Dollar-Schwäche trübt Anleger-Laune
Euro bremst Dax wieder aus

Insgesamt blieben am Dienstag marktbewegende Impulse an der Frankfurter Aktienbörse aus, der Handel war dementsprechend ruhig. Kursverluste an den US-Börsen und ein Rekordhoch des Euro haben den Deutschen Aktienindex zum Handelsschluss ins Minus gedrückt. Zudem dämpfe der wieder steigende Ölpreis die Kauflust der Anleger, sagten Händler.

HB FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsenindex schloss 0,5 % im Minus bei 4126 Zählern. Noch am Vortag hatten Hoffnungen auf eine Jahresendrally den Dax vorübergehend auf ein Zwei-Jahres-Hochs bei 4219 Zählern gehievt.

Im späten Parketthandel konnte der deutsche Standardwerte-Index seine Verluste leicht verringert. Der L-Dax schloss mit 4130 Punkten. Der L-TecDax zeigte sich im Vergleich zum TecDax-Schluss im elektronischen Handel mit 510 Punkten fast unverändert. Der L-MDax, der Index der mittelgroßen Werte, büßte das kleine Plus aus dem Xetra-Geschäft von 0,15 Prozent auf 5272 Punkte im Späthandel ein. Er schloss auf dem Parkett bei 5266 Punkten.

Händler verwiesen auf den neuen Rekordstand des Euro. Nach einem schwachen Verbrauchervertrauen in den USA erreichte der Kurs des Euro einen neuen Rekordstand. In der Spitze kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,3334 $ und übertraf damit die alte Rekordmarke von 1,3329 Dollar vom vergangenen Freitag. Der Markt sei angesichts des Ölpreises, des steigenden Euro und der unentschlossenen US-Börsen „etwas angespannt“, sagte ein Händler.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Deutschen Börse, die um knapp ein Prozent auf 44,55 € zulegten und damit ihr Minus vom Vortag wieder wett machten. Ein Händler erklärte das Plus mit Hoffnungen einiger Anlager auf gute Zahlen zur am Mittwoch anstehenden Orderbuchstatistik des Börsenbetreibers.

Zu den größten Verlierern gehörten dagegen die SAP-Aktien mit einem Abschlag von 1,3 % auf 134,45 €. Händler sprachen von Spekulationen über eine Ergebnisbelastung durch den schwachen Dollar. Ein SAP-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Der Kurs der Deutschen Post stieg hingegen um 0,51 % auf 15,87 €. Am Vortag hatte die bundeseigene KfW Bankengruppe Post- Aktien im Wert von mehr als einer Milliarde Euro an institutionelle Investoren verkauft. Der Streubesitzanteil der Aktie steigt danach auf 43,10 %, was auch die Gewichtung der Aktie im Dax positiv beeinflussen wird. Händler lobten den zügigen Verkauf der neuen Papiere.

Im MDax sackten die Aktien des angeschlagenen Einzelhändlers Karstadt-Quelle mit Abstand auf die unterste Position - was aber rechnerisch mit dem ersten Tag des Bezugsrechtehandels zu erklären ist. Die Aktie ging mit minus 20,93 % bei 7,67 € aus dem Handel. Für je acht alte Aktien können zu je 5,75 € sieben neue Titel bezogen werden. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll Geld in die Kassen des Konzerns spülen.

Ihren Höhenflug setzte die Aktie des deutschen Stahlherstellers Thyssen-Krupp leicht gebremst fort. Sie legte am Tag vor Veröffentlichung der Quartalsbilanz um weitere 0,25 % auf 16,20 € zu. Händleraussagen zufolge profitiert der Titel unverändert vom anhaltenden Stahlboom. Hingegen litt die Aktie des Konkurrenten Salzgitter im MDax unter Gewinnmitnahmen, die den Kurs um 1,31 % auf 15,04 € reduzierten.

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