch der Euro gab in Fernost etwas nach. Er kostete 1,1465 Dollar nach 1,1498 Dollar am Donnerstagabend in New York. „Anleger spekulieren über eine EZB-Zinssenkung, und das drückt die Gemeinschaftswährung“, sagte ein Händler. Der EZB-Rat kommt am kommenden Donnerstag zusammen, um über die Zinsen zu beraten. Von Reuters befragte Analysten gehen übereinstimmend davon aus, dass die Leitzinsen zunächst unverändert bleiben. Sie erwarten erst im September einen neuerlichen Schritt der EZB.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%